Ausbau MUC: Wachstum, Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Dann mache ich mal einen Kompromißvorschlag. So haben wir das in Bremen gelöst. Um die RWY für die Flügeltransporte von Airbus fit zu machen, brauchten wir 2.600 mtr. Wir hatten aber nur 2.000 mtr. Großes Geschrei. Wir haben die 600 mtr. gebaut, sie dürfen aber nicht benutzt werden (ausgenommen Airbus).
Das ganze nennt sich "Stuhr-Vertrag" und wird in der Literatur als beispielhaft "gepriesen". Wer hier Ironie findet, darf sie behalten.

@Andreas
Du ahnst es, wie der Kompromiß ausschaut: MUC baut die 3. Bahn, nutzt sie aber nicht.
Das löst zwar nicht das Thema Flächenversiegelung, aber alle anderen Probleme.
 
Wie sagt hier (43:10) Matthias Horx passender Weise:

"... Wir haben enorm viele Menschen die die Welt retten wollen. Und hinter dieser sehr großen Geste des Weltrettertums letzten Endes auch ihre eigenen persönlichen Interessen verstecken können. ..."

 
Das ist billig, so etwas zu unterstellen. Mein Interesse ist es, auch in Zukunft in einer lebenswerten Umwelt zu leben. Dafür bin ich bereit, mich freiwillig zu beschränken oder mich einschränken zu lassen, wenn das auf alle verteilt wird. Also, ja, ich verfolge natürlich auch eigene Interessen, muß diese aber nicht verstecken. Wobei ich überzeugt bin, daß diese Interessen ,bzw. deren Umsetzung, für die Mehrheit von Vorteil wäre, wenn man denn etwas Weitsicht entwickelt. Manche argumentieren sich es immer so zurecht, daß man alles einfach so laufen lassen muß, als gäbe es keine Alternative. Dann lasst laufen und schaut in 50 Jahren nochmal nach.

Andreas
 
Viele Gegner werden auch bei Wachstum gegen die Bahn sein. Neue Argumente dagegen kann man ja frei erfinden.

Richtig. Weil sie kein Wachstum mehr wollen. Leider wurde die Diskussion zu diesem Punkt hier abgespalten und ist seitdem tot. Ich habe den Glauben an die goldene Wachstumskuh als Allheilmittel für unser aller Wohlergehen verloren. Das ist eine sehr grundsätzliche und sehr weitreichende soziale und politische Diskussion, die nicht unbedingt direkt zur 3. Bahn gehört. Aber es ist eben doch ein Standpunkt von Ausbaugegnern.

Andreas
 
Richtig. Weil sie kein Wachstum mehr wollen. Leider wurde die Diskussion zu diesem Punkt hier abgespalten und ist seitdem tot. Ich habe den Glauben an die goldene Wachstumskuh als Allheilmittel für unser aller Wohlergehen verloren. Das ist eine sehr grundsätzliche und sehr weitreichende soziale und politische Diskussion, die nicht unbedingt direkt zur 3. Bahn gehört. Aber es ist eben doch ein Standpunkt von Ausbaugegnern.

Andreas

Anderl, ich schätze sehr, dass du zu diesem Punkt "ich will einfach kein Wachstum" stehst. Viele andere verstecken sich hinter Pseudo-Argumenten, wie "die Flugbewegungen gehen zurück", "das Land wird versiegelt" und "der Bedarf ist nicht gegeben", was eine ernstzunehmende Diskussion praktisch unmöglich macht.
Bzgl. dieser Grundsatzfrage möchte ich aber zu bedenken geben, dass diese schon viel länger existiert als die Startbahndiskussion! Man stelle sich nur vor, in den letzten Jahrzehnten hätte man sich für den Stillstand entschieden. Was gäbe es heute alles nicht, Bayern würde nicht da stehen, wo es heute steht und viele (auch viele Gegner!) hätten nicht den aktuellen Beruf (bzw. würden nicht einmal mehr in Bayern leben). Viele High-Tech-Firmen hätten sich niemals in Bayern angesiedelt, was einen ganzen Rattenschwanz an Folgen hat.
Kurzum: der aktuelle Lebensstandard würde nicht der aktuelle sein! Dass man den Luxus hat auch nur über Stillstand nachzudenken, zeigt, wie wichtig und richtig die Entwicklung der letzten Jahrzehnte war.
Wollen wir den zukünftigen Generationen einen ähnlichen Wohlstand wirklich verbauen, weil wir uns jetzt für Stillstand entscheiden? Die Folgen wird in jedem Fall die nächste Generation tragen müssen.
Wir haben im Jetzt eben Glück, dass die letzte richtig gehandelt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hatten wir ja alles schon diskutiert, deine Argumente T.H. sind auch nicht von der Hand zu weisen. Ich bin auch kein pauschaler Wachstumsgegner. Für MICH und in diesem speziellen Fall der 3.Bahn ist halt jetzt der Zeitpunkt erreicht, an dem die Nachteile des Wachstums zu stark zu Buche schlagen. Global betrachtet sollte das inzwischen jeder erkannt haben. Daher ziehen halt Wachstumsargumente nicht mehr, was einem dann gleich wieder als Totalverweigerungs- und Antihaltung ausgelegt wird.

Da wir diese Diskussion schon hatten, lass ich es jetzt auch gut sein.

Andreas
 
Genau, alles ist bereits schon ausführlich im Forum nachzulesen.

Kurzer Exkurs: http://www.aero.de/news-23649/IndiGo-uebernimmt-ihre-erste-A320neo.html
420 A320neo für IndiGo - bei aktueller Flottengröße von 100 A320. Da sieht man wie sehr Indien und andere Schwellenländer/Wachstumsmärkte Zugang zum Luftverkehr benötigen.
Was das für den Ausbau der Infrastruktur bedeutet, kann man sicht leicht ausmalen - allein in Indien schon ein riesiges Unterfangen.
Die Frage ist: lässt sich das Wachstum denn überhaupt vermeiden? Oder findet es nicht viel mehr einfach dann ohne uns statt? Die vermeintlich negativen Auswirkungen für uns bleiben aber dann trotzdem nach wie vor.
 
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Richtig. Weil sie kein Wachstum mehr wollen. Leider wurde die Diskussion zu diesem Punkt hier abgespalten und ist seitdem tot.

Einerseits eine Frage der Disziplin, sich am passenden Ort zu äußern, andererseits ist manchmal kein größerer arg. Erfolg drin, als eine Woche lang an prominenter Stelle das letzte Wort gehabt zu haben. ;)
 
In Deutschland wird an vielen Stellen ideologieverbohrt auf die Bremse getreten, verbunden mit der irrigen Annahme, am deutschen Wesen werde die Welt schon genesen. Siehe Kernenergie, siehe Gentechnik, siehe Luftverkehr und so weiter und so weiter. Resultat? Um uns herum pfeift man auf das vermeintliche deutsche Vorbild und führt fort, was hier nicht mehr möglich ist, und zwar umso intensiver und häufig weniger sicher und weniger nachhaltig. Der Fortschritt in Deutschland bleibt auf der Strecke und irgendwann auch der Wohlstand. Aber dafür dürfen sich manche einbilden, sie hätten was zur Rettung der Menschheit und des Planeten beigetragen...
 
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Die Ursachen für DIESE Themen, die ja nur sekundär mit unserem Thema hier zu tun haben, sind natürlich ganz andere, überregionale ja globale Themen: Überbevölkerung, Verstädterung bzw. Konzentration der Menschen auf Ballungsgebiete.
Beispiele für Letzeres: die Menschen zieht es immer mehr in nach Bayern (nun schon 12 Mio. Einwohner), die Prognosen für Ostdeutschland sehen düster aus. Im Übrigen gehört ja auch das Flüchtlingsthema auch in diesen Bereich, zumindest was die Wirtschaftsflüchtlinge / Klimaflüchtlinge anbetrifft: diese drängen - und das mal ohne jede politische Aussage! - einfach dahin wo es nach ihrer Meinung die besten Lebensbedingungen gibt - und das ist Mittel/Nordeuropa.
In manchen afrikanischen Staaten gibt es kaum noch Ernten - klimabedingt - und die Menschen ziehen an die Küsten um dort festzustellen das die EU-Fischfangflotten ihnen dort auch schon alles Essbare weggefischt haben. Traurig das Ganze.
Hier sollte die EU / UNO gegensteuern, aber die schaffen gar nichts. Die können sich ja zu Syrien schon kaum im Sicherheitsrat auf eine Formulierung einigen.
Ich warne nur: immer nur die Richtung "Wachstum, Wirtschaft" und das vor allem HIER zu konzentrieren verstärkt nur eben diese Entwicklungen. Der zunehmende Verkehr (und sie haben ja Recht die anderen Verkehrsmittel sind auch keine Umweltengel) verstärkt auch weiter den Klimawandel. In den 80ern wurde uns das in Erdkunde schon prophezeit das irgendwann die Menschen aus der Südhalbkugel gen Norden ziehen werden - damals haben Einige schon vor dem Klimawandel gewarnt.
 
Wenn jetzt schon die EU Fischfangflotten herhalten müssen das die dritte Piste in MUC nicht gebaut wird

Saigor
 
Freising hat aber weit mehr Einwohner als Erding. Aber wir wollen ja auch in keine Nimby Diskussion verfallen.
Das mit den Rollwegen haben uns unsere Piloten auch schon gesagt, wenn dann würde man die 3. wohl primär zum Start nach Osten oder zum Landen vom Osten her verwenden.

Und das der Flächenverbrauch enorm ist, damit haben Sie recht. Aber darum ist es ja umso wichtiger, hier mal Einahlt zu gebieten. Ich kann doch auch nicht sagen, "och es werden so viele Leute erschossen, da kommt es doch auf meinen Nachbar nicht an" :)
Die Fläche ist nicht vernachlässigbar, waren Sie mal dort? Im Grunde ist kein Grünstreifen mehr vernachlässigbar in Bayern, aus eben Ihren Beispielen für den Flächenverbrauch.
Wussten Sie das z.B. München (wie auch die meisten Großstädte) auf "grüne" Korridore für die Einfuhr von kühlerer Frischluft im Sommer angewiesen ist. Das geht durch den vermehrten Bauboom und die geplante zügellose Ausweitung von Gewerbegebieten immer schwerer (siehe Garching-Hochbrück, Menzing etc.).
Und heuchlerisch ist das hier nicht, wir meinen es ernst.

Naja...nun sind wir also da angekommen, wo wir immer ankommen..jetzt wird ausgewichen,keine Argumente mehr...und am Schluß geht es um Klimawandel, Überbevölkerung, die ungerechtigkeit der Welt...da hat die Dritte Bahn wohl den minimalsten Anteil...

Zur Flächenversiegelung...ich habe Ihnen die Beispiele genannt: Wo war Herr Magerl bei den Logistikhallen von BMW? Warum dürfen überhaupt noch Einfamilienhäuser gebaut werden...zu viel Flächenverbrauch..Hochhäuser sind da viel effizienter...wo sind da die Kritiker...das ist HEUCHELEI PUR...Sie meinen gar nichts ERNST! Sonst würden Sie ganz wo anders anfangen...aber bestimmt nicht bei der Dritten Startbahn...
Und genau so läuft es eben immer hier...
 
Naja...nun sind wir also da angekommen, wo wir immer ankommen..jetzt wird ausgewichen,keine Argumente mehr...und am Schluß geht es um Klimawandel, Überbevölkerung, die ungerechtigkeit der Welt...da hat die Dritte Bahn wohl den minimalsten Anteil...

Zur Flächenversiegelung...ich habe Ihnen die Beispiele genannt: Wo war Herr Magerl bei den Logistikhallen von BMW? Warum dürfen überhaupt noch Einfamilienhäuser gebaut werden...zu viel Flächenverbrauch..Hochhäuser sind da viel effizienter...wo sind da die Kritiker...das ist HEUCHELEI PUR...Sie meinen gar nichts ERNST! Sonst würden Sie ganz wo anders anfangen...aber bestimmt nicht bei der Dritten Startbahn...
Und genau so läuft es eben immer hier...

Mei, es gibt eben Leute die sich kritisch mit Sachverhalten auseinerandersetzen und die Anderen, die immer so "weiter so" rufen. Hauptsache es kommen die Totschlagargumente "Wachstum und Arbeitsplätze" mindestens einmal pro Satz vor.
Ich habe Kinder und ich will das diese hier auch noch in 50 Jahren stress- und weitgehend lärmfrei leben können. Ebenso unsere Naherholungsgebiete nutzen oder mal in unsere bayerischen Berge ohne das Bayern nur noch aus Gewerbegebieten besteht. Das ist hier schliesslich unsere Heimat.
Schauen Sie sich doch nur an wo das Alles hinführt: die Autobahnen werden hier gerade überall ausgebaut, trotzdem nimmt der Stau immens zu. Mittlerweile ist fast jeder 2LKW aus dem Ausland. Die ganzen Rastplätze sind komplett zugeparkt. Und ja, ich sehe das mit Sorge wenn hier eine Spedition nach der anderen riesige Hallen hinstellt oder das neue Logistikzentrum von BMW. Denn Mangel an Transportmöglichkeiten herrscht ja nicht. Es ist nur der ewige Drang zu immer mehr, immer größer, immer billiger.
Das ruiniert Alles. Sie mag es nicht kümmern, wenn aufgrund von Nachfrage-Oligopolen die Milch nur 20 Cent oder ein Hühnchen in der PRODUKTION 7 Cent kostet und man deshalb immer noch größere Ställe bauen muss. Mich schon.
Sie können mich als Heuchler bezeichnen, aber ich stehe eben zu meinen Ansichten. Ich will hier weder chinesische Umweltverhältnisse noch den überbordenden meist US-Kapitalismus.
Das hat alles nichts mit der Startbahn zu tun, klar. Aber das sind eben die Probleme die immer mehr auf uns zu kommen. Ich kenne viele Startbahnbefürworter, die dann aber nicht wollen, das die dann entstehenden neuen Arbeitsplätze (so sie denn kommen) von z.B. neu herziehenden EU-Ausländern besetzt würden, aber genau das wäre wohl die Folge, denn der hiesige Arbeitsmarkt ist absolut leergefegt.
 
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