Kurioses und Luftfahrtspaß

Wie der Klimagipfel die Umwelt belastet

http://bazonline.ch/ausland/europa/Wie-der-Klimagipfel-die-Umwelt-belastet/story/15658180

Limousinen, Privatjets, überflüssige Gäste: Die 11-tägige Klimakonferenz in Kopenhagen wird so viel CO2 produzieren wie eine Stadt mit 150'000 Einwohnern.

Über 1200 Limousinen seien bis anhin gebucht worden, schreibt die Online-Ausgabe des englischen «Telegraph». Allein Frankreich habe letzte Woche 42 zusätzliche Wagen bestellt. Das sei mehr als ganz Dänemark zu bieten habe, darum werden die Luxuskarrossen hunderte von Kilometer aus Deutschland und Schweden hingekarrt.


Und: Der Flughafen teilte mit, die 140 angekündigten Privatjets überforderten ihn, wie Telegraph.co.uk schreibt. Die Piloten seien gezwungen auf regionale Flughäfen auszuweichen.

:no::(:no:
 
Wie der Klimagipfel die Umwelt belastet

http://bazonline.ch/ausland/europa/Wie-der-Klimagipfel-die-Umwelt-belastet/story/15658180

Limousinen, Privatjets, überflüssige Gäste: Die 11-tägige Klimakonferenz in Kopenhagen wird so viel CO2 produzieren wie eine Stadt mit 150'000 Einwohnern.






:no::(:no:

Als ob das angesichts des globalen Ausstoßes von klimatologisch relevanten Gasen ins Gewicht fallen würde. Da hat wiedereinmal jemand nach einer Schlagzeile gesucht, die beim oberflächlichen Lesen gut ankommt. Wenn man diese Kriterien zugrunde legt, kann man nahezu jedes Handeln dekonstruieren.
 
Wofür gilt diese Aussage eigentlich nicht.......:think:.

Ergo kann ja jeder alles machen, jeweils für sich genommen fällt es ja nicht ins Gewicht.

Alles Folgende erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit und ist selbstverständlich nur meine persönliche Meinung:

Man kann deine Aussage genau so sehen wie du das hier interpretierst. Uns ist allen bewusst, dass sich ein solches Verhalten global gesehen natürlich nicht vertreten lässt. Individualistisch betrachtet kann man aber wohl kaum etwas dagegen sagen. Treten wir doch mal einen Schritt zurück und betrachten Menschen in verschiedenen Teilen der Welt.
Wer will dem einzelnen Chinesen oder Äthiopier der verbieten seinen Ausstoß an Klimagasen weiter zu vergrößern? Wir Europäer, die wir durch unsere Kolonialpolitik maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass diese Menschen heute zu großen Teilen in absoluter Armut leben und weder das Geld noch andere Mittel haben auch nur ansatzweise klimaneutral einen höheren Lebensstandart zu erreichen? Ob das vertretbar ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Den Menschen dort wird es egal sein.
Aber was macht im Gegenzug der Europäer oder Nordamerikaner? Ja wenn die Chinesen ihren Pro-Kopsfausstoß immer weiter erhöhen, warum soll man dann hier/dort zurück stecken? Man hat ohnehin das Problem der Wohlstandsabwanderung nach Asien. Dann soll man sich auch noch durch selbst auferlegte Einschränkungen selbst Hürden in den Weg stellen? Das wird das Individuum auch kaum einsehen und selbst wenn, sich im täglichen Leben nicht daran halten.
In meinen Augen handelt es sich hier weniger um die Frage ob man sich so verhalten kann oder soll, sondern eher ob unter den gegeben Rahmenbedingungen das Verhalten der Menschen überhaupt beeinflussbar ist. Genau das bezweifle ich nämlich. Selbst wenn alle Teilnehmer der Konferenz mit Tretbooten und Fahrrädern angereist wären, hätte das in 2 Wochen keinen Menschen mehr interessiert. Davon wird in der dritten Welt nämlich niemand satt und die entwickelte Welt ist gesättigt von Symbolismen.

Zudem frage ich mich ernsthaft warum es eigentlich keinen Diskurs über den antropogenen Einfluss auf den Klimawandel gibt. Das wird mittlerweile ja schon als gegeben hin genommen und das CO2 steht als DER Klimakiller da.
Dazu 2 Gedanken:
- Die Hockeystick-Kurve auf die sich die Klimatologen immerwieder berufen um den rasanten Temperaturanstieg seit Beginn der industriellen Revolution zu belegen, wird von einigen ihrer Zunft selbst stark in Zweifel gezogen. Darüber hinaus hat die Universität von East Anglia die Primärdaten, welche zu der Erstellung der Kurve benötigt werden/wurden angeblich aus Platzgründen vernichtet. Man stützt sich hier also auf eine vage These über den Zusammenhang von Emission und Temperaturverlauf ohne zwingend kausalen Zusammenhang, die mittlerweile nichteinmal mehr belegbar ist und darüber hinaus von einer Gruppe von Experten angezweifelt wird? Ich bin bei Gott kein Verschwörungstheoretiker aber das riecht für mich schwer danach, dass hier verdammt viel Geld zu verdienen ist.
- Man nehme mal an, dass der antropogene Klimawandel ein Fakt ist. Warum hat sich die Diskussion so auf das CO2 eingeschossen? Vielleicht weil man mit technischen Möglichkeiten (die die Allgemeinheut Geld kosten) dazu in der Lage ist, den Ausstoß eben dieses Gases zu reduzieren ohne, dass dabei ein signifikanter Wandel stattfinden müsste? Warum diskutiert niemand über den Einfluss von Methan, dessen Treibhauspotential um ein vielfaches höher ist? Reduzierte man den westlichen Konsum von Fleisch würde durch eine geringere Zahl an Nutztieren weniger Methan ausgestoßen. Davon redet aber auch niemand. Auch wenn der Effekt kleiner sein mag aber nur CO2 ist Bestandteil der Diskussion und geht damit in meinen Augen am Problem vorbei.

Sobald das Erdöl wirklich anfängt knapp zu werden und es sich ein großer Teil der Weltbevölkerung nichtmehr wird leisten können Waren und Dienstleistungen zu konsumieren, in die Erdöl auch nur ansatzweise einen Anteil hat, wird sich das Problem ohnehin "von selbst" lösen. Dann haben wir mit Sicherheit auch keine 6 Mrd. Menschen mehr auf der Erde. Aber das muss ja nicht das Thema eines Artikels sein, wenn man darüber schreiben kann, dass die bösen Politiker, auf die man alles Übel projezieren kann sich systemfeindlich verhalten.

Ich hoffe du fühlst dich nicht angegriffen. Der Beitrag war nicht gegen dich gerichtet, sondern allgemein gegen die heuchlerische und kurzfristige Betrachtungsweise unserer Gesellschaft.
 
Alles Folgende erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit und ist selbstverständlich nur meine persönliche Meinung:

Wir Europäer, die wir durch unsere Kolonialpolitik maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass diese Menschen heute zu großen Teilen in absoluter Armut leben und weder das Geld noch andere Mittel haben auch nur ansatzweise klimaneutral einen höheren Lebensstandart zu erreichen?
Ich habe mir nur mal diesen Passus von Dir herausgegriffen, weil er Deine Denkrichtung exemplarisch belegt.
Unabhängig davon, wie die Industrienationen sich heute und in Zukunft in der Frage der Klimapolitik verhalten, wird am Beispiel der 3. Welt, aber auch China, Indien und anderen Ländern, von bestimmten Gruppierungen (ich nenne es mal vereinfachend: links von der Mitte stehend) immer wieder die Kolonialpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts als die Ursache für alle Fehlentwicklungen dort betrachtet, eigentlich schon angeprangert. Dadurch, daß dies immer wieder geschieht, wird das Argument aber nicht richtiger; im Gegenteil, es manifestiert auch eine in diesen Kreisen durchaus vorhandene Neigung nach dem Motto: "Wir sind ja nicht schuld, die bösen, bösen damaligen Kolonialpolitiker und heutigen Imperialisten (voran die USA, natürlich) sind schuld, und dann sollen die doch auch die Kartoffeln aus dem Feuer holen. Die Fehlentwicklungen in den ehemaligen Kolonien haben heute nichts, aber auch garnichts mehr mit dem zu tun, was dort heute geschieht, oder besser gesagt, nicht geschieht. Ausnahmen davon (z.B. Südafrika) bestätigen nur die Regel. Und wenn ich mir den Verfall des einst blühenden Südrhodesien, heute Simbabwe, anschaue, dann graust es mich, was dieser ehemals so hoffnungsvoll gestartete Robert Mugabe aus diesem Land gemacht hat, und das ist wirklich nicht kurios.
 
Zuletzt bearbeitet:
In wiefern ist es nicht relevant, dass die Kolonialisation diese Länder ihrer ökonomischen Autarkie beraubt hat?
Man schaue sich nur mal die afrikanischen Länder an. Dort wurden funktionierende Land- und (nach heutigen Maßstäben auch in begrenztem Umfang) funktionierende Volkswirtschaften völlig umgestaltet und zu Produzenten von Gütern degradiert, die in Europa gerade gefragt waren; sei es Baumwolle, Kaffee oder Zucker.
Das diese Länder nach dem Durchlaufen dieser Prozesse für sich alleine nichtmehr wirtschaftlich stabil und leistungsfähig sein können sollte doch klar sein.
Zu allem Überfluss führt die Abhängigkeit vom IWF in die man sich begeben hat/musste zur Auferlegung von Liberalisierungsmaßnahmen, wie dem Abbau von tarifären und nicht tarifären Handelshemmnissen, Privatisierung und dem Abbau staatlicher Einflussnahme auf die Wirtschaft.
Wenn dann noch die Waren, welche nach dem Umbau der Strukturen in diesen Ländern produziert und zum Export angeboten wurden, im Ausland subventioniert und durch technische Hilfsmittel billiger am Weltmarkt angeboten werden können, hat man als Volkswirtschaft natürlich ein Problem.
Warum bekommt man denn in Afrika auf den Märkten europäische Nahrungsmittel? Schlicht weil unsere Agrarsubventionen sie so viel günstiger machen, dass die dort ansässigen Bauern mit dem Preis nicht konkurrieren können. Besonders "Abfallprodukte" wie Hühnerflügel, die hier niemand haben will (man isst in Europa fast ausschließlich Brustfleisch), werden zu Schleuderpreisen dorthin exportiert. Schutzzölle sind nach IWF-Maximen wie gesagt natürlich verboten.
Gerade wenn man sich das Beispiel Argentiniens anschaut, die einmal mit Unterstützung des IWF und einmal ohne dessen Hilfe und Bedingungen eine Restrukturierung durchlebt hat, sieht man recht anschaulich, dass die Liberalisierung der Märkte, welche diesen Ländern auch wieder von außen auferlegt wird, nicht die Lösung von deren Problemen ist und in erster Linie die ohnehin Reichen profitieren.

Die Kolonialisierung hat die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kolonien letztlich massiv geschmälert. Dazu kommt dort ein massives Erwerbspersonenpotential, das nach steigendem Wohlstand giert. Mit welcher Legitimation will man an Stelle Europas also diesen Ländern vorenthalten, was hier seit hundert Jahren geschehen ist und geschieht?
Haben nur wir uns auf Kosten der Umwelt entwickeln dürfen und verweigern dieses Recht allen anderen?
Von einem neutralen Standpunkt aus gesehen wäre es zugunsten unser aller Zukunft natürlich sinnvoller, wenn man weltweit an einem Strang ziehen und sich gewissen Standarts verpflichten würde. Das funktioniert aber wieder nur, wenn es wirklich auch ausnahmslos alle Länder dieser Erde umfasst. Als Mitverursacher der Missstände haben wir in meinen Augen allerdings nicht die moralische Grundlage solcher Diktate.

Ich heuchle auch nicht, dass ich selbst alles anders machen würde, wenn ich denn könnte. Immerhin profitieren wir alle von diesem System und leben sehr sehr gut davon. Dennoch sollte man sich zumindest eingestehen, dass dies nicht per se so ist.

Jetzt würde mich aber dein Standpunkt interessieren, in wiefern sich die ehemaligen Kolonien selbstverschuldet in ihren aktuellen Umständen befinden. :)
 
In wiefern ist es nicht relevant, dass die Kolonialisation diese Länder ihrer ökonomischen Autarkie beraubt hat?
Man schaue sich nur mal die afrikanischen Länder an. Dort wurden funktionierende Land- und (nach heutigen Maßstäben auch in begrenztem Umfang) funktionierende Volkswirtschaften völlig umgestaltet .....

Ich vermisse hier einen Smiley....was hat da bitte funktioniert? Es gab ja kaum Staaten noch "Völker" nach unserem heutigen Verständnis.

Zudem gibt es Länder, die es trotz (oder gerade wegen) einer Vergangenheit als Kolonie "geschafft" haben.

Vielleicht ist es etwas kurz gefasst, für die Negativentwicklung von Exkolonien immer die ehemalige Kolonialmacht anzugreifen, also beim Versagen Nigerias England, beim Modell Singapur/Hong Kong es aber nicht beachten zu wollen.

Die meisten Staaten hatten nun einige Jahrzehnte Unabhängigkeit und ich denke durchaus, die lokalen Gegenbenheiten (v.a. Korruption) sollten bei deinen Erwägungen durchaus eine Rolle spielen. Oder ist daran auch nur die Kolonialmacht schuld. Man kann es sich ja auch soooo einfach machen.

"Was kann ich dafür, dass ich eine Exkolonie bin...."
 
Ich vermisse hier einen Smiley....was hat da bitte funktioniert? Es gab ja kaum Staaten noch "Völker" nach unserem heutigen Verständnis.
Was funktioniert hat? Die Menschen haben autark gelebt! Sie konnten sich ernähren ohne Baumwolle auf dem Weltmarkt anbieten zu müssen, den es aber anderswo günstiger gab. Man hat Ackerbau betrieben und sich selbst versorgt.
Und richtig - es gab nicht alle die Nationalstaaten, die wir heute kennen. Was ist denn aber mit Reichen wie Algerien, Ägypten, Tunesien, Mombasa oder Marokko? Sind das keine Staaten?
Letztlich ist es doch völlig irrelevant ob es dort Nationalstaaten gab oder nicht. Die Menschen dort haben sich ohne Einflüsse von außen entwickelt. Mit der Kolonialisierung wurden aber plötzlich die existierenden Gebilde von Stämmen und Territorien nach dem Gutdünken der Eroberer festgelegt, die mit Sicherheit weder über das Fingerspitzengefühl verfügen wollten, noch das Wissen hatten wie sie dies optimal taten.
Wie bei der Wirtschaftspolitik war auch das eine Oktroyierung von außen.

Zudem gibt es Länder, die es trotz (oder gerade wegen) einer Vergangenheit als Kolonie "geschafft" haben.

Vielleicht ist es etwas kurz gefasst, für die Negativentwicklung von Exkolonien immer die ehemalige Kolonialmacht anzugreifen, also beim Versagen Nigerias England, beim Modell Singapur/Hong Kong es aber nicht beachten zu wollen.
Ich kenne keine Kolonie, die sich nicht auf Kosten anderer Regionen positiv entwickelt hätte.
Hong Kong ist doch kein Tabuthema. Als Wirtschafts- und v.a. Handelsstandort ist die Region extrem aufgeblüht. Aber warum denn? Wegen den günstigen Handelsvoraussetzungen und der Ausbeutung der umliegenden Gegenden Chinas.
Das war aber kein Hexenwerk. Man biete einfach international führende Bedingungen auf einem Sektor und man wird die Ansiedelung dieses Sektors unweigerlich herbei führen.
Worin ist denn der Aufstieg Irlands begründet? Dort hat man eben ein Steuermodell etabliert, das auf Kosten anderer EU-Länder die Ansiedlung von Firmensitzen im Land massiv befördert. Die Früchte erntet man selbst, während die anderen sehen können wo sie bleiben.
Von daher ist Hong Kong für mich kein Paradebeispiel für positiven Kolonialismus.

Die meisten Staaten hatten nun einige Jahrzehnte Unabhängigkeit und ich denke durchaus, die lokalen Gegenbenheiten (v.a. Korruption) sollten bei deinen Erwägungen durchaus eine Rolle spielen. Oder ist daran auch nur die Kolonialmacht schuld.
Natürlich spielt Korruption, ständig wieder aufflammende Bürgerkriege und die Instabilität eine Rolle. Wenn nicht sogar DIE Rolle.
Dafür, dass es diese Phänomene dort gibt, muss es in meinen Augen aber einen Grund geben. Völker schlachten sich ja nicht mal eben so gegenseitig ab, weil das deren Wesen ist. Die Ursachen dafür sind in einem Faktum begründet, das ich oben bereits genannt habe. Man hat Grenzen gerade durch Schwarzafrika gezogen, denen keinerlei Sinn und Verstand zugrund lag. Wer glaubt denn ernsthaft, dass bei einer unbeeinflussten Entwicklung jemals ein Nationalstaat Ruanda entstanden wäre, bei dem verfeindete Gruppen wie Hutu und Tutsi zusammengefasst werden? Gleiches ist doch im Irak geschehen. Dort hat man verschiedene Volksgruppen zu einem künstlichen Staatengebilde zusammengefasst und wundert sich nun, fast 100 Jahre später, dass diese jeweils gegeneinander und um die Vorherrschaft kämpfen. In den westlichen Medien berichtet wird aber nur über die bösen Terroristen, die ihre guten amerikanischen Freunde aus dem Land jagen wollen. :rolleyes:


Man kann es sich ja auch soooo einfach machen.
Sehe ich auch so. ;)


"Was kann ich dafür, dass ich eine Exkolonie bin...."
Genau. Das sagen sich Millionen Afrikaner und legen Tag für Tag die Beine hoch, haben ein feines Leben und warten einfach auf die Entwicklungshilfe, die wir ihnen in unserer ganzen Gnade darbringen.
 
Jetzt würde mich aber dein Standpunkt interessieren, in wiefern sich die ehemaligen Kolonien selbstverschuldet in ihren aktuellen Umständen befinden. :)
Wo hast Du das in meinem Beitrag gelesen?
Die Geschichte Afrikas, der Kolonien und der Kolonialmächte ist nur etwas komplizierter, als Du es in Deinem etwas zu einfachen Weltbild darstellst. Aber tröste Dich, Du bist nicht alleine. Insbesondere Journalisten greifen gerne in diese Kiste, machen 7 Tage eine Reise in ein afrikanisches Land und begreifen sich dann als Experten. Da ist mir Peter Scholl-Latour dann doch noch lieber. Er schwafelt inzwischen zwar auch, kennt aber wenigstens die Orte und Menschen recht gut, über die er spricht.
Es ist, wie immer im Leben, alles Ansichtssache und eine Frage des Standpunktes, auch was Afrika und die Kolonien betrifft. Übrigens, Europa hat auch mehr als 1000 Jahre Kolonialismus und blutige "Stammeskriege" erlebt. Erst waren es die Römer, dann in gewisser Weise Rom, England, Frankreich, Spanien, Österreich, das osmanische Reich, nicht zu vergessen Preußen, und dann eben auch das Deutsche Reich zwischen 1938 und 1945. Wir Europäer haben aus unserer gemeinsamen Geschichte gelernt, das fehlt mir in Afrika, und Du hast ja selber Ruanda erwähnt. Das ließe sich beliebig fortsetzen über die Bürgerkriege in Nigeria, Angola (was hatten die Kubaner eigentlich dort zu suchen?), unzählige Stammeskriege mit einer Grausamkeit ohnegleichen. Selbst in einem der ältesten unabhängigen Staaten, Liberia (seit 1847 unabhängig) metzelte man sich gegenseitig hin. Das alles hat nichts mehr mit den ehemaligen Kolonialherren zu tun, aber natürlich, und da hast Du bedingt recht, mit den geopolitischen Gegebenheiten. Stellvertreterkriege wäre da ein Stichwort. Nun sind wir aber sehr weit von der Luftfahrt entfernt, und deshalb beschließe ich jetzt mal mein "Proseminar". :yes:
 
Was funktioniert hat? Die Menschen haben autark gelebt! Sie konnten sich ernähren ohne Baumwolle auf dem Weltmarkt anbieten zu müssen, den es aber anderswo günstiger gab. Man hat Ackerbau betrieben und sich selbst versorgt.
Und richtig - es gab nicht alle die Nationalstaaten, die wir heute kennen. Was ist denn aber mit Reichen wie Algerien, Ägypten, Tunesien, Mombasa oder Marokko? Sind das keine Staaten?
Letztlich ist es doch völlig irrelevant ob es dort Nationalstaaten gab oder nicht. Die Menschen dort haben sich ohne Einflüsse von außen entwickelt. Mit der Kolonialisierung wurden aber plötzlich die existierenden Gebilde von Stämmen und Territorien nach dem Gutdünken der Eroberer festgelegt, die mit Sicherheit weder über das Fingerspitzengefühl verfügen wollten, noch das Wissen hatten wie sie dies optimal taten.


Auch wenn ich deine Gedanken weitegehend nachvollziehen kann erscheint mir einiges schon arg naiv. Es haben die Menschen der heutigen DrittenWelt eben NICHT autark und "ohne Einflüsse von aussen" gelebt und entwikclet bis die bösen Europäer kamen und Kolonien draus gemacht haben.

Gerade deine nordafrikanischen Beispiele sind dafür die besten Präzendenzfälle - Araber waren nicht immer dort!

Eroberer kommen und gehen, Völker und Kulturen vermischen sich, werden assimiliert oder gehen unter. Das kann man nun schlecht finden, akzeptieren muss man es trotzdem.

An meiner Aussage, dass verschiedene Exkolonien Unterschiedliches aus ihrer Situation gemacht haben und sich die afrikanischen (südl. der Sahara offenichtlich besonders schwer damit tun, bleibe ich dennoch.

Aber wir schweifen nun völlig vom Thema ab - daher kommt jetzt von meiner Seite nichts mehr dazu.

Schönen Abend noch!
 
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