Schmetterlinge, Bienen und Co

MUCCUM

Mitglied
Es ist zwar ein Forum der großen Flieger, aber hier geht es dann aktuell doch um die "kleinen Flieger", die unsere Hilfe nötig haben:

https://volksbegehren-artenvielfalt.de/

Etwas weniger an Pestizide und das eine oder andere Gebüsch mehr sollte eigentlich machbar sein. Ohne Nachdruck der Bevölkerung wird es aber sicher nicht so schnell dazu kommen. Daher: Einschreibetermin in den Rathäusern 31.01. bis 13.02.19.
In meinen Augen etwas, was man auch als MUC- oder Flugzeug-Fan unterstützen kann oder sollte. Ist doch ganz schön anzusehen, wenn unten die dicke Hummel durch den Garten brummt während weit oben die großen Vögel unterwegs sind.
Die FMG ist in der Hinsicht ja auch nicht untätig.

Gruß, MUCCUM
 

Tomm

Mitglied
Hallo liebe Bienenfreunde,

bevor ihr in den nächsten Tagen euer Kreuzchen macht, lasst euch doch bitte vorher ganz unverbindlich einige der folgenden Fragen durch den Kopf gehen:
Kennt ihr eigentlich den genauen Inhalt des Volksbegehrens? (Oder nur die schönen und modernen „Schlagwörter“ ökologisch, Bienen retten, usw…)
  • Wusstet ihr, dass es darin um 8 gesetzliche Vorschriften und/oder Verbote geht?
  • Habt ihr euch schon mal gefragt, warum die Maßnahmen ausschließlich die Landwirtschaft betreffen? (kein Verkehr, keine Industrie, keine Gewerbe, keine Privatflächen …)
  • Habt ihr schon mal mit Landwirten gesprochen, warum sie wie wirtschaften und welche Auswirkungen das Volksbegehren für sie hat? (vor allem für kleine flächen-schwache Betriebe)
  • Wusstet ihr, dass deutsche Landwirte auch jetzt schon 900.000 Hektar Zwischenfrüchte angesät und 308.000 Hektar förderfähige Fläche aus der Produktion genommen haben? (völlig freiwillig und ganz ohne gesetzliche Verbote und Vorschriften)
  • Wusstet ihr, dass die Macher der Studie zum Insektenschwund, nach welcher die Landwirtschaft einer von vielen verschiedenen Gründen sein könnten, ausdrücklich darauf hinweisen, wegen fehlender Analysen keine klare Aussage für die genauen Gründe machen zu können! (ruhig mal genauer hinschauen und nicht nur Schlagzeilen lesen)
  • Wusstet ihr, dass laut Imkerbund die Zahl der Bienenvölker seit 2010 stetig steigt? Lediglich die Zahl der Wildbienen nimmt ab. Denen helfen auch keine Imker im Kampf gegen den wahrscheinlich größten Grund des Bienensterbens, die Varroamilbe.
  • Habt ihr gewusst, dass Deutschland der größte Abnehmer von Glyphosat nicht die Landwirtschaft sondern die Deutsche Bahn ist?
Diese „Fragestunde" könnte man natürlich noch beliebig fortsetzen …

Aber vorerst möchte ich mich bei allen bedanken, die sich die Zeit hierfür genommen haben und vielleicht sogar den einen oder anderen Gedanken dazu gemacht haben.

Noch kurz zum Abschluss, wenn ihr der Umwelt und den Bienen helfen wollt, erreicht ihr an der Supermarktkasse und durch eigenes Handeln im Job, Urlaub und im Privaten immer mehr als mit Kreuzchen X
 

hangar7

Mitglied
Danke für den super Beitrag, Tomm!

Hinzuzufügen ist hier ausdrücklich noch, dass die Bauern nun von genau dem Geist geschnitten werden, mit dem sie sich nur all zu oft eingelassen haben! Denn wir wir ja alle wissen, protestieren und prozessieren z.B. bei neuen Umgehungsstraßen und eben auch Startbahnen die Bauern immer schön zusammen mit Grünen und Bund Naturschutz. Doch nun fallen Grüne und BN genau jenen in den Rücken, mit denen sie immer stramm in Reih und Glied marschieren. Nun sollten die Bauern endlich schmerzhaft erkennen, dass sie für Grüne und BN bei sowas nur und nur Handlanger und Mittel zum Zweck waren und sind, um ihre eigen extremen Interessen durchzusetzen! Kaum hat man mit Hilfe der Bauern ein paar Infrastrukturprojekte gestoppt bzw. massiv verzögert, wirft man sie einfach wie einen Handschuh ins Eck und tritt mit dem Fuß drauf...

Soviel dazu und ich würde mich sehr freuen, wenn dieses Volksbegehren dazu führen würde, zwischen Grüne/BN und Bauern einen Keil zu treiben bzw. die Bauern sich selbst massiv von denen lossagen.
 

DirtyCrow

Mitglied
Ich habe mich am Wochenende ziemlich lange mit meinem Onkel, seines Zeichens Landwirt, über das Thema unterhalten und etliche, halbwegs neutrale, Artikel gelesen.
Alles zusammen bin ich zum Schluss gekommen, dass ich dieses Volksbegehren nicht unterstützen werde.

Nichtsdestotrotz bin ich sicher, dass die erforderlichen 950 000 Stimmen locker erreicht werden und vermutlich zum größten Teil aus Regionen, die weder mit Landwirtschaft an sich, noch mit Bienen oder Natur überhaupt was zu tun haben.
 

Leser

Mitglied
...und genau das wird geschehen.....weil 99% der Kreuzleinmacher glauben, dass durch ihr Kreuz bei der Abstimmung automatisch die Bienen gerettet werden :confused:

Ich habe auch Bauern im Ort und bin im Dialog mit denen.....und ich helfe der Artenvielfalt dadurch, dass ich bei eben diesen Bauern alles kaufe, was machbar ist (Eier, Milch, Mehl, Nudeln, alles an Gemüse, Fleisch ect.).

DAMIT hilft man z.B. … aber nicht durch ein Kreuz auf einem Abstimmzettel.
 

MUCfreak

Mitglied
DAMIT hilft man z.B. … aber nicht durch ein Kreuz auf einem Abstimmzettel.
Irrelevant. Die Leute brauchen nur das Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun, schon halten sie sich für Heilige und hören dann auch gleich auf damit.
Im hippen Bioladen gekauftes Essen wird zur Häfte ins Gebüsch gekippt.
Der verantwortungsbewusste LMU-Student, der leidenschaftlich Grün wählt, kann es ohne Probleme mit seinem Gewissen vereinbaren, im Sommer am Flaucher seinen Grill-Müll in die Isar zu kippen, die Verpackungen liegen zu lassen und mit den Flaschen „Weitwurf“ zu spielen.
Der Kapitalismus-und Globalisierungsgegner der bei G20 Autos anzündet und das dann mit dem iPhone filmt.
Mein Lieblingsmensch: „Ich tue was gegen Umweltverschmutzung und stimme gegen die dritte Bahn“ sagt er und bucht die Woche drauf den dritten Wochenendtrip dieses Jahr zum Ballermann, „weil man da so geil feiern kann“
Und, mein Favorit: „WIR SIND FRIEDLICH, WAS SEID IHR!!!“ währenddessen Steine und Flaschen fliegen.

Man muss sich nur einreden, man wäre der größte Heilige der Welt, dann ist’s man auch. Oder nicht ?

Und das war auch schon meine Kritik an der Gesellschaft für dieses Mal.
 
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Bruchpilot

Mitglied
Hallo liebe Bienenfreunde,

bevor ihr in den nächsten Tagen euer Kreuzchen macht, lasst euch doch bitte vorher ganz unverbindlich einige der folgenden Fragen durch den Kopf gehen:
Kennt ihr eigentlich den genauen Inhalt des Volksbegehrens? (Oder nur die schönen und modernen „Schlagwörter“ ökologisch, Bienen retten, usw…)
  • Wusstet ihr, dass es darin um 8 gesetzliche Vorschriften und/oder Verbote geht?
  • Habt ihr euch schon mal gefragt, warum die Maßnahmen ausschließlich die Landwirtschaft betreffen? (kein Verkehr, keine Industrie, keine Gewerbe, keine Privatflächen …)
  • Habt ihr schon mal mit Landwirten gesprochen, warum sie wie wirtschaften und welche Auswirkungen das Volksbegehren für sie hat? (vor allem für kleine flächen-schwache Betriebe)
  • Wusstet ihr, dass deutsche Landwirte auch jetzt schon 900.000 Hektar Zwischenfrüchte angesät und 308.000 Hektar förderfähige Fläche aus der Produktion genommen haben? (völlig freiwillig und ganz ohne gesetzliche Verbote und Vorschriften)
  • Wusstet ihr, dass die Macher der Studie zum Insektenschwund, nach welcher die Landwirtschaft einer von vielen verschiedenen Gründen sein könnten, ausdrücklich darauf hinweisen, wegen fehlender Analysen keine klare Aussage für die genauen Gründe machen zu können! (ruhig mal genauer hinschauen und nicht nur Schlagzeilen lesen)
  • Wusstet ihr, dass laut Imkerbund die Zahl der Bienenvölker seit 2010 stetig steigt? Lediglich die Zahl der Wildbienen nimmt ab. Denen helfen auch keine Imker im Kampf gegen den wahrscheinlich größten Grund des Bienensterbens, die Varroamilbe.
  • Habt ihr gewusst, dass Deutschland der größte Abnehmer von Glyphosat nicht die Landwirtschaft sondern die Deutsche Bahn ist?
Diese „Fragestunde" könnte man natürlich noch beliebig fortsetzen …

Aber vorerst möchte ich mich bei allen bedanken, die sich die Zeit hierfür genommen haben und vielleicht sogar den einen oder anderen Gedanken dazu gemacht haben.

Noch kurz zum Abschluss, wenn ihr der Umwelt und den Bienen helfen wollt, erreicht ihr an der Supermarktkasse und durch eigenes Handeln im Job, Urlaub und im Privaten immer mehr als mit Kreuzchen X
Naja, ganz so einfach ist es denn doch nicht. Die Landwirtschaft kontrolliert nun mal 50% der Flächen, hier anzusetzen ist also sicher nicht vollkommen ineffektiv. Und natürlich trägt auch das - den Bauern von der Wirtschaft aufgezwungene - "effektive" Bewirtschaften der Flächen zum Artensterben bei.
Ja, die Zahl der Zucht-Bienen ist in den jüngeren Jahren wieder angestiegen, aber noch meilenweit hinter den Werten vergangener Jahre her. Hier mit "die Zahlen steigen wieder" zu argumentieren, ist in etwa so richtig, wie das Magerlsche "Die Flüge gehen zurück", weil es mal eine kurze Delle in der Entwicklung gab.

Trotzdem ist das aktuelle Volksbegehren eben zu stark auf dem Rücken der Bauern geschnitzt. Die angedachten Schutzmaßnahmen können nur funktionieren, wenn es dafür staatliche Subventionen für die Landwirtschaft gibt, die deren Auskommen sichern - die dann wieder von findigen Leuten auch ausgenutzt werden können.

Das einzig gute an dem Volkbegehren ist, daß das Artensterben an sich überhaupt in der Öffentlichkeit thematisiert wird.
 

pkautzsch

Mitglied
Trotzdem ist das aktuelle Volksbegehren eben zu stark auf dem Rücken der Bauern geschnitzt. Die angedachten Schutzmaßnahmen können nur funktionieren, wenn es dafür staatliche Subventionen für die Landwirtschaft gibt, die deren Auskommen sichern - die dann wieder von findigen Leuten auch ausgenutzt werden können.
Bauern können sich anpassen wie jeder andere Wirtschaftszweig auch. Hierbei können Subventionen helfen - aber bitte nicht einfach als "Ausgleich für schrumpfenden Gewinn" sondern als Anreiz zur Umstellung auf umweltverträglichere Bewirtschaftung. Zinslose Darlehen für entsprechende Investitonen, und auch Steuervergünstigungen fallen mir als erstes ein.
Dass man auch heute schon ohne große Mengen Gift solide wirtschaften kann, zeigt die zunehmende Zahl der Bio- und Öko-Betriebe, die meist von einer jüngeren, unternehmerischer denkenden Generation bewirtschaftet werden.
Sicherlich wird das Gejammer ähnlich sein wie bei der Autoindustrie, wenn strengere Grenzwerte anstehen, oder bei der DB, wenn im Dezember überraschenderweise Schnee fällt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bruchpilot

Mitglied
Und weil das so gut gelingt, geben jedes Jahr zwischen 3 und 5 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe hierzulande auf, womit die Konzentration auf industrielle Großbetriebe immer stärker zunimmt. DA hilft es dann auch nicht, wenn die sich ein Bio-label um den Hals hängen.

Passt euch an, oder verschwindet ist natürlich ein guter Rat. Deutschland als Industrienation braucht so was langweiliges und altmodisches, was nicht mal auf Bienen aufpassen kann, eh nicht. Vielleicht sollten wir uns mehr auf Autos und Flugzeuge konzentrieren, und Landwirtschaft einfach gleich komplett abschaffen. Die bringen ja eh nur die armen Bienen um.
 

pkautzsch

Mitglied
Und weil das so gut gelingt, geben jedes Jahr zwischen 3 und 5 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe hierzulande auf, womit die Konzentration auf industrielle Großbetriebe immer stärker zunimmt. DA hilft es dann auch nicht, wenn die sich ein Bio-label um den Hals hängen.

Passt euch an, oder verschwindet ist natürlich ein guter Rat. Deutschland als Industrienation braucht so was langweiliges und altmodisches, was nicht mal auf Bienen aufpassen kann, eh nicht. Vielleicht sollten wir uns mehr auf Autos und Flugzeuge konzentrieren, und Landwirtschaft einfach gleich komplett abschaffen. Die bringen ja eh nur die armen Bienen um.
So war das nicht gemeint, siehe Verweis auf Subventionen. :) Etwas patzig formuliert habe ich es vielleicht.
Gerade kleine Betriebe sind doch meist flexibler, auch wenn ihnen die Finanzpolster der "Großen" fehlen, und da kommt das Thema Subvention ins Spiel. Ich komme öfters ins Gespräch mit Landwirten, und habe auf diese Weise den Eindruck gewonnen, dass "Bio" sich, richtig gemacht und unternehmerisch gedacht, immer rentiert.
Wer sich nicht rechtzeitig auf veränderte Bedingungen einstellt, hat Einbußen. Das ist bei jedem kleinen Handwerkerle so, das ist bei Autoherstellern (Opel) und Flugzeugbauern (A350, MoM-Flieger?) genauso, und bei Dinosauriern und Bienen ebenfalls. Darwin lässt grüßen.
Wir Menschen können, im Gegensatz zu den Dinosauriern, entscheiden, wie stark wir die Bedingungen verändern - sowohl für die Bienen als auch für die Bauern - , und welche Beeinträchtigungen wir in Kauf nehmen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden und dann sein Kreuzchen machen...

Als ich letzten Samstag über den Marienplatz spazierte, war die Schlange zum Volksbegehren derart lang, dass über den Ausgang keine Zweifel bestehen.
 
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