Notlandung-Meldung an Lotsen

Stefan

Mitglied
Hab mir mal die im Unfälle-Thread geposteten links zur Notwasserung im Hudson angeschaut (Aufzeichnung und Transkripte des Funkverkehrs).

Wenn ich es nicht überlesen habe, gibt es da nirgends eine "offizielle" Meldung vom Piloten zur Notwasserung. Offenbar kurz vor dem Aufsetzen sagt er "we're gonna be in the Hudson", aber nicht (wie ich als Laie mir das so verstelle) irgendwas wie: "Wir wassern jetzt im Hudson, schickt die Rettungsteams los".
Ist klar, dass die Crew in den Minuten extrem beansprucht war und alle Hände zu tun hatte, das Flugzeug bestmöglichst auf dem Wasser aufzusetzen, aber wie erfährt die Flugsicherung oder wer dafür zuständig ist, davon, dass jetzt definitiv ein Flugzeug notlandet/-wassert und wo genau? Nehmen die das einfach an, wenn das Flugzeug vom Radar verschwindet. Oder gibt es einen "SOS-Knopf" im Cockpit, der nach Auslösen automatisch Notrufe und vielleicht Positionsangabe absendet, ohne dass die Crew das selbst über Funk mitteilen muss?

Schon mal danke im Voraus für Anwort.
 
Servus,

wenn Du dir im Unfall Thread den Post von Munich http://www.mucforum.de/showpost.php?p=149072&postcount=2157 die Seite mit den verschiedenen FAA Aufzeichnungen durchliest (Transcript) und anhörst bekommst Du einen sehr guten Eindruck, wer mit wem worüber redet, und wie die Infos weitergetragen werden.
Die Class B Authority hat z.B. einen zivielen Helicopter um Hilfe gebeten, ihm doch a weng zu erzählen was sie sieht. Der Coordinator hat die Infos vom NewYork Tracon (hatte den Haupt Funkkontakt) bekommen, dann auch bei anderen Stellen nachgefragt (u.a. Class B Auth), und schließlich erst über den JFK Controller nach einem Polizeihelicopter gefragt, und dann an die Port Authority eine Alarmmeldung herausgegeben. (Wenn ich mich an die Reihenfolge richtig erinnere)

Was die Position angeht. Leider kann man im Notfall sich ned immer darauf verlassen, dass das Flugzeug seine Position auch kennt.
Hier war es aber wohl so, dass das Flugzeug als Primärziel und Sekundärziel auf dem Radar war. (Primär - Simples Radarecho; Sekundär - Antwort vom Transponder (Hier sicher Mode-S (sendet noch zusätzliche Info wie Position und Mehr)) nach Anfrage durch ein Sekundärradar).
Also wusste der Controller wo der Flieger ist, wie hoch er ist usw. solange Radarkotakt vorhanden war. Natürlich gibt es an Bord von Flugzeugen auch Peilsender (ELT), aber ich glaub hier musste man ned lange nach dem Flugzeug suchen.

Man hört ja auch, dass der Coordinator erst von "Last known Position" spricht, und danach dazu übergeht "Im wasser auf höhe der USS Intrepid" zu sagen, nachdem er den Bericht der ClassB Auth hat.

Grüße
 
Hier war es aber wohl so, dass das Flugzeug als Primärziel und Sekundärziel auf dem Radar war.
Wohl dem, der noch eine primäre Radaranzeige hat... :shut: Ich rate daher von einer Notwasserung in der Isar ab! :dead:
 
Wenn sich Pilot und Lotse in Ihrer Muttersprache ohne größere Störungen unterhalten und dem Lotsen bewußt ist, was 'we lost BOTH engines' in der Praxis bedeutet, dann geht wie man sieht auch ohne MAYDAY-Call alles seinen Weg.

Da man aber nicht immer von einem dermaßen optimalen Kommunikationsumfeld ausgehen kann, kann es nicht schaden immer das 'Zauberwort' Mayday incl. Squawk 7700 zu benutzen.

'PAN' kommt außerhalbes 'Commonwealth' ;) eigentlich nicht mehr vor und ist meiner Meinung nach auch ziemlich sinnbefreit.

Gruß MAX
 
Danke für die Antworten.

Die Frage zum Notsender bzw. der Mitteilung über die genaue Position war mehr allgemein gemeint, nicht speziell zur Hudson-Wasserung. Löst sich so ein Peilsender dann automatisch aus im Falle eines Unfalls? Bei manchen Unfällen in unwegsamen Gebiet liest man schon auch mal, dass das betroffene Flugzeug nicht gleich gefunden werden konnte.
 
Danke für die Antworten.

Die Frage zum Notsender bzw. der Mitteilung über die genaue Position war mehr allgemein gemeint, nicht speziell zur Hudson-Wasserung. Löst sich so ein Peilsender dann automatisch aus im Falle eines Unfalls? Bei manchen Unfällen in unwegsamen Gebiet liest man schon auch mal, dass das betroffene Flugzeug nicht gleich gefunden werden konnte.

Theoretisch soll das ELT (Notsender) mittels Verzögerungsschalter auslösen, wenn es zu einem Unfall kommt. Wie zuverlässig die Dinger funktionieren ist m.E. allerdings fraglich, denn getestet werden diese nur in sehr weiten Intervallen.

Dafür sendet die neueste Generation allerdings neben 121,500 MHz und 242 MHz auch auf einer Frequenz, die mittels Satellit empfangen werden kann und somit nicht darauf angewiesen ist, von einem anderen Flieger empfangen und gemeldet zu werden. Desweiteren wird auch die Identifikation des 'gecrashten' Fliegers übermittelt - jetzt müsste man nur noch ein kleines GPS einbauen und alle Probleme wären gelöst...

Gruß MAX
 
7500 hätte in der Höhe und Position auch zum Abschuss geführt bevor er auf dem Wasser gewesen wäre. :( ;)

Verstehe ich nicht.

7700 ist besonders im verschachtelten Europäischen Luftraum wichtig, weil man nicht davon ausgehen kann, dass die benachbarten oder darunterliegenden Sektoren sofort informiert werden (können), besonders wenn die Sektorgrenze auch eine FIR/UIR-Grenze ist.

Ein Emergency Descent mit einer Rate of Descent > 6.000 fpm ohne Vorankündigung ist für einen Lotsen im 'Lower' bestimmt auch wenig lustig - frei nach dem Motto 'Alles gute kommt von Oben'. Ein 7700er leuchtet (nach unseren Infos) überall sofort und unübersehbar auf. Das meinte ich damit.

Gruß MAX
 
Verstehe ich nicht.

7700 ist besonders im verschachtelten Europäischen Luftraum wichtig, weil man nicht davon ausgehen kann, dass die benachbarten oder darunterliegenden Sektoren sofort informiert werden (können), besonders wenn die Sektorgrenze auch eine FIR/UIR-Grenze ist.

Ein Emergency Descent mit einer Rate of Descent > 6.000 fpm ohne Vorankündigung ist für einen Lotsen im 'Lower' bestimmt auch wenig lustig - frei nach dem Motto 'Alles gute kommt von Oben'. Ein 7700er leuchtet (nach unseren Infos) überall sofort und unübersehbar auf. Das meinte ich damit.

Gruß MAX

ich denke thefallen war gedanklich in richtung herbst 2001 unterwegs!?
 
Naja ... also ein tieffliegendes Flugzeug in Manhatten, dass 7500 squawkt - Ich denke da kann der Controllen brüllen "Der hat bloß en Engine Failure" wie er will ...

Bildlich gesprochen (natürlich nicht Technisch) würde der beim Controller in New York noch heller leuchten als en 7700er.

(Natürlich wäre es nicht sinnvoll gewesen für den Piloten im Hudson Zwischenfall auf 7500 zu gehen) Ich wollte eigentlich nur die brenzlichkeit eines tieffliegenden Flugzeuges in Manhatten ansprechen.

Grüße,
Jan

(@Stefan: Es gillt 7500 "unlawful intervention / hijack"; 7600 "lost com"; 7700 "emergency")
 
Zuletzt bearbeitet:
Geht auch gut zu merken; und bitte nicht zu ernst nehmen:

75 - man with knife
76 - da hört'ste nix
77 - go to heaven
 
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