Servus,
Ich hätte mal die folgende Fragen:
1. Gibt es eine maximal zulässige laterale Ablage vom geplanten Track bzw. wie weit darf man sich von der Mitte der Luftstraßen entfernen?
2. Wo sind zulässige Ablagen geregelt?
3. Und wie genau kann eigentlich der Pilot der Ideallinie folgen, wenn er manuell bzw. über selected Modes des Autopiloten fliegt?
1.
Ja! (theoretisch) Null!
ATC geht davon aus, dass der Flieger auf dem Strich fliegt. Das links und rechts der Centerline-Fliegen gibt es schon lange nicht mehr. Zumindest hier in Mitteleuropa (ich lass das mal so stehen

).
Mit Radar wuchs das Vertrauen der Piloten in die Performance der Lotsen.
Natürlich sind ATS Strecken gepuffert, aber das sind Verfahrenssicherheitspuffer und kein zusätzlicher Freiraum für Piloten.
2.
Deshalb steht auch nirgendwo etwas dazu.
3.
Er kann auf dem Strich fliegen. Sonst gäbe es z.B.: nach einem ILS-Anflug keine Landung.
Das man Enroute nicht genauso fliegt, sondern etwas gedämpfter, ist ja klar. Sonst würden die Paxe nach kurzer Zeit auch "Rolling Home" singen, oder - "M'r lasse d' Dom in Kölle!"
Aus der Anwendersicht ist damit die Navigationsgenauigkeit enroute 5NM, wobei da natürlich auch statistische Abwägungen eine Rolle spielen, denn sonst könnte man nach RNP5 nicht 2 Airways nur 10 NM nebeneinander verlegen, was aber öfters vorkommt.
Das komplizierte Gerechne von links/rechts und Öffnungswinkel bei Einsatz von NDB und VOR mit/ohne DME oder gar Intersections lassen wir mal weg. (Ich weiß es allerdings auch nicht.)
Die Bauvorschrift für die RNAV-Geräte fordert RNP5, d.h. das Gerät muss über 95% der Zeit innerhalb der Toleranz (5NM) sein. ATC will Dich aber trotzdem "auf" dem Strich sehen. Das schafften aber bereits die alten Kisten von King, Garmin, Apollo, usw. vor 20 Jahren und das ist heute überhaupt kein Thema mehr, man fliegt wirklich wie auf Schienen, im Gegensatz zu den diversen Turn Anticipation Algorithmen. Diese 5 NM im RNP5-Mode bedeuten auf das HSI projiziert, dass ein Dot Ablage gleich 1 NM Ablage entspricht. Aber wenn Du händisch flögest (Charly kann das eh besser), ließest Du maximal 2 1/2 Dots (2.5 NM) zu, bevor Du wieder anschnittest. (Pfft ;D)
Die grundsätzliche IFR-Pufferung ist 1000 ft über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 8 Km (~4.4 NM)
Viele Geräte bieten die Möglichkeit per Hand die Genauigkeit auf RNP1 und RNP0.3 zu reduzieren.
Das bedeutet Ablagen pro Dot von 0.2 NM bzw. 0,06 NM.
Die Geräte machen das bei 30 NM zum IAF und FAF selber, wenn man einen RNAV-Anflug anwählt.
Die Strecken können bei solchen Abständen nur noch radarüberwacht in gleicher Höhe genutzt werden. Konventionelle Gedanken (ausser bei Höhenstaffelung) spielen heutzutage keine Rolle mehr. Die Flieger sind ja auch nicht immer und alle in der gleichen Höhe und am gleichen Fleck. Und 5(3) NM lateral haben die Flieger meistens.
Sonst macht ATC sich das.