SAS-Chef flirtet mit Finnair
Normalerweise sind sie Erzrivalen, die keine Gelegenheit auslassen, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Dennoch hat offenbar SAS-Chef Jörgen Lindegaard ein gewisses Faible für seinen östlichen Konkurrenten Finnair entwickelt. Hat er es bisher lediglich angedeutet, so sprach er es jetzt in einem finnischen Zeitungsinterview deutlich aus: "Ich kann mir keine bessere Allianz als die zwischen Finnair und SAS vorstellen." Fände man die rechte Eignerstruktur, wäre dies betriebswirtschaftlich eine gute Sache. Fraglich ist jedoch, ob der dänische Chef der skandinavischen Airline dafür die Zustimmung der Regierungen in Stockholm, Kopenhagen und Oslo findet, die gemeinsam 50 Prozent halten. Bisher waren sie von derartigen Vorstellungen nicht sonderlich begeistert. Auch Lindegaard räumt ein: So lange die Regierungen es hinnehmen, mit der SAS Geld zu verlieren, so lange werde nichts geschehen. Und bisher zeigten diese keine größere Begeisterung für ein Zusammengehen. Die Finnen schreiben nach dem letztjährigen Defizit wieder schwarze Zahlen, während Lindegaard kürzlich mitteilen musste, dass die Airline ihr Ziel, nach drei Verlustjahren 2004 wieder einen Gewinn zu machen, nicht erreichen wird. Mit 31 Mio. Passagieren war die SAS-Gruppe 2003 Europas viertgrößte Airline, Finnair kam mit 6,8 Mio. auf Platz 10. Ihr Chef, Keijo Suila, hat nur mit einer Regierung als Eigner zu tun und ist damit eigentlich auch recht zufrieden. gtm.