Ausbau MUC: 3. Bahn - der neue Thread (ab 12/2013)

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Wenn ich in dem Zusammenhang schon wieder das Argument vom Flächenfraß höre, wegen dieser einen Piste...lächerlich, wenn man das in Relation stellt zum täglichen massenhaften Abholzen von Wäldern in ganz Bayern oder etwa in Tschechien, was nur kaum jemand mitbekommt. Allein durch meinen Landkreis rollen täglich Hunderte Holzlaster, ständig werden es mehr. Niemand schert sich um diese kahl geschlagenen Flächen, habe noch nie irgendwelche Proteste des Öko-Lagers gehört. Ist so wie mit dem schweröligen Schiffsverkehr - was man nicht sieht, blendet man gerne aus. Und das eignet sich natürlich auch nicht für Stimmenfang und Mitgliederwerbung...
 
Die Stadt München kann sich nicht ewig quer stellen. Das ganze Projekt ist ja bestimmt auch im Interesse der Stadt.
Es ist vor allem die Frage, ob sich die Stadt nicht sogar geschäftsschädigend verhält, wenn sie als sog. "lästiger Gesellschafter" weiter die 3. Bahn blockiert auch nachdem alle Klagen abgewiesen worden sind und damit rechtlich nichts mehr gegen sie spricht. Nach §140 des Handelsgesetzbuchs könnten die anderen Gesellschafter diesen sogar ausschließen, wenn diesem bestimmte Dinge nachweisbar sind (z.B. Handeln zum Nachteil der Gesellschaft).

Siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Lästiger_Gesellschafter

Ich bin zwar kein Jurist aber wenn die Stadt auch nach dem Abweisen aller Klagen der 3. Bahn noch immer nicht zustimmt, dann schwächt sie dadurch wissentlich die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens und verhindert die Kreierung neuen Geschäfts. Auch wenn hier freilich viel Rechtliches dahinter steckt, so ist aus meiner Sicht §140 hier nicht von der Hand zu weisen.
 
Wenn ich in dem Zusammenhang schon wieder das Argument vom Flächenfraß höre, wegen dieser einen Piste...lächerlich (...)

Ja vor allem wenn man sich mal anschaut, wie "viel" da wirklich versiegelt wird... mehr oder weniger nur 60x4000m plus Rollwege. Verglichen mit anderen Verkehrsinfrastrukturprojekten ist das verschwindend wenig.
 
Bin zwar kein Agrar-Experte, kann mir aber vorstellen dass die Flächen zwischen den Rollbahnen ökologisch wertvoller sind als so manches überdüngtes Mais-Feld
 
Wie war das noch mit Tieren, die am Flughafengelände gesichtet wurden, die Anfang der 1990er ohne Flughafen da nie waren ? :)
 
Es ist vor allem die Frage, ob sich die Stadt nicht sogar geschäftsschädigend verhält, wenn sie als sog. "lästiger Gesellschafter" weiter die 3. Bahn blockiert auch nachdem alle Klagen abgewiesen worden sind und damit rechtlich nichts mehr gegen sie spricht..

Und demnächst verklagt wohl unsere Regierung die Opposition auf Zustimmung zu einer Grundgesetzänderung zum Wohle des Vaterlandes? Was für einen Sinn macht ein Stimm-RECHT, wenn keine Wahl besteht? Würde die FMG ihren Eigentümer (Gesellschafter) tatsächlich verklagen, wäre das so, also ob der Schwanz mit dem Hund wackelt. Abgesehen davon, handelt die Stadt München durchaus verantwortungsvoll, wenn sie ihre Zukunft nicht noch mehr mit der einer kriselnden Airline wie der Lufthansa verknüpfen will.
 
Würde die FMG ihren Eigentümer (Gesellschafter) tatsächlich verklagen

Lies doch... die beiden anderen Gesellschafter (könnten/würden/was auch immer) den dritten Gesellschafter (Stadt) verklagen. Die FMG macht hier gar nix.

...handelt die Stadt München durchaus verantwortungsvoll, wenn sie ihre Zukunft nicht noch mehr mit der einer kriselnden Airline wie der Lufthansa verknüpfen will.

Bitte was? :confused:
 
Abgesehen davon, handelt die Stadt München durchaus verantwortungsvoll, wenn sie ihre Zukunft nicht noch mehr mit der einer kriselnden Airline wie der Lufthansa verknüpfen will.

Oh, jetzt kommen ganz neue "Argumente" auf den Tisch, Respekt! Was kommt als nächstes? Dass eine dritte Piste die Wahrscheinlichkeit für eine Invasion durch Aliens erhöht und dadurch abgelehnt werden muss? :rolleyes:

Übrigens, die seit Jahren erkrankte Airline mit der rot-weißen Bemalung, die durch arabisches Geld am Leben gehalten wird, heißt Air Berlin. Aber macht nix, kann man ja mal verwechseln. ;)
 
Oh, jetzt kommen ganz neue "Argumente" auf den Tisch, Respekt! Was kommt als nächstes? Dass eine dritte Piste die Wahrscheinlichkeit für eine Invasion durch Aliens erhöht und dadurch abgelehnt werden muss?

Schön, wenn Du Dir auch in ernster Situation Deinen Humor bewahrst. Die wirtschaftlichen Probleme der Lufthansa habe aber nicht ich mir ausgedacht, auch wenn ich sie hier seit Jahren thematisiere. Ganz gleich ob Aktionäre, Wirtschaftsblätter oder Kommentatoren: Alle sind pessimistisch, was die weitere Zukunft der Lufthansa betrifft. Das Manager-Magazin titelt "Lufthansa am Boden" und "Krisenfall Lufthansa". Und: "Der einst stolzen Airline droht die Degradierung zur Provinzgröße."
Man kann jetzt in Vogel-Strauß-Art den Kopf in den Sand stecken (eine sehr beliebte Haltung hier im Forum), oder das ganze mal weiter denken: Ist die Lufthansa "to big to fail"? Was passiert, wenn sie den Hub München aus Kostengründen aufgibt? Undenkbar in Euren Augen? Ich bin mir sicher, dass die LH genau dies bereits durchgerechnet hat. Ein verantwortungsvoller Stadtrat muss sich mit diesem potentiellen Szenario auseinandersetzen. Genau darum geht es, gerade weil "Arbeitsplätze" ja das zentrale - wenn nicht sogar das einzige - Argument der Befürworter sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was sind denn gerade die Probleme der LH?
-Bis vor kurzem mangelhafte Infrastruktur in FRA (hat sich gebessert, ist aber noch nicht gut)
-Mangelhafte Infrastruktur in MUC
-Indiskutable Rahmenbedingungen (z.B. Luftverkehrssteuer, künstliche Beschränkungen an Flughäfen wie z.B. DUS, Nachtflugeinschränkungen, etc)
Alles dafür sorgt dafür, dass eine LH (wie alle anderen Mitteleuropäischen Airlines) einfach nicht wettbewerbsfähig sind gegen TK+ME3. Man schaue sich mal die neuen Flughäfen in Dubai oder Istanbul an.
Natürlich kann man es so machen wie wir, dann muss man sich aber auch nicht beschweren, wenn Europa mittelfristig in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
 
Was sind denn gerade die Probleme der LH?
-Bis vor kurzem mangelhafte Infrastruktur in FRA (hat sich gebessert, ist aber noch nicht gut)
-Mangelhafte Infrastruktur in MUC
-Indiskutable Rahmenbedingungen (z.B. Luftverkehrssteuer, künstliche Beschränkungen an Flughäfen wie z.B. DUS, Nachtflugeinschränkungen, etc)
Alles dafür sorgt dafür, dass eine LH (wie alle anderen Mitteleuropäischen Airlines) einfach nicht wettbewerbsfähig sind gegen TK+ME3. Man schaue sich mal die neuen Flughäfen in Dubai oder Istanbul an.
Natürlich kann man es so machen wie wir, dann muss man sich aber auch nicht beschweren, wenn Europa mittelfristig in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

In erster Linie sind es natürlich Kostenprobleme. Klar, die Steuern sind politisch gewollt. Aber gerade was Steuern betrifft, sind Airlines ohnehin unglaublich privilegiert. EK, TK & Co haben aber einfach deutlich günstigere Personalkosten - am Boden und in der Luft. Und natürlich Größenvorteile: Wer Paxe mühsam in Kleinstädten einsammeln muss, anstatt sie mit A380 aus den Metropolregionen abzuholen, ist einfach nicht mehr wettbewerbsfähig. Hier spielt auch die mangelhafte intermodale Anbindung von MUC eine Rolle. Ironischerweise könnte die Lufthansa aktuell sogar von einem Slotmangel profitieren, weil sie dann weniger dem freien Wettbewerb ausgesetzt ist. Je mehr Billiganbieter die lukrativen LH-Strecken in ihren Flugplan aufnehmen, umso stärker kommen die Preise unter Druck.
 
Und natürlich Größenvorteile: Wer Paxe mühsam in Kleinstädten einsammeln muss, anstatt sie mit A380 aus den Metropolregionen abzuholen, ist einfach nicht mehr wettbewerbsfähig.

Das würde im Umkehrschluss genauso heißen, die Bahn soll nur noch die großen Städte anfahren und den Regionalverkehr einstellen, weil es die Fernbusse genauso machen?

Das Einzugsgebiet von LH bzw. EK zu vergleichen ist genauso sinnvoll, wie der von Äpfel und Birnen.

Schau dir mal an, welches Einzugsgebiet die beiden im Umkreis von 2000 km haben:
http://www.gcmap.com/mapui?R=2000km@DXB 2000km@FRA&MS=wls&DU=mi

Während die Lufthansa da schon komplett Europa abdeckt, hast du in Dubai außer die arabische Halbinsel und Pakistan quasi nichts... Dabei sollte man wissen, 2000 km entsprechen irgendwo bereits 3 Stunden Flugzeit.
Innerhalb von Europa macht es nunmal nur bedingt Sinn, mit Großraumgerät zu fliegen, davon abgesehen dürften "Kleinstädte" wie Zürich sicherlich zahlungskräftigeres Publikum an Bord holen als bettelarme Millionenmolloche wie Kalkutta.
 
Das würde im Umkehrschluss genauso heißen, die Bahn soll nur noch die großen Städte anfahren und den Regionalverkehr einstellen, weil es die Fernbusse genauso machen?

Das Einzugsgebiet von LH bzw. EK zu vergleichen ist genauso sinnvoll, wie der von Äpfel und Birnen.

Das ist natürlich das Dilemma bei der Privatisierung von Staatsbetrieben: Auf der einen Seite werden die Unternehmen dem globalen Wettbewerb ausgesetzt, auf der anderen Seite sollen sie ihr Angebot trotzdem flächendeckend erhalten. In meinen Augen geht das nicht zusammen. Wir können uns aber auch nicht von der Globalisierung abkoppeln - gerade die Lufthansa hat ja bisher massiv davon profitiert. Jetzt muss sie auch die Kehrseite der Medaille aushalten - wie einige Branchen vor ihr. Ich sage das ohne Schadenfreude, weil ich meinen Bekannten bei FMG und LH ihren Arbeitsplatz gönne. Meine Überzeugung ist, dass die LH nur überleben kann, wenn sie den Flugbetrieb mit einem Anbieter wie der TK zusammenlegt und sich selber auf das B2B-Segment konzentriert. Die LH-Manager werden aber wohl noch viele Millionen an externe Berater zahlen, bevor sie letztendlich zum selben Schluss kommen.
 
Ich sage das ohne Schadenfreude,
L. o. l.

Das Problem der Airlinebranche ist, daß Staatscarrier privatisiert sein mögen, aber ihr modus operandi wie zu alter Väter Zeiten kortsettiert ist. Der LH mangelt es nicht an einem Vorstand, dem etwas nicht klar wäre, was someone zu eruieren imstande war, sondern an der Möglichkeit, sich einfach mit einem Anbieter wie United oder ANA oder beiden zu fusionieren, wie in vielen, wenn nicht allen anderen Branchen üblich (Bsp.: Stahl).

Daher kann die LH nicht weltweit die Kunden verfolgen, deren Bedürfnisse sie kennt, sondern muß in den Märkten, in denen sie berechtigt ist, Deutschland erstens und zweitens in einigen Märkten der gesamten EU, Kompetenzen entwickeln für die Kernkunden der Discounter, und insbesondere die Optionskunden in der Mitte, die "ein wenig mehr" zahlen können, aber auch RYR nicht empörend finden.

Bereits eine "Zusammenlegung des Flugbetriebs mit TK" hätte rechtliche Voraussetzungen, die sofort andere Optionen machbarer, wenn nicht wünschenswerter, werden ließen.

Im Übrigen sollte man fragen, wieso die LH nach Marktlogik beurteilen ("kriseln"), wenn das der Konkurrenz erspart bleiben soll ("Pleite").

Verlogen.
 
Der LH mangelt es nicht an einem Vorstand,..., sondern an der Möglichkeit, sich einfach mit einem Anbieter wie United oder ANA oder beiden zu fusionieren, wie in vielen, wenn nicht allen anderen Branchen üblich (Bsp.: Stahl).
Swiss? Austrian Airlines? Waren das etwa keine Fusionen mit LH, also dass sie möglich waren? Nein?

Zudem ist das hier nicht der LH-Thread sondern der über die 3. Startbahn, also bitte dort weiterdiskutieren, danke.
 
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In der Tat, AUA und Swiss waren und sind keine Fusionen, und die ausgeführten organisatorischen Springprozessionen waren aus o.a. Gründen erforderlich und sind es b.a.w.
 
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"Die Anzahl der Fluglinien in Europa ist deutlich zu hoch", sagte Teckentrup in einem vorab veröffentlichten Interview mit "Bild am Sonntag". "Ich schätze, in den nächsten fünf bis zehn Jahren wird sich die Zahl der Gesellschaften halbieren." Grund seien Überkapazitäten.

http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEKBN0M40LX20150308

Wenn ein solches Statement von einem Brancheninsider kommt, was heißt das denn für die ganzen Zukunftsprognosen der Branche?
 
Lustig. Kaum sagt ein "Experte" etwas, dass den Flughafengegnern in den Kiste passt, schon glaubt man ihm. Ich persönlich bezweifle, ob der Herr recht hat (halbieren :yawn:...)

Aber nur so zum Spaß für dich:

Angebot der Airlines: 200.000 Einheiten
Nachrage der Kunden: 100.000 Einheiten
Kapazität in MUC: 75.000 Einheiten

Mein Gott, der Mann hat recht! Trotzdem muss MUC ausgebaut werden.

BTW: Ab wann ist man eigentlich "Experte" oder "Insider"? Ich habe auch schon zwei bis drei Flugzeuge gesehen und war sogar einmal auf einem Flughafen. Ach ja, geflogen bin ich auch schon. Darf ich jetzt auch Interviews bei der Blöd/Bild geben?

Der Herr Teckentrup baut laut Google übrigens auch Garagentore, Haustüren und Industrietore...
 
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http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEKBN0M40LX20150308

Wenn ein solches Statement von einem Brancheninsider kommt, was heißt das denn für die ganzen Zukunftsprognosen der Branche?

Das heißt, dass dann weniger Airlines die gleiche bzw. wachsende Anzahl an Flugverbindungen übernehmen würden. Es geht hier darum, dass die Airlines Probleme haben rentabel zu operieren, wenn die Preise weiterhin so sinken. Es heißt keinesfalls, dass der Bedarf an Verbindungen zurückgeht... dieser wird in Zukunft deutlich wachsen - im Artikel jammert einfach ein Manager, dass der Preiskampf hart ist. Aber welcher Manager jammert da in seiner Branche denn nicht...
 
Aber wäre das dann nicht ein Spirale, wenn MUC nicht ausgebaut werden würde, hätten die Fluggesellschafte Probleme Slots zu bekommen, daher verringert sich deren Gewinn, dadurch können nicht mehr so viele Flüge durchgeführt werden...

Wenn man das weiterspinnt, gibt es am Ende gar keine Flugzeuge und Flughäfen mehr... Und dann würden auch wieder alle jammern...
 
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