Volksentscheid zu Weiterbetrieb TXL

hangar7

Mitglied
Nachdem die Initiatoren eines Volksbegehrens zum Weiterbetrieb von Tegel auch nach Öffnung des BER deutlich mehr als die benötigten Unterschriften gesammelt haben, wird es nun einen Volksentscheid geben! Termin wird voraussichtlich am 24. September, also parallel zur Bundestagswahl sein:
https://www.ovb-online.de/buergerentscheid-tegel-8089358.html
http://www.heute.de/ein-volksentscheid-ueber-den-erhalt-des-berliner-flughafens-tegel-waere-moeglich-46904514.html
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/verkehr/volksbegehren-das-tegel-dilemma-26688060

Bin mal gespannt, wie das ausgeht und was dies im Falle des Erfolgs der Initiatoren dann genau für Berlin heißen würde - sofern der Volksentscheid nicht noch irgendwie rechtlich zu Fall gebracht werden könnte...
 

hangar7

Mitglied
Sehr guter Artikel zum Thema:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article167870914/Der-Flughafen-Tegel-hat-eine-Chance-verdient.html#Comments

Meine Meinung: Tegel sollte auch nach der Eröffnung vom BER - wann immer das auch sein mag - als attraktiver City-Airport der kurzen Wege weiter betrieben werden. Dafür kann jedoch einiges zurückgebaut werden, was dann auf Grund der Passagier- und Flugbewegungszahlen nicht mehr nötig wäre (nur noch eine Start-/Landebahn, Terminals C/D/E weg, P5 weg, Regierungsbereich im Norden weg und Cargo zurückbauen).
 

Raptor

Mitglied
Definiere City Airport! Politiker verstehen darunter sicher nur Regionalflieger und Biz-Jets. Das wäre ein fataler Fehler. Man muss Tegel klar als National UND Regio Airport definieren und nichts darunter.
 

Bruchpilot

Mitglied
City Air Port ist ein Stadt(Zentrum) naher Airport, zB der City Airport Bremen. Von da aus geht es nicht nur national, sondern auch bis rund um das Mittelmeer.
 
Ich bin noch in Bremen gewesen, kenne das aber von Mailand Linate.

Die meisten Flüge gehen halt ab Malpensa und dafür fliegt von Linate aus beispielsweise nach Rom.

Eine ähnliche Aufteilung (wenn auch mit anderen Destinationen) könnte ja in Berlin eine Lösung sein...
 

hangar7

Mitglied
Definiere City Airport! Politiker verstehen darunter sicher nur Regionalflieger und Biz-Jets. Das wäre ein fataler Fehler. Man muss Tegel klar als National UND Regio Airport definieren und nichts darunter.
Ich meine damit sowas wie eine etwas größere Version des Londoner City-Airport, der neben nationalen auch internationale Ziele bietet und das auch für Passagiermaschinen wie A320/B737/C-Series sowie natürlich auch für Business-Jets. Sowas wäre v.a. für Geschäftsreisende sehr interressant und attraktiv.
 

hangar7

Mitglied
City Air Port ist ein Stadt(Zentrum) naher Airport, zB der City Airport Bremen. Von da aus geht es nicht nur national, sondern auch bis rund um das Mittelmeer.
Tegel als City-Airport wäre ja eben zentrumsnäher als BER und auch näher bis deutlich näher dran an Bombardier, Siemens, Regierungsviertel, Messe, etc.. Und wie gesagt sollten die Ziele im nationalen und internationalen Umfeld liegen. Das wäre sehr attraktiv.
 

hangar7

Mitglied
Berliner Bürger stimmen beim Volksentscheid mehrheitlich für Weiterbetrieb von Tegel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/flughafen-volksentscheid-tegel-ja-mueller-zeigt-sich-gespraechsbereit/20369580.html

Das Ergebnis ist zwar nicht rechtlich bindend, aber Erster Bürgermeister Müller hat bereits angekündigt, dass er den Bürgerwillen nicht ignorieren kann und werde. Die CDU spricht von einem Misstrauensvotum der Bürger gegen die rotrotgrüne Politik in Berlin, was ich persönlich absolut nachvollziehen kann.D
as vorgeschobene Argument, dass man die Fläche von Tegel unbedingt brauche und durch dessen Bebauung die Wohnungsnot in Berlin lindern zu können, haben die Bürger mehrheitlich absolut richtig als Farce erkannt, denn wenn es tatsächlich so dringend wäre, hätte man Tempelhof logisch schon längst mit Wohnungen zubauen müssen - hat man aber nicht...

Wie schon gesagt bin ich der Meinung, dass BER ganz klar der Hauptflughafen sein muss und TXL dann als verkleinerter, attraktiver City-Airport agieren sollte. Das wäre eine realistische Co-Existenz.

Nun darf man gespannt sein, wie es hier weitergeht. Auf jeden Fall ist nun das Chaos in Berlin perfekt, auch weil die Flugrouten von BER laut Aussagen der Verantwortlichen garnicht zu einer weiteren Parallelexistenz von TXL passen und man hier teils deutlich umplanen müsste, was auch wieder Zeit kostet.
 

Machrihanish

Global Moderator
Mitarbeiter
Das Ergebnis ist zwar nicht rechtlich bindend, aber Erster Bürgermeister Müller hat bereits angekündigt, dass er den Bürgerwillen nicht ignorieren kann und werde. Die CDU spricht von einem Misstrauensvotum der Bürger gegen die rotrotgrüne Politik in Berlin, was ich persönlich absolut nachvollziehen kann.D
... aber Unfug ist, denn der Konsensbeschluss von 96 ist ein unionsdominierter Beschluss Wissmann - Diepgen - Stolpe. Dobrindts Position in dieser Frage kann man nur bestaunen.
 

hangar7

Mitglied
... aber Unfug ist, denn der Konsensbeschluss von 96 ist ein unionsdominierter Beschluss Wissmann - Diepgen - Stolpe. Dobrindts Position in dieser Frage kann man nur bestaunen.
Dieser Beschluss ist das eine aber das politische Management von rotrotgrün beim Flughafen eben das andere. Und bei Letzterem hat man sich nicht gerade mir Ruhm gekleckert, um es mal freundlich auszudrücken. Das sahen eben viele Bürger genau so und haben entsprechend entschieden.
 

Machrihanish

Global Moderator
Mitarbeiter
Du verwechselst das. Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich der vergangene rotschwarze Senat, d.h. insbesondere ist es der Union (mit all ihren kurzen Drähten ins Baugewerbe dieser Republik) fünf Jahre lang nicht gelungen, das unter SPD-Ägide betonierte Unglück zum besseren zu wenden. Der Bau und seine Finanzierung haben sich vollständig unter der bundespolitischen Großwetterlage des Anteilseigners unionsgeführter Regierungen vollzogen, und die finanziell gebundenen Hände des Landes Berlin, von dieser Linie irgend abzuweichen, sind ein unmittelbares Ergebnis der 10 Jahre unionsgeführter Senate Diepgen 3 bis 5. Die Union saß immer am Tisch und hat die Bedingungen, unter denen der BBI begonnen und ausgeführt wurde, wesentlich geprägt. Von der fehlerhaften Standortentscheidung an.

Wie war das noch, vox populi, vox... ... Ach, ich komm nicht drauf.

Egal.

Die Baselegs und das Final haben keinen Bock mehr (Karte):

https://www.rbb24.de/politik/wahl/tegel/beitraege/volksentscheid-flughafen-berlin-tegel.html
 

hangar7

Mitglied
Natürlich gab es schon vorher gewaltige Fehler und Fehlentscheidungen, angefangen bei der Standortwahl, was ja auch keiner bestreitet.

Nur ist Müller eben seit Ende 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin, also seit nun fast drei Jahren mit seiner rotrotgrünen Koalition. Und seit dieser Zeit sind nunmal auch die allseits bekannten Fehler gemacht worden, was damit Müller uns seiner Regierung anzulasten sind, was eben die Bürger auch taten.
 

Machrihanish

Global Moderator
Mitarbeiter
Ich muß Deine Zuordnung der politischen Verantwortlichkeit leider nochmals korrigieren; Links & Grün haben erst im Dezember 16 die CDU abgelöst.

Was die Frage Tegels indes mit der BBI-Verzögerung zu tun hätte, ist mir noch immer nicht ganz klar, denn eine Schließung Tegels wäre ohne vorherige Inbetriebnahme ohnehin undurchführbar. Das gestrige Votum zielte ja nicht auf den Abriß des BBI. Allerdings gibt es im Bezirk Pankow (in Summe für Schließung TXL) Teilnehmer, die als Grund für ihr höchstpersönliches Offenhaltungsvotum angeben: "wie hoch sollen die Mieten denn noch steigen"...
 
Oben