Ganz bestimmt zur Freude des Arbeitgebers.
Mein Arbeitgeber hat mich teilweise dazu aufgefordert. Zwei Flugzeuge parallel abzufertigen habe ich mir sicherlich nicht auf meinen Nacken gebucht. UMs und einzelne deadheadende Crewmembers mit dem Up rumzufahren, war jetzt auch keine Tätigkeit, die ich mir mit Freude selber ausgesucht habe.
Ich finde aber sowieso, wir reden hier in der Kritik aneinander vorbei. Ich will gar nicht, dass Mitarbeiter aus Jux an der Dollerei Regeln brechen.
Aber: Regeln haben einen bestimmten Anwendungsbereich, und es gibt in vielen Fällen Ausnahmen, in denen sie gebogen werden dürfen. Oft habe ich aber das Gefühl, man lehrt neuen Arbeitnehmern gar nicht mehr diese Ausnahmen, weil man Angst davor hat, dass zu viel Eigeninitiative wieder in einem Schadensfall endet.
Ganz klassisches Beispiel die "kein Koffer ohne Pax" Regel. Wird den meisten Loadern exklusive Rushgepäck in der Allgemeinheit und Absolutheit verklickert. Stimmt aber schlichtweg nicht. Es gibt sehr gut begründete und konkrete Ausnahmen, in denen der Koffer mitfliegen darf, obwohl es der Pax nicht (mehr) tut. Es darf bloß nicht ERWARTBAR sein.
Hatte das mal bei einer Condor-Langstrecken-Diversion aus FRA, bei der die Leute mit Weiterflug nach München hier ausgestiegen sind. Wenn wir deren Koffer gesucht hätten, wäre die Crew aus der Zeit gefallen. Da die Leute aber nicht bei Flugantritt damit rechnen konnten, am Ende in MUC zu stehen, war es in Koordination mit dem Kapitän und dem Condor-GHC überhaupt kein Problem, die Koffer ohne Passagiere nach Frankfurt zu schicken und dann von dort wieder nach München zu senden. Trotzdem war es ein kompletter Pain, das der Lademannschaft zu verklickern.
Mein Eindruck ist schlichtweg, dass hier zu lange zu stark nach Schema F gehandelt wurde, und als dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, hatte man nicht das Rückgrat, entsprechend zu eskalieren. Beziehungsweise ist das nicht nur mein Eindruck, sondern schwarz auf weiß die Aussage der PK.
du scheinst ein besonderes Problem zu haben folgt man deinen Beiträgen hier..
Mein Problem ist, dass ich den Flughafen München mag und ihn gerne florieren sehen würde. Das funktioniert nicht, wenn man alle zwei Jahre mit einem kompletten operativen Meltdown in den Nachrichten landet.
15 Jahre lang war MUC das operative Aushängeschild des Kranichs. Inzwischen blicken nicht wenige im LAC und auch im IOCC Frankfurt ziemlich abschätzig auf die operative Qualität in Bayern. Da hat man sich im Rahmen von Corona Strukturen zerschossen, die so wahrscheinlich unwiederbringbar sind.
Mein zweites Problem ist, dass ich auch als Pax selbst ungern sechs Stunden in einer stationären Metallröhre gefangen wäre. Ich hoffe, das ist verständlich.