Aerotoxic - Nervengifte in Flugzeugkabinen?

#45
Von der BAe kenne ich das Problem mit dem Geruch. Dort trat es häufig am Boden mit beiden Packs on und APU- Betrieb auf. Deswegen gibt es Beschränkungen beim Bodenbetrieb der Klimaanlage (Temperaturlimits, nur 1 Pack on).

Natürlich läuft die APU auch hin und wieder während des Fluges.

Wenn die Temperatur des Packs beim Anlassen zu schnell ansteigt, riecht es direkt nach alten Socken. Und das Regeln ist manuell im Winter nicht immer ganz einfach.

Allerdings ist meine Zeit bei der BAe jetzt schon etwas her. Habe es auch nicht weiter verfolgt, weiß nur, das die APU's wohl modifiziert worden.

Gruß

AOG
 

Airdinger

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#48
Giftige Dämpfe in der Kabinenluft?

Auch wenn das Thema aktuell wieder in allen Medien (u.a. gestern ZDF heute-Nachrichten) zu finden ist, ich fürchte fast ein wenig dass man damit nur das Sommerloch füllt! :eyeb:

Gab oder gibt es irgendwo inhaltlich neues oder konkrete Initiativen?

Giftige Dämpfe in der Kabinenluft? - am 12.08.2010 bei airlliners.de
Die Vergiftungsgefahr fliegt immer mit - am 12.08.2010 bei tagesschau.de (Artikel & Video)
Flugpersonal will Klarheit zu Giftstoffen in Kabinen - am 12.08.2010 bei heute.de magazin
Öldampf in der Kabinenluft - bei hr1-START (Artikel & Audio)
Giftstoffe in der Kabinenluft? - am 12.08.2010 in der ZDF Mediathek
Heute Nacht vom 12.August 2010 - am 13.08.2010 in der ZDF Mediathek (ähnlich dem vorigen Beitrag)
Pressemitteilung: Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner - am 12.08.2010 (PDF)
Gefahren beim Fliegen - Dicke Luft in der Kabine - bei sueddeutsche.de

Mehrfach ist von einem internen Papier der Flugesellschaften die Rede ...

Die Aerotoxic Association bietet mittlerweilen auch Infos auf einer deutschen Webseite:
http://www.aerotoxic.org/index.php/de
 
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Airdinger

Global Moderator
Mitarbeiter
#50
Dabei wird in den anderen Beiträgen doch genau die Erbringung der Nachweise eingefordert, wegen deren Nichtexistenz der Spiegel sich gemüßigt fühlt, die Geschichte in Richtung Fabel/Märchen/Gespenster abzuschieben. :eyeb: :dead: :yes:

[Beinahe-Unterstellung] Wer hat diesen Artikel im Spiegel denn gesponsored? [/Beinahe-Unterstellung] :blush: :shut:

P.S. Die Auswahl bzw. der Auftritt der "Kronzeugen" war aber wohl wirklich nicht sonderlich glücklich gewählt (siehe Mediathek)...
 

Experte

Aktives Mitglied
#52
Ich mache mir jetzt richtig Sorgen um meine Gesundheit. Aber nicht wegen den 10 - 20 Flügen pro Jahr, sondern den täglichen Bahnfahrten ins Büro. Hier stinken auch immer wieder die Klimaanlagen, und der Gestank der Bremsen ist oftmals ja kaum auszuhalten. Wer unternimmt hier etwas dagegen?
Immer mehr Fahrgäste fallen vor die Züge, vielleicht eine Folge des Gestanks im Zug?:sstars:

Sorry für den schwarzen Humor, aber dies musste an dieser Stelle sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
#53
Habe beim Querlesen auf PPRUNE folgenden Link zu einem Urteil des australischen 'High Court' in dieser Angelegenheit gefunden. Eine Flugbegleiterin hat geklagt und gewonnen.

Eine der beängstigsten Passagen daraus:

A quarter of pilots who flew on the BAe 146 jet suffered long-term effects and could no longer work, a University of NSW survey found.
Gruß MAX
 
#56
Gleich eine Frage hinterher:

Kann denn die Luftbeschickung der Kabine nicht auf das gesunde Triebwerk umgestellt werden, so dass man sich wenigstens den Ölnebel in der Kabine erspart?
 
#57
man kann das Pack des betroffenen Motors natürlich abstellen, nur denke ich, dass es bereits 'zu spät' ist wenn die nicht verbrannten Ölrückstände bereits in der Kabine angekommen sind.
 
#58
Kann denn die Luftbeschickung der Kabine nicht auf das gesunde Triebwerk umgestellt werden, so dass man sich wenigstens den Ölnebel in der Kabine erspart?
Jup, man kann auch mit einem Zapfluftsystem beide Klimaanlagen beschicken. Wie sich das "Phänomen" nun genau äussert lässt sich aufgrund des SD-Berichts nciht wirklich nachvollziehen, es kann gut sein, dass es nur eine Schwade war oder das Problem nur kurzzeitig aufgetreten ist, wärend eines bestimmten Betriebszustand des Triebwerks.

Zumindest ist das Zitat des LBA's mit abgedruckt, eine "Ermittlung" heist ja nciht automatisch, dass man davon ausgeht, dass das Flugzeug unzulässig geflogen wurde.
 
#59
Jup, man kann auch mit einem Zapfluftsystem beide Klimaanlagen beschicken.
Das ist technisch grundsätzlich möglich, aber operationell nicht immer sinnvoll bzw. Zulässig.

So kann es beispielsweise sein, dass mit einem INOP gesetzten ENG BLEED keine Flüge in Vereisunsbedingungen mehr zulässig sind, da das Airframe Anti-Ice nicht mehr uneingeschränkt verfügbar ist oder dass MEL- oder ETOPS- Restrictions eine solches Dispatchen gar nicht ermöglichen.

Ob mit eine non-standard Bleed-Configuration der max. FL eingeschränkt ist, müsste zusätzlich geprüft werden.

Gruß MAX
 
#60
Ich kenne die AB-MEL für den A330 nicht, aber der Aufwand ist bei einem A330 höher als bei einem zb. A340, möglich (technisch sowieso, rechtlich/operativ auch) ist es aber.
Die Prozedur erfordert aber bei beiden Typen ein schliessen des Bleed-VLV's (wobei das in so einem Fall i.d.R. nur über den PB gemacht wird) und ein öffnen des Crossbleed-VLV's, damit werden beide Packs über eine Zapfluftquelle befeuert. ("nebenbei" muss die APU mitlaufen und Bleedfähig sein, obwohl die auch erst unter 23.000ft Bleed liefern würde, und es darf eben nicht in icing conitions geflogen werden. Den letzten Part habe ich aber auch nachgelesen :yes: )
Im Gegensatzt zum A340 geht hier aber der Flow beider Packs auf 80% und es wird quasi im "Sparmodus" geflogen.

Beim A330 ist ein Inoperatives Bleed üblicherweise eine "fly home"-Option, keine normale Vorgehensweise wenn man Probleme mit dem Bleed-System hat. Jeder versucht seine Flieger nachhause zu holen, vorallem wenn ein Motorwechsel ansteht, wenn das die MEL hergibt, hervorragend, wenn nicht, setzten die meisten dennoch auf einen Ferry-Flight.
 
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