Bahnanschluss MUC

Das ist ja das gleiche Problem beim geplanten Ausbau der Strecke zwischen Zamdorf/Daglfing und Johanneskirchen. Die Bahn will maximal einen Trog bauen, die Anwohner wollen einen Tunnel. Letzterer ist offensichtlich die sinnvollste Lösung - aber es geht um die Frage, wer die Mehrkosten zahlt: Bahn, Bund, Freistaat, Stadt? Ich bin gespannt, wie die neue Münchner Stadtführung damit umgehen wird. Sie hat sich ja Sparen auf die Fahnen geschrieben.
Die offizielle Bahn-Planung ist vollständig oberirdisch. Die Trasse ist breit genug für vier Gleise, also los geht's. Der Trog ist schon ein Kompromiß, um die Kreuzungsfreiheit zum IPV herzustellen - und gerade die Daglfinger Straße sich schlecht in eine etwaige Unterführung zwängen lässt. Wenn es nach der Bahn geht, wird es ein kurzer Trog nur für die Daglfinger Straße, und die Stadt soll eine Unterführung der Brodersonstraße unter der - hier schon wieder oberirdischen - Bahntrasse bauen, wenn sie denn eine haben möchte.

Eine Tunnellösung wird halt teuer, weil es mindestens zwei, eher sogar drei Tunnel nebeneinander werden müssen: Güterverkehr im Personentunnel ist zu vermeiden, also soll die S-Bahn ihre eigene Tunnelröhre bekommen. Was aber dann mit dem Flughafen-ICE auf der Oststrecke? Hinter der S-Bahn her fahren? Keine gute Lösung, also über das andere Gleispaar. Dann braucht es aber nördlich Johanneskirchen noch eine Ausfädelung im Tunnel. Technisch kein Problem, nur wird die Rechnung halt noch einmal höher ausfallen. Noch lauter klingelt die Kasse, wenn im Zuge des Ausbau auch eine Gleisverbindung Freimann-Unterföhring gebaut werden soll, für so sexy Fahrtstrecken wie Pasing-Milbertshofen-Ismaning-Flughafen.

Das Sparen haben sich eigentlich alle auf die Fahnen geschrieben, keiner hat einen acht- oder gar neunstelligen Betrag in der Portokasse liegen, um ihn für etwas, was man 'mag', aber nicht zwingend 'braucht' rauszupulvern. Aber es stimmt halt doch: Wer billig baut, baut am Ende doppelt. Am falschen Ende gespart kostet langfristig immer mehr.

Ich persönlich denke, daß es für einen wie auch immer gearteten Expreßzug auf der Oststrecke mindestens auch noch den dreigleisigen Ausbau Ismaning-Flughafen West braucht, um fliegende Überholungen halbwegs stabil gestalten zu können. Gerade am HP Hallergmoos hätte man in meinen Augen von Anfang an ein mittiges Durchfahrtsgleis mitbauen sollen. Hätte aber Geld gekostet, und Geld war gerade keines übrig.

Noch ein anderes Beispiel für "Infratrukur ist da, also machen! : Ja, natürlich gibt die die Gleisverbindung Südring-Daglfing, die der ICE ab Juli nehmen soll, und auch schon zu Bauzeiten von der S8 genutzt wurde. Nur juckelt man dabei auf einem Gleis für beide Richtungen mit vmax 30 durch das Weichenfeld einmal quer über das gesamte Gleisfeld, und blockiert dabei sämtliche Fahrwege der östlichen Zufahrt von München-Ost. Als Baustellen-Umleitung mag man diese Kröte schlucken, aber für einen Regelverkehr ist das eher nix.
 
Die offizielle Bahn-Planung ist vollständig oberirdisch. Die Trasse ist breit genug für vier Gleise, also los geht's. Der Trog ist schon ein Kompromiß, um die Kreuzungsfreiheit zum IPV herzustellen - und gerade die Daglfinger Straße sich schlecht in eine etwaige Unterführung zwängen lässt. Wenn es nach der Bahn geht, wird es ein kurzer Trog nur für die Daglfinger Straße, und die Stadt soll eine Unterführung der Brodersonstraße unter der - hier schon wieder oberirdischen - Bahntrasse bauen, wenn sie denn eine haben möchte.

Eine Tunnellösung wird halt teuer, weil es mindestens zwei, eher sogar drei Tunnel nebeneinander werden müssen: Güterverkehr im Personentunnel ist zu vermeiden, also soll die S-Bahn ihre eigene Tunnelröhre bekommen. Was aber dann mit dem Flughafen-ICE auf der Oststrecke? Hinter der S-Bahn her fahren? Keine gute Lösung, also über das andere Gleispaar. Dann braucht es aber nördlich Johanneskirchen noch eine Ausfädelung im Tunnel. Technisch kein Problem, nur wird die Rechnung halt noch einmal höher ausfallen. Noch lauter klingelt die Kasse, wenn im Zuge des Ausbau auch eine Gleisverbindung Freimann-Unterföhring gebaut werden soll, für so sexy Fahrtstrecken wie Pasing-Milbertshofen-Ismaning-Flughafen.

Das Sparen haben sich eigentlich alle auf die Fahnen geschrieben, keiner hat einen acht- oder gar neunstelligen Betrag in der Portokasse liegen, um ihn für etwas, was man 'mag', aber nicht zwingend 'braucht' rauszupulvern. Aber es stimmt halt doch: Wer billig baut, baut am Ende doppelt. Am falschen Ende gespart kostet langfristig immer mehr.

Ich persönlich denke, daß es für einen wie auch immer gearteten Expreßzug auf der Oststrecke mindestens auch noch den dreigleisigen Ausbau Ismaning-Flughafen West braucht, um fliegende Überholungen halbwegs stabil gestalten zu können. Gerade am HP Hallergmoos hätte man in meinen Augen von Anfang an ein mittiges Durchfahrtsgleis mitbauen sollen. Hätte aber Geld gekostet, und Geld war gerade keines übrig.

Noch ein anderes Beispiel für "Infratrukur ist da, also machen! : Ja, natürlich gibt die die Gleisverbindung Südring-Daglfing, die der ICE ab Juli nehmen soll, und auch schon zu Bauzeiten von der S8 genutzt wurde. Nur juckelt man dabei auf einem Gleis für beide Richtungen mit vmax 30 durch das Weichenfeld einmal quer über das gesamte Gleisfeld, und blockiert dabei sämtliche Fahrwege der östlichen Zufahrt von München-Ost. Als Baustellen-Umleitung mag man diese Kröte schlucken, aber für einen Regelverkehr ist das eher nix.
Und das Ganze hängt noch zusammen mit der Verlängerung der U4 nach Englschalking und den Wohnungsplanungen östlich der Trasse.
 
Und das Ganze hängt noch zusammen mit der Verlängerung der U4 nach Englschalking und den Wohnungsplanungen östlich der Trasse.
Eher umgekehrt: Wegen des Hickhack um die Tieferlegung der Bahntrasse kommt die Planung der U-Bahn nicht voran. Nur ist das halt nicht das Problem der Bahn, und ganzheitliches Planungen/Lösungen über alle Verkehrsträger hinweg ist halt nicht so en vogue. Inzwischen hat man in der HA U-Bahn Bau aber die doppelte Streckenplanung aufgegeben, und plant die Strecke auf jeden Fall in der "unteren Lage", nur ist noch offen, wie das Zugangsbauwerk aussehen soll/wird. Es gilt aber als sicher, daß die U4 nicht gebaut wird, so lange der Ausbau Bahntrasse noch in der Schwebe hängt.
 
Eher umgekehrt: Wegen des Hickhack um die Tieferlegung der Bahntrasse kommt die Planung der U-Bahn nicht voran. Nur ist das halt nicht das Problem der Bahn, und ganzheitliches Planungen/Lösungen über alle Verkehrsträger hinweg ist halt nicht so en vogue. Inzwischen hat man in der HA U-Bahn Bau aber die doppelte Streckenplanung aufgegeben, und plant die Strecke auf jeden Fall in der "unteren Lage", nur ist noch offen, wie das Zugangsbauwerk aussehen soll/wird. Es gilt aber als sicher, daß die U4 nicht gebaut wird, so lange der Ausbau Bahntrasse noch in der Schwebe hängt.
Deshalb auch nur “hängt zusammen” Und weil ganzheitliche Planungen nicht en vogue sind, bleibt alles immer nur Stückwerk, und später sagt man “Hätten wir nur damals”...
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch Helmut Schleich kommentiert die ICE-Gerüchte im MM:

"Der Münchner Flughafen soll angeblich vor einem verkehrlichen Quantensprung stehen. Die Rede ist nicht von der dritten Startbahn, auch nicht von neuen Interkontinental-Verbindungen ins Takatuka-Land, nein, der ICE soll demnächst bis zum Flughafen fahren, womöglich schon ab diesem Sommer. Das klingt ja erst mal gut.
Allerdings wäre der Münchner Flughafen nicht der Münchner Flughafen und die Bahn nicht die Bahn, wenn damit ein ernsthaftes oder gar attraktives Angebot verbunden wäre, Stichwort „in zeeehn Minuten, weil das ja klar ist…!!“
Nein. Alle zwei Stunden soll ein kurzer Zug der Linie Basel-Karlsruhe-München vom Hauptbahnhof aus über die Strecke der S8 zum Airport verlängert werden. Und mit diesem Zug sollen auch nicht die Münchner fahren, das wären ja viel zu viele, sondern die Stuttgarter, die Karlsruher und die Baseler, die zwar allesamt schneller in Frankfurt bzw. Zürich sind, aber dann halt auf das Erlebnis einer ICE-Kriech- und Landschaftsfahrt über Daglfing und Ismaning zum Flughafen München verzichten müssten. Wer will das schon verpassen?
Der ICE soll so in den Fahrplan eingepasst werden, dass er den S-Bahn-Verkehr nicht stört. Da fragt sich der Münchner Pendler: „Seit wann braucht unsere S-Bahn für Störungen einen ICE?“ Alles ziemlich bizarr. Schon zur Eröffnung 1992 hieß es, der Münchner Flughafen sei der einzige Großflughafen weltweit, der nur aus der Luft gut zu erreichen ist. Diese Alleinstellungsmerkmal setzen wir auch 34 Jahre später nicht aufs Spiel."
 
Wenn ich mir die massiven Herausforderungen im Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland ansehe (Brenner Nordzulauf, Rheintalbahn, Kapazitätsausbau D-Takt, usw.) ist
eine ICE-Verbindung zum MUC trotz großer persönlicher Sympathie für das Projekt m.M.n. leider unfassbar irrelevant. Die Mrd. die dafür notwendig sind, zusammen mit den
Kapazitäten der baulichen Umsetzung kann man an so vielen Stellen sinnvoller einsetzen und echte Erleichterung für die Reisenden schaffen.
Wir kriegen in diesem Land eh keine größeren Projekte mehr gesichtswahrend umgesetzt - da sollte man sich auf die wesentlichen Vorhaben fokussieren.
 
Wenn ich mir die massiven Herausforderungen im Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland ansehe (Brenner Nordzulauf, Rheintalbahn, Kapazitätsausbau D-Takt, usw.) ist
eine ICE-Verbindung zum MUC trotz großer persönlicher Sympathie für das Projekt m.M.n. leider unfassbar irrelevant. Die Mrd. die dafür notwendig sind, zusammen mit den
Kapazitäten der baulichen Umsetzung kann man an so vielen Stellen sinnvoller einsetzen und echte Erleichterung für die Reisenden schaffen.
Wir kriegen in diesem Land eh keine größeren Projekte mehr gesichtswahrend umgesetzt - da sollte man sich auf die wesentlichen Vorhaben fokussieren.
Und du glaubst ernsthaft, dass die anderen Projekte dadurch besser/schneller umgesetzt werden und den Reisenden Erleichterung bringen?
An Planung/Genehmigung/Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen muss sich grundsätzlich einiges verbessern! Sonst können wir uns im Land bald nicht mal mehr ein paar Kilometer neue Gleise für die ein oder andere Kurzstrecke mehr leisten.
 
Und du glaubst ernsthaft, dass die anderen Projekte dadurch besser/schneller umgesetzt werden und den Reisenden Erleichterung bringen?
An Planung/Genehmigung/Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen muss sich grundsätzlich einiges verbessern! Sonst können wir uns im Land bald nicht mal mehr ein paar Kilometer neue Gleise für die ein oder andere Kurzstrecke mehr leisten.
Zumindest nicht langsamer oder hast Du das Gefühl, das wir diese (großzügigen) Kapazitäten im Bereich der Planung und Bauausführung haben?
Letzter Stand zum 4-gleisigen Ausbau Daglfing Johanneskirchen: "Im Juli 2023 konnte die Deutsche Bahn (DB) die Vorplanungsunterlagen zum Streckenausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen an die Landeshauptstadt München und an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben." Feiert jetzt 3-Jährigen Geburtstag demnächst. Da reden wir von "popligen" 3 Kilometern.
Klar können wir da noch paar Themen gleichzeitig für die Schublade aufreissen.
 
Zumindest nicht langsamer oder hast Du das Gefühl, das wir diese (großzügigen) Kapazitäten im Bereich der Planung und Bauausführung haben?
Letzter Stand zum 4-gleisigen Ausbau Daglfing Johanneskirchen: "Im Juli 2023 konnte die Deutsche Bahn (DB) die Vorplanungsunterlagen zum Streckenausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen an die Landeshauptstadt München und an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben." Feiert jetzt 3-Jährigen Geburtstag demnächst. Da reden wir von "popligen" 3 Kilometern.
Klar können wir da noch paar Themen gleichzeitig für die Schublade aufreissen.
Es ist doch so, dass die ICE Anbindung auch wirklich gebraucht wird, um dem Flughafen München endlich den Wettbewerbsnachteil zu nehmen (v.a. unter dem Gesichtspunkt gewollt zukünftig abnehmender und auf die Schiene verlagerter Kurzstreckenflüge).

Jetzt zu sagen, dass es diese Verbindung nicht braucht, weil die Bahn lieber andere Projekte planen soll, wäre der Sargnagel für das Vorhaben.
Und ich lege mich fest: Unter den jetzigen Planungsaufwänden könntest du gar nicht so viele Projekte zusammenstreichen, dass da in endlicher Zeit was rumkommt. Die Planer sind doch aktuell mit den Sanierungen der Bestandsstrecken schon am Limit.
 
Es ist doch so, dass die ICE Anbindung auch wirklich gebraucht wird, um dem Flughafen München endlich den Wettbewerbsnachteil zu nehmen (v.a. unter dem Gesichtspunkt gewollt zukünftig abnehmender und auf die Schiene verlagerter Kurzstreckenflüge).
Hier wäre eben die Frage: Von wem gebraucht wird? So, wie du es schreibst, wird die Bahnstrecke vor allem von der FMG gebraucht, um besser gegen die FAG zu stehen und mehr Gewinne zu Lasten von Frankfurt zu generieren. Und da dürfte die Bahn dann zu Recht fragen, ob das ihre Aufgabe ist.

LH hat nebenbei bekanntlich angekündigt, die Relation BRE-FRA zu kippen, wogegen BRE-MUC bleibt - unter anderem wegen der Bahnanbindung. Hier hat MUC also einen Wettbewerbsvorteil gegenüber FRA, wenn du so willst.
Jetzt zu sagen, dass es diese Verbindung nicht braucht, weil die Bahn lieber andere Projekte planen soll, wäre der Sargnagel für das Vorhaben.
Und ich lege mich fest: Unter den jetzigen Planungsaufwänden könntest du gar nicht so viele Projekte zusammenstreichen, dass da in endlicher Zeit was rumkommt. Die Planer sind doch aktuell mit den Sanierungen der Bestandsstrecken schon am Limit.
Es geht eher darum, darzulegen, warum die Fernbahn-Anbindung eben einen wesentlich größeren, und weiter greifenden Nutzen für die deutsche Bahn selbst, die deutsche - und nicht nur lokal die Münchner - Wirtschaft, und damit für das Land insgesamt bringt. Da war der Ansatz mit dem Abstellbahnhof Schwaigerloh II, der die überlasteten Abstell- und Wartungskapazitäten in der Münchner Innenstadt entlastet schon gar nicht so verkehrt. Ggfs. könnte ein entsprechend dimensioniertes Schwaigerloh II auch Bahn-Flächen in der Münchner Innenstadt frei werden lassen, die gewinnbringend einer anderen Nutzung zugeführt werden können.
Zumindest nicht langsamer oder hast Du das Gefühl, das wir diese (großzügigen) Kapazitäten im Bereich der Planung und Bauausführung haben?
Letzter Stand zum 4-gleisigen Ausbau Daglfing Johanneskirchen: "Im Juli 2023 konnte die Deutsche Bahn (DB) die Vorplanungsunterlagen zum Streckenausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen an die Landeshauptstadt München und an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben." Feiert jetzt 3-Jährigen Geburtstag demnächst. Da reden wir von "popligen" 3 Kilometern.
Klar können wir da noch paar Themen gleichzeitig für die Schublade aufreissen.
3 Jahre sind in diesem Planungahorizont eine sehr kurze Zeit. Und wie immer, wenn es mehrere verschiedene Lösungsnasätze, von denen die eine Lobbygruppe diese, die andere Lobbygrfuppe aber jene Richtung eingeschlagen sehen möchte, verzögert sich eine finale Entscheidung noch einmal deutlich mehr. Die Unterlagen von 2023 sind übrgens jene mit der vollständig oberirdischen Führung unter Beibehaltung der Schranken und Bahnübergänge. Würde alle Seiten dazu unumwunden "Ja" sagen, dann würde das mit dem Baurecht, und dann auch dem Bauen erheblich schneller voran gehen.
 
Es ist doch so, dass die ICE Anbindung auch wirklich gebraucht wird, um dem Flughafen München endlich den Wettbewerbsnachteil zu nehmen (v.a. unter dem Gesichtspunkt gewollt zukünftig abnehmender und auf die Schiene verlagerter Kurzstreckenflüge).

Jetzt zu sagen, dass es diese Verbindung nicht braucht, weil die Bahn lieber andere Projekte planen soll, wäre der Sargnagel für das Vorhaben.
Und ich lege mich fest: Unter den jetzigen Planungsaufwänden könntest du gar nicht so viele Projekte zusammenstreichen, dass da in endlicher Zeit was rumkommt. Die Planer sind doch aktuell mit den Sanierungen der Bestandsstrecken schon am Limit.
Ich würde das Projekt persönlich liebend gerne sehen, aber die Verlagerung der Kurzstreckenflüge scheitert aus meiner Sicht nicht an der "letzten Meile" zum Flughafen, sondern auf den vielen Kilometern dazwischen.
Hatte neulich das Vergnügen beruflich nach FRA zu fliegen und einen Tag später mit dem Zug (Theorie 3,5h, Praxis 4h) zurückzufahren. Bis auf die Abschnitte zwischen Nürnberg und Ingolstadt sowie bei Langenfeld und nach Petershausen ist das leider ein erbärmliches Gezuckel. Da müsste man die Mrd. auf die Strecke bringen. Davon würden dann entsprechend mehr Leute als "nur" Flugreisende profitieren.
 
Das mit dem Fokus auf die Hauptverkehrsachsen ist ja auch tatsächlich Teil der Bahn-Strategie.
Nur: Auch der weitere Ausbau der Achse München-Nürnberg hilft nur einem ausgewählten Passagierkreis.
(Einige Minuten für viele Milliarden €).

Am meisten Impact bei der Bevölkerung bekommst du für dein Geld beim Ausbau der Nahverkehrs-Pendlerstrecken. Aber hier verdient die Bahn eben nichts. Damit wird die Kosten-Nutzen-Bewertung ohne weitere angeschlossene/profitierende Industrie o.ä. natürlich schwierig.
 
Wenn ich mir die massiven Herausforderungen im Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland ansehe (Brenner Nordzulauf, Rheintalbahn, Kapazitätsausbau D-Takt, usw.) ist
eine ICE-Verbindung zum MUC trotz großer persönlicher Sympathie für das Projekt m.M.n. leider unfassbar irrelevant. Die Mrd. die dafür notwendig sind, zusammen mit den
Kapazitäten der baulichen Umsetzung kann man an so vielen Stellen sinnvoller einsetzen und echte Erleichterung für die Reisenden schaffen.
Wir kriegen in diesem Land eh keine größeren Projekte mehr gesichtswahrend umgesetzt - da sollte man sich auf die wesentlichen Vorhaben fokussieren.
Ist die Umsetzung einer EU-Vorgabe von 2023 (alle Flughäfen ab 12 Mio Paxe müssen bis 2040 einen Fernbahnanschluß haben) kein wesentliches Vorhaben?
Ich weiß nicht, inwieweit diese Krücke mit alle 2 Stunden ein ICE dieses Vorhaben erfüllt...
 
Ist die Umsetzung einer EU-Vorgabe von 2023 (alle Flughäfen ab 12 Mio Paxe müssen bis 2040 einen Fernbahnanschluß haben) kein wesentliches Vorhaben?
Ich weiß nicht, inwieweit diese Krücke mit alle 2 Stunden ein ICE dieses Vorhaben erfüllt...
Das Dumme ist, daß die SBM streng genommen bereits die Vorgabe des TEN-V erfüllt. Diese besagt nämlich mitnichten, daß es zwingend ein Fernbahnanschluss sein muss. Der Text lautet:

Um Alternativen zu Kurzstreckenflügen zu ermöglichen, sollten die Mitgliedstaaten, sofern einer solchen Anbindung keine besonderen geografischen oder erheblichen physischen Sachzwänge entgegenstehen, sicherstellen, dass Flughäfen des Transeuropäischen Verkehrsnetzes mit einem Fluggastaufkommen von insgesamt mehr als zwölf Millionen Fluggästen an das transeuropäische Eisenbahnnetz, einschließlich — sofern möglich — des Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetzes für Fernverbindungen [...] angebunden sind. Solche Anbindungen sollten bei Flughäfen mit einem jährlichen Fluggastaufkommen von weniger als vier Mio. Fluggästen gefördert werden

Demnach wären in D nur Hamburg und Stuttgart betroffen, wobei Stuttgart bereits in Bau ist. Wobei "sollten" sowieso die Verklausulierung von "falls ihr gerade das Geld dafür übrig habt, wäre es ganz nett, es hier zu investieren", ist, und auch die Auslegung von "keine besondern gegrafischen oder erheblichen physischen Sachzwänge" kann sehr weit gehen.
 
Im Zuge ( (: ) der vielleicht geplanten ICE-Verbindung........ Lustig wäre es ja schon wenn auch andere Betreiber auf eine solche Idee kommen würden:

 
Im Zuge ( (: ) der vielleicht geplanten ICE-Verbindung........ Lustig wäre es ja schon wenn auch andere Betreiber auf eine solche Idee kommen würden:

Die Talgo-Züge sind mit 256 m zu lang für den Flughafenbahnhof.
 
Die Talgo-Züge sind mit 256 m zu lang für den Flughafenbahnhof.
Das wäre ja auch zu schön gewesen: Oben die Flixbusse, unten Flixzüge.....

Der Besucherpark hat auch nur 211m :(
Fernzüge werden ja wohl hoffentlich nicht am Besucherpark-Bahnhof halten.

Nur mal zur zeitlichen Einordnung, wenn man darauf hofft, mit irgendwelchen neuen Gleisen den Flughafen anzubinden: Gerade eben hat der Bundestag Mittel für die NBS Augsburg-Ulm freigegeben, damit dort weiter geplant werden kann. Man ist bei dieser Strecke also schon viel viel weiter:


Ende der 2030er, Anfang der 2040er Jahre könnten die ersten Züge fahren, lautet eine vorsichtige Prognose. Wirklich wetten würde darauf aber niemand.

Und dennoch steht ein echter Baubeginn oder gar eine Fertigstellung in den Sternen. Dass wir hier zu Lebzeiten eine NBS Flughafen-Ingolstadt erleben, halte ich bei solchen Zeträumen für völlig ausgeschlossen.
 
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