Bahnanschluss MUC

Das grenzt ja schon beinahe an investigativen Journalismus.
Normalerweise verbreiten die doch nur dpa und Ippenmedia Meldungen, ohne diese einem Review zu unterziehen. ;)

Das MUC-Forum scheint in die Liga von dpa etc aufgestiegen zu sein, denn ich bezweifel ganz stark, dass die Merkur-Redakteure sich im DSO rumtreiben, sondern eher hier unter uns mit anwesend sind.
 
Rein per Zufall habe ich kürzlich dieses Arbeitspapier zu dem Konzept der Bahn für die Fernverkehrsanbindung aus dem Februar 2022 entdeckt.

NBS München-Ingolstadt inkl. Fernverkehrsanbindung für den Flughafen München (Achtung: der Link führt zum Download eines PDFs)
Das sieht 'man' dort anders, zumal dort ja sogar ne gedruckte Publikation die Basis ist.
Meinst du mit Publikation obiges Arbeitspapier aus 2022 (welches viel weiter in die Zukunft geht), oder gibt es da wieder was Neueres?
 
Das MUC-Forum scheint in die Liga von dpa etc aufgestiegen zu sein, denn ich bezweifel ganz stark, dass die Merkur-Redakteure sich im DSO rumtreiben, sondern eher hier unter uns mit anwesend sind.
Ich denke, dass man getrost davon ausgehen kann (schon wegen der Diskussionen um die dritte Startbahn), dass sich bestimmte Artikelschreiber vom Merkur hier herumtreiben.
Da DSO die Primärquelle ist, auf die sich offenbar die Diskussion hier bezieht, wird diese natürlich in dem Artikel genannt.

Aber wenn es jetzt im Merkur steht, dann wird es nun auch von den seriöseren Publikationen wie SZ aufgegriffen und geprüft werden.

Die Begeisterung über diese "Sensation" scheint sich bei denen, die Einblick in die überlastete Bahninfrastruktur zu scheinen haben, in Grenzen zu halten:

Ich halte nichts davon, die ICE-Linie 60 alle zwei Stunden von München Hbf bis zum Flughafen München zu verlängern.

Wir haben zahlreiche Fahrstraßenkonflikte nicht nur zwischen Zamdorf und Johanneskirchen, sondern auch im Bereich des Flughafens selbst.

Im Betrieb geht es jetzt schon drunter und drüber. Ich gehe davon aus, dass der ICE am 96 cm-Bahnsteig mindestens 4 Minuten stehen muss, da die Fahrgäste mit ihren Koffern und die Rollstuhlfahrer den Höhenunterschied überwinden müssen. Ich sehe ja oft genug, wie lange der Einstieg und Ausstieg beim Mireo dauert.

Auch ist die Infrastruktur auf dem Nordring extrem limitiert.
 
So sieht es wahrscheinlich aus. Der Geburtsfehler des Flughafens ist, dass er für eine sinnvolle und leicht zu realisierende Bahnanbindung einfach am falschen Standort gebaut wurde. Und man hat die letzten 30 Jahre verstreichen lassen, ohne irgendetwas fundamentales an der miserablen Anbindung zu ändern obwohl es Chancen gegeben hätte. Bei den politischen Prozessen in Deutschland und den rechlichen Bedingungen, bei denen auch die Realisierung einer Startbahn gerne 30 Jahre und länger dauert, sehe ich persönlich keinen Weg, dass es nun plötzlich schnelle Veränderungen geben könnte. Es wird Jahrzehnte dauern und ob wir das alle noch erleben dürfen ist äußerst fraglich.
Ich finde das etwas harsch, dies immer dem Flughafen als "Fehler" anzulasten: Lasst uns einen neuen, tollen, zukuftsfähigen Flughafen bauen - und zwar genu dort, wo die deutsche Bahn in am liebsten haben möchte, damit ja möglichst viele Fluggäste ganz toll Bahn fahren können. Ist das wirklich der richtige Ansatz?

Ich denke, die Bahn sollte dort fahren, wo die Leute hin wollen, und nicht man sollte die Leute dort hin schicken, wo die Bahn schon fährt. Und ein Flughafen sollte dort gebaut werden, wo er für die Luftfahrt am günstigsten liegt. Oft genug wird er aber schlicht dort gebaut, wo die Grundstücke am einfachsten zu bekommen, und am billigsten zu bezahlen sind.

Davon ab, was wäre denn der bessere Standort gewesen? Den Hofoldinger Forst komplett wegholzen, weil da schon so praktisch die Autobahn und die Eisenbahn in der Nähe liegen?
Dann wohl doch besser zwischen München und Augsburg, wie es ja auch lange im Rennen lag. Mir ist nie ganz klar geworden, was nun den letzten Ausschlag für das Erdinger Moos gab, aber ich denke, lokale Anwohner-Proteste werden eine wichtige Rolle gespielt haben. Im Westen hätte es auf alle Fälle wesentlich mehr Anwohner gegeben, die vonFluglärm betroffen wären. Und ob man diese damit trösten könnte, daß es weniger Inlandsflüge gibt, wegen der tollen Bahn-Anbindung?

Ach ja, und wegen dem Luftbild von Schwaigerloh: da passt aber auch nur Schwaigerloh I durch die Lücke der schon bestehenden Bebauung. Sollte der ICE-Abstellbahnhof Schwwaigerloh II dazu kommen, müsste man dort auch wieder Straßen verlegen, und Gebäude abreißen. Aber das konnte/wollte man 2022 wohl noch nicht wissen.
 
Info:

Odelzhausen/Sulzemoos wurde seinerzeit verworfen wegen dem militärischen Flugbetrieb in Fürsty. Der Hofoldinger Forst hätt nicht nur viel Abholzung erfordert, sondern hat im Schnitt drei mal mehr Schneemenge und drei mal längere Schneefälle gehabt, dafür jedoch wesentlich weniger Nebeltage.
 
Info:

Odelzhausen/Sulzemoos wurde seinerzeit verworfen wegen dem militärischen Flugbetrieb in Fürsty. Der Hofoldinger Forst hätt nicht nur viel Abholzung erfordert, sondern hat im Schnitt drei mal mehr Schneemenge und drei mal längere Schneefälle gehabt, dafür jedoch wesentlich weniger Nebeltage.
Wenn der Flughafen zwischen Muenchen und Augsburg gebaut worden wäre, hätte man vielleicht den schon seit langer Zeit nur noch für Privatfluege/Businesscharterfluege genutzten AGB schließen können.
 
Ich finde das etwas harsch, dies immer dem Flughafen als "Fehler" anzulasten:
Wieso sollte man einen Fehler nicht bennen dürfen?
Der Flughafen wurde ja mit Absicht und wohlweislich weit weg neu gebaut. Aber unter dem Gesichtspunkt einer guten Bahnanbindung ist der Standort ein Fehler. Und da die Einfahrtsrichtung für den wesentlichen Bahnverkehr für den Kopfbahnhof in München der Westen ist, war das auch von Anfang an absehbar.
Und auch die Entscheidungen damals und seitdem sprechen für sich: 1992 gab es eine S-Bahn Linie als einzige Schienenanbindung. Der Bahnhof unter dem Flughafen hat 2 Gleise und einen kurzen Bahnsteig, einen Fernbahnhof hat man gar nicht erst gebaut. Die Idee, dass man den Flughafen auch mit der Bahn gut erreichen können sollte hat man einfach nicht ausreichend berücksichtigt und verfolgt, so abseits wie der Flughafen liegt.

Leider hat man es auch versäumt, die Gelegenheiten zu nutzen, die sich in den letzten 30 Jahren ergeben hatten, um das zu ändern, im Grunde immer aus dem gleichen Grund: Der Flughafen liegt so ungünstig für jeglichen Schienenverkehr, dass sich einfach für Verkehre, die nach München wollen, nicht wirklich rentiert den Umweg über den Flughafen zu nehmen. Chancen hätte es ja gegeben, um die Anbingung zu verbessern. Da hätte man dann das von dir geforderte, "Die Bahn soll da fahren, wo die Leute hin wollen" ja umsetzen können. Hat man aber gelassen. (Im Übrigen ist das ja genau ein Grund, warum die Bahn gar nicht über den Flughafen fahren will, denn die meisten Fahrgäste wollen zum HBF München und deren Fahrzeiten will man nicht künstlich und unnötig verlängern.)

Es ist im Grunde mit der Bahn die gleiche Situation und deswegen egal, ob Flughafen oder Bahn. Wenn man schon baut, dann müsste man halt so bauen, dass es Sinn macht und zukunftsfähig ist. Für den Flughafen hätte es Sinn gemacht, ihn zwischen A8 und A9 und die entsprechenden Bahnzuläufe nach München zu bauen, nicht abseits davon. Da wäre der Schlenker über den Flughafen, den man heute mit der Idee einer Neubaustrecke von Ingolstadt nach München möglicherweise zu beheben versucht sehr viel einfacher gewesen.
Oder man hätte wenigstens beim Bau der SFS nach Ingolstadt den Schlenker zum Flughafen gleich bauen sollen und auslegen auf eine Geschwindigkeit, dass man den dadurch entstehenden Zeitverlust wieder einfährt. Oder man hätte den Transrapid bauen können. Oder gleich München21, dass man auch vom Osten zum HBF München einfahren kann.

Ich sage ja nicht, dass der falsche Standort des Flughafens der einzige Fehler ist, der gemacht worden ist. Die Entscheidung, München 21 nicht zu bauen halte ich ebenso ebenfalls für einen Riesenfehler, wie auch die Aufgabe des Transrapids. Dadurch hat man leider viele Möglichkeiten vergeben und auch sonst nicht viel gemacht bisher, um diesen Geburtsfehler des Flughafens zu beheben. Nicht einmal die versprochene Express-S-Bahn gibt es heute.
 
Wieso sollte man einen Fehler nicht bennen dürfen?
Der Flughafen wurde ja mit Absicht und wohlweislich weit weg neu gebaut. Aber unter dem Gesichtspunkt einer guten Bahnanbindung ist der Standort ein Fehler. Und da die Einfahrtsrichtung für den wesentlichen Bahnverkehr für den Kopfbahnhof in München der Westen ist, war das auch von Anfang an absehbar.
Und auch die Entscheidungen damals und seitdem sprechen für sich: 1992 gab es eine S-Bahn Linie als einzige Schienenanbindung. Der Bahnhof unter dem Flughafen hat 2 Gleise und einen kurzen Bahnsteig, einen Fernbahnhof hat man gar nicht erst gebaut. Die Idee, dass man den Flughafen auch mit der Bahn gut erreichen können sollte hat man einfach nicht ausreichend berücksichtigt und verfolgt, so abseits wie der Flughafen liegt.

Leider hat man es auch versäumt, die Gelegenheiten zu nutzen, die sich in den letzten 30 Jahren ergeben hatten, um das zu ändern, im Grunde immer aus dem gleichen Grund: Der Flughafen liegt so ungünstig für jeglichen Schienenverkehr, dass sich einfach für Verkehre, die nach München wollen, nicht wirklich rentiert den Umweg über den Flughafen zu nehmen. Chancen hätte es ja gegeben, um die Anbingung zu verbessern. Da hätte man dann das von dir geforderte, "Die Bahn soll da fahren, wo die Leute hin wollen" ja umsetzen können. Hat man aber gelassen. (Im Übrigen ist das ja genau ein Grund, warum die Bahn gar nicht über den Flughafen fahren will, denn die meisten Fahrgäste wollen zum HBF München und deren Fahrzeiten will man nicht künstlich und unnötig verlängern.)

Es ist im Grunde mit der Bahn die gleiche Situation und deswegen egal, ob Flughafen oder Bahn. Wenn man schon baut, dann müsste man halt so bauen, dass es Sinn macht und zukunftsfähig ist. Für den Flughafen hätte es Sinn gemacht, ihn zwischen A8 und A9 und die entsprechenden Bahnzuläufe nach München zu bauen, nicht abseits davon. Da wäre der Schlenker über den Flughafen, den man heute mit der Idee einer Neubaustrecke von Ingolstadt nach München möglicherweise zu beheben versucht sehr viel einfacher gewesen.
Oder man hätte wenigstens beim Bau der SFS nach Ingolstadt den Schlenker zum Flughafen gleich bauen sollen und auslegen auf eine Geschwindigkeit, dass man den dadurch entstehenden Zeitverlust wieder einfährt. Oder man hätte den Transrapid bauen können. Oder gleich München21, dass man auch vom Osten zum HBF München einfahren kann.

Ich sage ja nicht, dass der falsche Standort des Flughafens der einzige Fehler ist, der gemacht worden ist. Die Entscheidung, München 21 nicht zu bauen halte ich ebenso ebenfalls für einen Riesenfehler, wie auch die Aufgabe des Transrapids. Dadurch hat man leider viele Möglichkeiten vergeben und auch sonst nicht viel gemacht bisher, um diesen Geburtsfehler des Flughafens zu beheben. Nicht einmal die versprochene Express-S-Bahn gibt es heute.von der (
 
Vor der Flughafeneroeffnung sei ja mal geplant gewesen, die S-Bahn dorthin mit lokbespannten Zügen anstatt den damals üblichen und immer noch eingestzten E-Triebzuegen der BR420 zu bedienen. Da hätte dann als Zuglok eine mit nur einem Führerstand ausgestattete Version der damals noch weitverbreiteten sogenannten Einheits-Elloks der Baureihe 140 eingesetzt werden sollen.
 
Die Begeisterung über diese "Sensation" scheint sich bei denen, die Einblick in die überlastete Bahninfrastruktur zu scheinen haben, in Grenzen zu halten:
Wenn ich lese, dass eines der Argumente ist, die Infrastruktur auf dem Nordring sei extrem limitiert, frage ich mich, wie groß der Informationsgehalt des ganzen Posts ist. Denn die Linie soll nicht über den Nordring geführt werden, sondern Pasing -> Südring -> Ost.

Und sonst muss man das immer im Kontext dessen lesen, dass die DSO schon ein Haufen wirklich erklärter Griesgrame ist, die erstmal alles zerreden. Ich will gar nicht leugnen, dass es gar keine möglichen Probleme gibt. Aber die Infrastruktur steht, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Auch wenn der möglicherweise von manchem Stau auf der Schiene geprägt sein mag. (Was übrigens auch erklärt, warum dort besonders die arbeitenden Eisenbahner am liebsten weniger Verkehr mit möglichst wenig Fahrgästen hätten; es macht ihren Alltag einfacher.)
 
Wenn ich lese, dass eines der Argumente ist, die Infrastruktur auf dem Nordring sei extrem limitiert, frage ich mich, wie groß der Informationsgehalt des ganzen Posts ist. Denn die Linie soll nicht über den Nordring geführt werden, sondern Pasing -> Südring -> Ost.

Und sonst muss man das immer im Kontext dessen lesen, dass die DSO schon ein Haufen wirklich erklärter Griesgrame ist, die erstmal alles zerreden. Ich will gar nicht leugnen, dass es gar keine möglichen Probleme gibt. Aber die Infrastruktur steht, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Auch wenn der möglicherweise von manchem Stau auf der Schiene geprägt sein mag. (Was übrigens auch erklärt, warum dort besonders die arbeitenden Eisenbahner am liebsten weniger Verkehr mit möglichst wenig Fahrgästen hätten; es macht ihren Alltag einfacher.)
Es geht ja um die Güterzüge, die vom Nordring kommend Richtung Süden fahren, bzw. andersrum. Und da liegen halt zwischen Zamdorf und Johanneskirchen nicht unendlich viele Gleise. Und von wegen “die Infrastruktur steht”. Wie marode die ist, merken die S-Bahn Pendler nahezu täglich. Insofern sollten die ICE Fahrgäste genug Zeitreserve einplanen. Abgesehen davon frage ich mich, woher du deine Kenntnisse über die Arbeitsmoral des Bahnpersonals hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht ja um die Güterzüge, die vom Nordring kommend Richtung Süden fahren, bzw. andersrum.
Ich weiß, aber ich sehe das große Problem nicht, wenn da alle zwei Stunden zwei Trassen vom SGV weggenommen und dem SPFV zugesprochen werden. (Wenns nach mir ginge, wäre der ganze Bereich da schon viergleisig ausgebaut, aber ich regiere leider nicht.)

Natürlich wird da gerade nicht das Rad neu erfunden und eine Königslösung ist es jetzt auch nicht wirklich. Aber für alle Reisenden aus Stuttgart, Ulm und Augsburg ist es doch eine fantastische Angebotsverbesserung, wenn man jetzt 15 Minuten schneller und ohne Umsteigen zum Flughafen kommt.
 
Zurück
Oben