Ganz einfach BelAir, wer von "Deutscher BA" spricht, ist nicht up to date!
Die dba existiert als Airline schon länger auf dem deutschen Markt. Ihre Umwandlung in eine Low-Cost-Airline wurde allerdings erst seit April 2002 Schritt für Schritt durchgeführt. Mittlerweile sieht die Airline unter einer neuer Führung wieder eher Geschäftsreisende als Hauptzielgruppe und kehrt sich vom reinen "Billigflieger" ab. Dennoch wurden viele für Lowcost-Airlines typische Ansätze beibehalten. Die "Delta Air" als Vorgängergesellschaft der Deutsche BA wurde bereits im März 1978 gegründet und flog mit Maschinen vom Typ Twin Otter, Dornier 228 und Swearingen Metro Destinationen ab Friedrichshafen. Mitte der 80er Jahre nahm Delta Air zahlreiche Linienflüge mit SAAB 340 auf. 1992 wurde British Airways Anteilseigner bei Delta Air.
Die Airline wurde daraufhin in "Deutsche BA" umbenannt und zusammen mit den ersten Boeing 737-300 bekam die Fluggesellschaft eine Bemalung in Anlehnung an den britischen Flag-Carrier. Bereits im selben Jahr transportierte die Deutsche BA fast 1 Million Passagiere im innerdeutschen Liniendienst, ein Jahr später wurde auch der Charterverkehr nach Griechenland, Spanien, Irland und in die Türkei aufgenommen. 1994 erfolgte dann der Umzug von Friedrichshafen an den Münchener Flughafen, wo die Deutsche BA seitdem ihren Hauptsitz hat. 1995 nahm die Deutsche BA dann auch europäische Linienstrecken in ihren Flugplan auf und bedient London-Gatwick ab München. Zu diesem Zeitpunkt flog die Airline mit Boeing 737-300, Fokker 100, SAAB 340 und SAAB 2000.
Eine Vereinheitlichung der Flotte auf die Boeing 737-300 erfolgte 1998. In der Folgezeit konzentrierte sich die Deutsche BA vor allem auf innerdeutsche Flüge in Konkurrenz zur Lufthansa. Gleichzeitig standen Chartereinsätze für zahlreiche Reiseanbieter im Flugplan. Trotz hoher Beliebtheit bei den Passagieren, einer hervorragenden Pünktlichkeitsstatistik und etlichen Auszeichnungen flog die Deutsche BA aber weiterhin Verluste ein. Nach den guten Erfahrungen mit dem Verkauf der ebenfalls defizitären "Go" und drückenden eigenen Verlusten erwog British Airways daraufhin bereits Ende 2001 öffentlich einen Verkauf der Deutschen BA.
Im April 2002 schlägt die Deutsche BA mit einem neuen Konzept einen Sanierungskurs ein. Der Name wird in "dba" geändert und eine völlig neue Corporate Identity macht die ersten Schritte in der Verwandlung zu einer "Billigairline" auch nach außen hin sichtbar. Radikale Änderungen gibt es auch im Flugplan: Die Fluggesellschaft bedient zunächst nur noch die innerdeutschen Strecken und zieht sich aus dem verlustreichen Geschäft als Zubringer für die Muttergesellschaft British Airways zurück. Die neue dba sieht sich aber nicht als "normale" No-Frills Billigairline, sondern als "Low-Frills"-Airline, da man weiterhin Metropolenflughäfen anfliegt, die Beinfreiheit nicht ändert und entgegen anderer Low-Cost-Airlines beispielsweise auch Wert auf passagierfreundliche Terminal-Positionen legt.
Ähnlich wie bei allen anderen Low-Cost-Airlines gilt bei den günstigsten Tarifen ein begrenztes Sitzplatzangebot. Die Preise auf allen Flügen entwickeln sich entsprechend der Buchungslage und liegen im Höchstfall bei rund 230,- Euro pro Flug. Gebucht werden können alle Flüge sowohl im Internet als auch über das dba-Call-Center sowie über Reisebüros. Bereits im Mai 2002 sicherte sich easyJet von British Airways eine Kaufoption zum Erwerb der verlustreichen Deutschen BA. Mit der Kaufoption erwarb die englische Billigfluggesellschaft das Vorkaufsrecht für die Gesellschaftsanteile der British Airways bis zum 31. März 2003. Der Kaufpreis für die Übernahme sollte je nach Kaufzeitpunkt zwischen 30 und 46 Millionen EUR liegen.
Als Gegenleistung für das Vorkaufsrecht inverstierte easyJet mehrere Mio. Euro in die Umstrukturierung zu einer Billigairline. Ursprünglich wollte easyJet möglichst schnell eine Entscheidung fällen, stellte aber eine Reihe operativer und stuktureller Forderungen zur Umwandlung der dba in eine Billigairline. Spätestens nach dem Scheitern der neuen Tarifverhandlungen für die Piloten der dba wurde dann aber immer klarer, dass bei easyJet das Interesse an der dba deutlich nachließ. Mitte März 2003 vermeldete easyJet dann, die dba definitiv nicht übernehmen zu wollen. Für den symbolischen Wert von einem Euro verkaufte British Airways ihre deutsche Tochter dba dann zum 1 Juli 2003 an den deutschen Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl. Im Gegenzug werden die Briten bis Juni 2006 mit 25 Prozent an einem möglichen Gewinn der Low-Cost Airline beteiligt.
Einen dba-Flug gibt es inklusive aller Steuern und Gebühren bereits zu einem Komplettpreis ab 37 Euro. Innerdeutsch können dba-Kunden von München, Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, Düsseldorf, Stuttgart, Dresden, Hannover, Münster/Osnabrück, Frankfurt, Bremen, Karlsruhe/Baden-Baden und Nürnberg mit dem dba-Spartarif ab 15 Euro (zuzüglich Steuern und Gebühren) günstig abheben. International fliegt das Unternehmen nach Nizza, Ibiza, Athen, Thessaloniki, Florenz, Rom, Bastia, Stockholm, Tiflis und Moskau.
Die dba spricht neben Privatreisenden vor allem Geschäftskunden an. Besonders attraktiv für diese Kunden ist der Flexi-Tarif der dba: Der Passagier erwirbt bei innerdeutschen Flügen für 175 Euro (zuzüglich Steuern und Gebühren) und bei internationalen Flügen für 275 Euro (zuzüglich Steuern und Gebühren) ein Ticket, das volle Flexibilität bietet – es ist jederzeit verfügbar und kostenlos umzubuchen. Für Spar- und Flexi-Tarif gilt: dba-Passagiere können stets Hin- und Rückflug unabhängig voneinander buchen; lästige Restriktionen wie Vorausbuchungsfristen und Mindestaufenthalte, die bei traditionellen Fluggesellschaften immer noch üblich sind, kennen dba-Kunden nicht.