Bodenverkehrsdienste MUC (Teil II)

Saigor

Mitglied
Ich verstehe den Frust, aber das ist meilenweit zu kurz gedacht. BWLer verzapfen diesen Mist nicht, weil sie einfach zu blöd sind, um von der Tapete zur Wand zu denken. BWLer verzapfen diesen Mist, weil sie darum gebeten werden.

Wenn es die Maßgabe wäre, könnten dir BWLer die Firma mit den schönsten und entspanntesten Arbeitsbedingungen zaubern. Tun sie aber nicht, weil im aktuellen Zustand unseres Wirtschaftssystems Langlebigkeit und Kontinuität nicht mehr von Bedeutung sind. Weil kurzfristige gute Kennzahlen wichtiger sind als langfristiger Erfolg. Ihr wettert gegen das Symptom, dabei seid ihr eigentlich wütend auf die Krankheit.
Kurzfristige Kennzahlen sind wichtig bei einem Staatsunternehmen das Monopol Stellung hat und quasi Infrastruktur ist? Echt? Ich glaube da schätzt du zu viele der Manager besser als sie in Wirklichkeit sind. Die kennen ihr Lehrbuch (nicht Mal gut) und glauben das passt immer. Gegenrede nicht erwünscht. Da ist nicht ein Minimum an Verstehen der Lage, was wichtig für die Firma ist, oder ganz abwegig der Beschäftigten. Fehlerkultur? Null.

Und selbst wenn ich das jetzt außen vor lasse mit dem Staatsunternehmen, bringt es ja nichts (weder Firma noch Eignern noch Beschäftigten) wenn ich kurzfristig gute Kennzahlen habe, die Firma aber 5 Jahre nach den tollen Kennzahlen bankrott ist. (als eines der x Beispiele mag Karstadt dienen, Pleite Dank Middelhof) Das mag dann diejenigen Manager nicht mehr betreffen, aber von der, nach meinem Verständnis, ureigensten Aufgabe eines Managers ist derjenige dann weit weg. Gut? Sicher nicht. In meinen Augen ist sicher die Mehrzahl der Manager nicht fähig von 12 bis Mittag zu denken.

Saigor
 

Justman

Mitglied
Von einem Staatsunternehmen spricht man u.a., wenn der Staat das mehrheitliche oder vollständige Eigentum an einem Unternehmen erworben hat. Insofern trifft das bei der Lufthansa nicht zu, weil der Staat selbst auf dem Höhepunkt der Corona-Krise (glaube ich) nicht mehr als 20% der Anteile hielt.

Die Gefahr ist, bei diesem Thema Entscheidungen, die sich im Nachhinein als fehlerhaft herausgestellt haben, als Versagen der Betriebswirtschaftlehre zu titulieren.

Auch ich bin kein Fan von Entlassungen. Dennoch bin ich überzeugt, dass zum damaligen Zeitpunkt die Mehrheit der Argumente für eine Kombination aus Kurzarbeit, Frühruhestand und betriebsbedingter Kündigungen sprach. Hätte man diese Entscheidung nicht getroffen, ich denke die Finanzlage der Lufthansa wäre heute desolat. Und weitere Staatshilfen wären nötig, die widerum großen Aufschrei verursachen würden [bei einer unpopulären Branche wie der Luftfahrt].

Nicht nur mein Beruf, in dem ich arbeite, macht es notwendig, betriebswirtschaftlich zu denken. Betriebswirtschaft ist die Grundlage, ein Unternehmen erfolgreich zu führen - dazu gehört auch, den Unternehmenswert zu steigern (klassische Wertorientierung) und das Risiko des Eigentümers durch angemessene Verzinsung des Eigenkapitals zu vergüten.
Ich stimme zu, dass bei dieser betriebswirtschaftlichen Wertorientierung in der Vergangenheit die ethische Komponente komplett vernachlässigt wurde und, wie man jetzt sieht, durch attraktivere Alternativen am Arbeitsmarkt die prekäre Situation besteht, selbst nicht mehr genügend Personal zur Verfügung zu haben.

Insofern mein Urteil: Entlassungen waren zu einem bestimmten Zeitpunkt richtig und wichtig, jedoch wurde zu lange ignoriert, in das Personal angemessen zu investieren.

Ich möchte niemanden auf den Schlips treten und hoffe auf eine weiterhin sachliche Diskussion :)
 

Netto

Mitglied
Von einem Staatsunternehmen spricht man u.a., wenn der Staat das mehrheitliche oder vollständige Eigentum an einem Unternehmen erworben hat. Insofern trifft das bei der Lufthansa nicht zu, weil der Staat selbst auf dem Höhepunkt der Corona-Krise (glaube ich) nicht mehr als 20% der Anteile hielt.

Die Gefahr ist, bei diesem Thema Entscheidungen, die sich im Nachhinein als fehlerhaft herausgestellt haben, als Versagen der Betriebswirtschaftlehre zu titulieren.

Auch ich bin kein Fan von Entlassungen. Dennoch bin ich überzeugt, dass zum damaligen Zeitpunkt die Mehrheit der Argumente für eine Kombination aus Kurzarbeit, Frühruhestand und betriebsbedingter Kündigungen sprach. Hätte man diese Entscheidung nicht getroffen, ich denke die Finanzlage der Lufthansa wäre heute desolat. Und weitere Staatshilfen wären nötig, die widerum großen Aufschrei verursachen würden [bei einer unpopulären Branche wie der Luftfahrt].

Nicht nur mein Beruf, in dem ich arbeite, macht es notwendig, betriebswirtschaftlich zu denken. Betriebswirtschaft ist die Grundlage, ein Unternehmen erfolgreich zu führen - dazu gehört auch, den Unternehmenswert zu steigern (klassische Wertorientierung) und das Risiko des Eigentümers durch angemessene Verzinsung des Eigenkapitals zu vergüten.
Ich stimme zu, dass bei dieser betriebswirtschaftlichen Wertorientierung in der Vergangenheit die ethische Komponente komplett vernachlässigt wurde und, wie man jetzt sieht, durch attraktivere Alternativen am Arbeitsmarkt die prekäre Situation besteht, selbst nicht mehr genügend Personal zur Verfügung zu haben.

Insofern mein Urteil: Entlassungen waren zu einem bestimmten Zeitpunkt richtig und wichtig, jedoch wurde zu lange ignoriert, in das Personal angemessen zu investieren.

Ich möchte niemanden auf den Schlips treten und hoffe auf eine weiterhin sachliche Diskussion :)
Was aber von den Herren gänzlich unterschätzt wurde, dass die Personalbeschaffung nun deutlich schwieriger geworden ist, daher möchte ich dir in vielen Punkten zustimmen, aber es wäre auch anders gegangen bzw. hätte das Hochfahren (ist ja auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung) anders gestalten müssen. Hier haben doch viele Unternehmen aus meiner Sicht versagt auf ganzer Linie.
 

Justman

Mitglied
Was aber von den Herren gänzlich unterschätzt wurde, dass die Personalbeschaffung nun deutlich schwieriger geworden ist, daher möchte ich dir in vielen Punkten zustimmen, aber es wäre auch anders gegangen bzw. hätte das Hochfahren (ist ja auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung) anders gestalten müssen. Hier haben doch viele Unternehmen aus meiner Sicht versagt auf ganzer Linie.

Da stimme ich dir voll und ganz zu! Man hat sicherlich damit gerechnet, Personal am Arbeitsmarkt einfacher zu aquirieren :) Insofern hatte Corona auch was „Gutes“, weil ein Branchenwechsel vorher für viele Leute nicht in Frage gekommen wäre - jetzt sieht man, dass es wo anders sogar besser für einen selbst sein kann :)

Ich hoffe, dass das ganze Chaos am Ende dazu führt, in der Luftfahrt oder in luftfahrtnahen Branchen eine angemessene Entlohnung wieder als selbstverständlich anzusehen (-> nicht nur dort, generell) und unsere Flughäfen wieder aufblühen!
 

Saigor

Mitglied
Ich sprach nicht von der Lufthansa sondern von meinem Laden, der DFS. 100% Staatsbesitz.

Und es geht mir zu hauf auch um Entscheidungen die vorab von der normalen Belegschaft als Fehler angesehen werden, dennoch durchgezogen werden und sich dann als wirklich Scheiße herausstellen.
Your Call....

Saigor
 

Netto

Mitglied
O
Ich sprach nicht von der Lufthansa sondern von meinem Laden, der DFS. 100% Staatsbesitz.

Und es geht mir zu hauf auch um Entscheidungen die vorab von der normalen Belegschaft als Fehler angesehen werden, dennoch durchgezogen werden und sich dann als wirklich Scheiße herausstellen.
Your Call....

Saigor
... oder auch eine Meldung von gestern bezüglich BP Gewinne, die fast zu 100% in die Aktionäre und nicht in Entwicklung umweltverträgliche Kraftstoffe zugeführt werden. Schon ein wenig Volksverarschung, weil die eindeutig Gewinner der Krise ist. Hier ist auch schon wieder die Politik machtlos, wie an so vielen Stellschrauben derzeit!
 

Viel_Flieger

Mitglied
Eine Abfertigungslizenz ist wieder ausgeschrieben. Laufzeit 7 Jahre ab 01.03.2024.

 

Raptor17

Mitglied
Eine Abfertigungslizenz ist wieder ausgeschrieben. Laufzeit 7 Jahre ab 01.03.2024.

Ist das für eine 3. Firma oder wäre das die Lizenz die Swissport im Moment hat?
 
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