Kurze Frage, kurze Antwort

Larsi

Mitglied
Hallo zusammen, kann mir ein Pilot vielleicht in etwa die Unterschiede im fliegerischem Handling
schreiben, zwischen B738 und B753 ?

Ich weiß, beide Muster, mit konventioneller Steuerung. Trotzdem gibt es sicherlich Unterschiede.
Im Anflug, Landung....ect.

Danke - Lg Lars
 

yogibear_II

Mitglied
Mich würden einmal 2 Dinge aus dem Cockpit interessieren:
1. Wenn der Nebenmann eine Ruhepause macht und (kurz) schläft, habt ihr Tricks, nicht selbst mit einzunicken? Das kennt man ja vom Autofahren, dass Müdigkeit und Schlafen durchaus ansteckend sind.

2. Was macht ihr, um für die Landung topfit zu sein, die ja zu den unmöglichsten Zeiten der inneren Uhr stattfinden kann, also zum Beispiel wenn man eigentlich gerade in einer Tiefschlafphase ist.
 

Bruchpilot

Mitglied
Mich würden einmal 2 Dinge aus dem Cockpit interessieren:
1. Wenn der Nebenmann eine Ruhepause macht und (kurz) schläft, habt ihr Tricks, nicht selbst mit einzunicken? Das kennt man ja vom Autofahren, dass Müdigkeit und Schlafen durchaus ansteckend sind.

2. Was macht ihr, um für die Landung topfit zu sein, die ja zu den unmöglichsten Zeiten der inneren Uhr stattfinden kann, also zum Beispiel wenn man eigentlich gerade in einer Tiefschlafphase ist.
Man erscheint wach und ausgeruht zum Dienst, und ist dann in der Lage tatsächlich einige Stunden während der Arbeit wach zu bleiben, und das Schafen in den Feierabend zu verlegen.
 

C9T1

Mitglied
Man erscheint wach und ausgeruht zum Dienst, und ist dann in der Lage tatsächlich einige Stunden während der Arbeit wach zu bleiben, und das Schafen in den Feierabend zu verlegen.
Der war gut...

Realität an der Homebase: Man versucht, wach und ausgeruht zum Dienst zu erscheinen. Und es gibt Millionen von Gründen, warum das ziemlich oft nicht klappt.

Unterwegs:

Abgesehen davon, das man Zeitverschiebung/ Nachtflug oder beides in den Knochen hat und das man auf Knopfdruck zu Zeiten schlafen soll, zu denen der Ottonormalmensch im negativen Fall arbeiten muss und im positiven Fall mit dem Caipi in der Hand seinen Kumpel für die Poolparty aus dem Nebenzimmer klopft oder seine Freundin/ bezahlte Kurzzeitfreundin inklusive Bett durch die Wand rammt, ist ein „Bitte nicht stören“ Schild ist meistens eine Aufforderung, genau dies zu tun. Besonders gerne wird das Nebenzimmer dann mit vollstem Einsatz intensiv gereinigt, die schlechte Note der Tochter mit der Kollegin vor der Tür oder gleich von Zimmer rechts zu Zimmer gegenüber besprochen oder im Stock darüber Möbel verrückt. Man kann lange Möbel verrücken, es scheint gemessen an der Dauer immer sehr viel Spaß zu bereiten.
Gerne auch zeigen Hotels ihre Zukunftsplanungen und lassen Handwerker im Zimmer nebenan wichtige Bohr- und Sanierungsarbeiten vornehmen.
Und vergisst man nur einmal das Türschloss, steht plötzlich kurz nach einschlafen jmd im Zimmer „Minibar! oder noch besser: You have to leave the room now!
Gerne genommen wird auch der Feueralarm, oder der Fernseher geht mitsamt sanfter, auf voller Lautstärke laufender Begrüßungsmusik und Full HD LED Lichtmaschine an und leuchtet den Raum bis auf den letzen Winkel aus. „Welcome to our Hotel, Mr Xyz!“ Gerne folgt danach das voherige Beispiel als Sicherheitsleistung, falls man dann doch nochmal eingeschlafen sein sollte. You have to leave the room Sir! Nein, ich bleibe bis 2000! Sorry, its not in my system, you have to leave now....

Die Spielkiste für Lärm ist groß. Wecker, die einfach losgehen, Telefonanrufe zwei Stunden vor Wakeup, ob den alles zur Zufriedenheit sei im Moment ( aus dem Tiefschlaf gerissen vielleicht lieber nicht ehrlich zu beantworten), nicht abschaltbare Klimaanlagen, die sowohl Luftstrom als auch Geräuschkulisse eines in zwei Meter Abstand vorbeirauschenden ICE mit Achsschaden unglaublich genau simulieren, Trennungen und Ehedramen vor der Zimmertür, brünftige Pfaue auf dem Balkon ( die Männchen waren weggesperrt oder in Zubereitung für das Abendessen und so wurde das Leid laut geklagt), die eine Mücke, die immer nur da ist, wenn das Licht aus ist, Zimmerparty der Collegebasketballmanschaft, prügelnde Pärchen im Nachbarzimmer (vom Kollegen erlebt), erfinderische Gewitter, die den dicken Vorhang durch geschickte Stromströße umgehen und alle Lichter im Zimmer plötzlich flackern lassen, falls der Donnerschlag in der Klasse Bombenabwurf direkt ins Zimmer noch nicht fürs erwachen gereicht hat. Lautsprecherfahrzeuge, deren Aufgabe es ist, das Konkurrenzgefährt des weniger korrupten Kandidaten mit dem Subwoofer von der Strasse zu fegen. Demos gegen, für und über etwas. Wenn man Gück hat, hört man die Parolen nicht, sondern nur die drei kreisenden Helikopter direkt darüber.
Oft gibt es live a Capellamusik, wenn der Muezzin lautsprecherverstärkt seine Schäfchen herbeisingt.

Auch gibt es tatsächlich Nationalitäten, die ihr Auto nicht nur visuell, sondern auch soundtechnisch auf dem aktuellsten Stand halten und einen voller Stolz durch den nicht verschließbaren Fensterspalt (tagsüber für die stündlichen tropischen Regenschauer und nachts für die Mückenschwärme) aus dem Schlaf hupen.
Ebenso muss man akzeptieren, das in jeder Boomtown dieser Welt Wolkenkratzer Nr.520 um 2:30 nachts Beton für Stockwerk 85 geliefert bekommt, während die Baugrube für die neue Metrolinie 24h am Tag aus dem Gestein gepresslufthämmert wird.

Schlafhygene ist wichtig, aber Theorie und Praxis beißen sich halt manchmal, trotz sehr hohem Hotelstandard, siehe oben.

Aber man lernt auch gerne was dazu, ich kann mittlerweile „Who let the dogs out“ im Schlaf mittrommeln, jede Liftglocke dieser Welt nachsummen und am Hupen Morgenrushhour von Feierabendverkehr unterscheiden. Bald kann ich sicherlich auch alle Hotelstaubsaugermodelle dieser Welt auswendig, ich arbeite auf jeden Fall daran.


Um die Ursprungsfrage zu beantworten:

Jeder macht es anders. Ich stehe gerne auf, bevor der Kollege nappt und vertrete mir kurz die Beine, versuche aufrecht zu sitzen, die Temperatur nicht zu warm. Die Kabine kontrolliert im Idealfall auch durch Anruf oder andere Möglichkeiten, ob wir wach sind.

Zur Landung fit bin ich eigentlich immer, da man ab einer Stunde vor der Landung deutlich mehr zu tun hat und mein Körper auch merkt, das man demnächst Feierabend/mittag/morgen/nacht hat.

Aber jeder ist anders... ich nappe auf Nachtflügen selten, meistens nach Frühaufstehern aus Deutschland, wenn der Wecker um 0200 in der Nacht geklingelt hat und die Müdigkeit auf dem Heimweg nach dem Abflug kommt.

Dazu gesagt werden muss, das man auch auf vielen Flügen überhaupt keine Zeit für Müdigkeit hat, da permanent irgendetwas für Beschäftigung sorgt, sei es Wetter, Fluggäste oder Technik.

Gruß C9T1
 
Zuletzt bearbeitet:

Bruchpilot

Mitglied
Nur ist nicht jeder Pilot immer nur nachts und auf der Langstrecke unterwegs, und es soll bisweilen sogar Crewhotels ohne aktuelle Bauarbeiten, anwesende Feierbiester, oder ähnliche Störgeräusche geben. Die Frage war ja allgemein an alle Piloten überall gestellt.
 

Stef82

Mitglied
Frage: steh grad an der Südbahn. Klares wetter. Keine Wolken. Sonne.
Und nur ein einziges Flugzeug beim enteisen (LH A330).
Welche Gründe gibt es an einem Tag wie diesen dafür dass enteist wird? Und wieso nur dieses eine Flugzeug?
 

muc-driver

Mitglied
Das wahrscheinlichste ist, das der Flieger von der Landung noch so viel kalten Sprit im Tank gehabt hat, das sich Eis/Frost auf den Tragflächen gebildet hat.
 

C9T1

Mitglied
https://aircrafticing.grc.nasa.gov/documents/AircraftIcing_Glossary.pdf

Zu finden unter cold soak effect/ cold soaking

Um noch etwas interessantes beizufügen: Dieses Phänomen kann auch an sehr heißen Orten auftreten, was dann meistens für böse Überraschung sorgt, da z.B. Hurghada nicht mit Enteisungsfahrzeugen gesegnet ist.
Meistens passiert so etwas bei Tankeringflügen, Grund dafür können entweder mehrere Legs am Stück mit kurzer Turnaroundzeit sein oder wenn der Sprit am Zielort sehr teuer ist. Meistens hilft dann nur auf die Sonne warten oder warmen Sprit dazutanken.

Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:

mhduke

Mitglied
Hallo zusammen,

ich hoffe ich kann hier eine Frage zu einem Anflug stellen, auch wenn es nicht MUC ist.

Von was bitte hängt es ab, wie ein Flughafen genau angeflogen wird.
Mich interessiert hier explizit der genaue Anflug von EK703 (DXB-MRU)

Denn es gibt wohl zwei "Strecken".
Siehe Bilder.

Wer legt fest, wann bzw. warum genau so angeflogen wird und von was hängt das ab?

Noch eine kurze Erklärung warum ich das wissen will.
Ich selbst war schon sehr oft auf MRU.
Das nächste Mal fliegen aber die Kinder der Lebensgefährtin mit und ich würde die Sitze gern so wählen (links / rechts) dass man einen bestimmten Punkt (wo wir dann wohnen) beim Anflug sieht.
Erwischen wir die falsche Seite bzw. Route, wird das aber nix.
Kleine Problemchen... ich weiß, ich würde es aber trotzdem gern hinbekommen.


Danke schon mal für Eure Antworten.


Gruß
 

Anhänge

Machrihanish

Global Moderator
Mitarbeiter
"Route-1" sieht nach dem Standardanflug aus NW aus, während "Route-2" einfach eine taktische Abkürzung des Controllers (direct ESPIR) bei sehr ruhigem Verkehr sein dürfte, spart geringfügig Flugminuten.

Die für Deine Absichten bedeutsamere Variante dürfte der Anflug von See her sein, der je nach Einflugsektor von der Nordspitze her im Uhrzeigersinn etwas abseits der Küste um die Insel herum oder stracks über die Insel und den Flughafen mit einer anschließenden Umkehrkurve erreicht wird.

Hauptfaktor dürfte der Wind des Tages sein, zudem die Sicht sein, denn der von Dir gezeigte Anflug hat ein ILS, der von See her nicht, und damit etwas schlechtere (höhere) Minima.

Daher am Tag der Sitzreservierung nochmal in die History des Fluges schauen, Wetterbericht Mauritius studieren und dann ein glückliches Händchen bei Deiner Entscheidung haben. Und Streßtoleranz bei abweichendem Verlauf, vielleicht der Herzdame vorher nichts versprechen. Gibt ja wirklich Schlimmeres als Mauritiusurlaubsbeginne mit Falschanflug...
 

mhduke

Mitglied
Der Verkehr nach MRU dürfte im Grunde immer "ruhig" sein, zumindest im Vergleich zu europäische Flughäfen.
Und klar ist die Streßtoleranz vorhanden, bin aber grundsätzlich recht neugierig und plane Dinge auch bis ins Detail.
Zumindest kenne ich keinen, der seinen Sitzplatz, unter anderem, nach der Anflugroute wählt :cool:

Danke auf jeden Fall schon mal für Deine Antwort, wobei mir das als Volllaie teils schon etwas zu viel Fachchinesisch ist.

Und nein, ich brauch den Anflug über Land. Denn die Sitze sind schon reserviert.... auf der rechten Seite.
Wenn mir jetzt noch einer verrät, ob der Pilot Einfluss auf die gewählte Route hat, wäre ich sehr dankbar.


Schönen Tag und Gruß

Nachtrag: etwas weiter ausgezoomt sehen die Routen jeweils so aus.
Bei der über See biegt er halt im Anflug vorher schon etwas ab, während beim Anflug über Land am Ende der Turn erst auf Höhe der Nordspitze der Insel kommt.

Zusatzfrage: ein Forum in dem sich vornehmlich EK Piloten aufhalten, weiß nicht gerade einer. Dann könnte man mal die "Kutscher" selber befragen...
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:

Machrihanish

Global Moderator
Mitarbeiter
Sir, Anflug via GABKI ehemals Grand Bay DVOR (Nordspitze) (oder nicht) wird von ATC mandatiert soweit erforderlich. Nach meinen Unterlagen hat MRU bisher kein Radar und einen Berg im Anflug, da wird es sehr schnell voll und schon ein zweiter Flieger im selben Sektor kann zum peniblen Ausfliegenlassen der kompletten veröffentlichen Procedures führen.
 

mhduke

Mitglied
auch wenn ich davon mal gar keine Ahnung habe, aber wenn ich die von Dir verlinkte Karte richtig deute, wäre der "korrekte" Anflug so wie die von mir benannte Route 1.
und ATC = air traffic control also die Flugsicherung?
Berg ja ist ja auf der Karte auch gut zu sehen.
soweit mir bekannt, ist ex MRU, departure, immer Richtung Süd-Osten

ich werde mir mal ein paar replays anschauen, um ggf. rauszufinden, ob es an anderen Maschinen im Luftraum liegt.

nochmals Danke für Eure Antworten.
 
Oben