Sommer 2020 MUC - Lufthansa

Netto

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Man muss dies aber schon ein wenig differenzierter Betrachten, da sonst sich ein Bild abzeichnet, was zu falschen Schlussfolgerungen kommt.
Die beiden Hub's Frankfurt und München und zugleich größten Flughäfen von Deutschland haben naturgemäß bei derartigen Krisen auch die größten Einbrüche an Verkehrszahlen zu verzeichnen.
Frankfurt punktet während der Krise durch Rückführungsflügen und Frachtflügen. Bei den Paxrückgängen sind die größten vier deutschen Flughäfen (FRA,MUC,TXL,DUS) eigentlich ziemlich nah beisammen nach Prozenten, in absoluten Zahlen führt hier Frankfurt. Durch die Hubfunktion trifft es Frankfurt und München wegen doppelter Zählung der Umsteiger und relativ geringen Anteil an LowCostlern besonders stark, diese Airlines haben etwas schneller wie die Hubairlines ihre Kapazitäten wieder hochgefahren.
Warum Berlin und Düsseldorf fast identische Zahlen an Rückgängen wie München aufweist (trotz Hubfunktion und stärkster Restriktionen in Bayern) wundert mich doch etwas.
Städte wie Hamburg, Hannover, Köln/Bonn oder Stuttgart sind deutlich weniger betroffen, Ursache hierfür ist mir nicht ganz schlüssig. Von den ganz kleinen will ich hier gar nicht sprechen, weil weniger aussagekräftig zu den großen Hubs.
Warum in Leipzig, Köln/Bonn und Frankfurt die Cargofliegerei weniger betroffen ist und daher Stressfreier abläuft kann sich auch jeder vernünftig denkende Mensch (in Krisenzeit ist das ungleich schwieriger zu verlangen) ausdenken. Der grenzüberschreitende Bahnverkehr und LKW-Verkehr ist ja auch nicht besonders betroffen von Corona. Schnelltests für Ladegut ist ja nicht notwendig und auch nicht angedacht.
Daher halte ich die Aussage der Einäugige unter den Blinden fast schon eine Beleidigung für den Flughafen München.

Richtig ist, dass sich die Flughäfen was ausdenken müssen, aber dies trifft wohl auch auf fast alle Flughäfen in Deutschland und auch Europa zu.
Durch viele freie Slots an den Flughäfen wird möglicherweise über die nächsten Jahre wieder ein Abfluss von Kapazitäten zu den größeren Airports erfolgen, was speziell an den Regionalflughäfen und mittelgroßen Flughäfen zu anhaltenden Problemen führen kann. Nicht nur der Personalabbau für die aktuelle Phase und darauffolgenden Jahre 2021/2022, sondern evtl. langfristig.

Leider durchwegs kein schönes Bild für die Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften.
 
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tobi

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Es sind ja auch noch Langstrecken, die wiederaufgenommen wurden, nach kurzer Zeit wieder gestrichen worden, so zum Beispiel HND, SFO oder YUL. oder, um andere Airlines zu nennen, ATL durch Delta. Es wäre interessant, zu wissen, auf welchen Verbindungen unter normalen Umständen die im Sommer eingeplanten sieben A380 jetzt im Winter eingesetzt worden wären. Ich hätte mir da z. B. PEK oder LAX als zusätzliche Ziele gegenüber dem letzten Winter vorstellen können, vielleicht auch DEL. Aber jetzt wird dieser Flugzeugtyp wohl nie mehr für Lufthansa im normalen Liniendienst fliegen. Da außerdem DTW und SEA schon in der Vor-Corona-Zeit wohl vorerst nur für Sommer geplant waren, wären mit den zusätzlichen A350 jetzt vielleicht neue Ziele ab MUC aufgenommen worden (z.B. JNB
 
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