Sorge um unseren Airport ?

Schimmelreiter

Mitglied
Provokativ:
Macht sich keiner Sorgen um die Zukunft ?
Ich habe grade vor 3 Minuten wieder mal nen Flieger starten gehört ( 3,5 km Entfernung zum Startbahnkopf N)
Ich war 25 J. dort in guter Beschäftigung und bin jetzt im Ruhestand. Ich bin relativ skeptisch, ob es dort (und im airportbezogenen Umfeld) allen Beschäftigten in den nächsten Jahren weiterhin sorgenfrei gut geht.
Was meint Ihr ?
vG
 

Lucky Luke

Mitglied
Naja, um den Airport an sich muss man sich erstmal keine Sorgen machen... Runways und Terminal stehen und werden so schnell auch nicht verschwinden.

Dass es für die Beschäftigten weitergeht wie bisher, ist illusorisch. Die internationale zivile Luftfahrt erlebt gerade eine bisher nie dagewesene Krise, und natürlich wird das auch Auswirkungen auf nahezu alle am Flughafen angesiedelten Firmen haben. Da wird es in den nächsten Monaten und Jahren einige unschöne Schicksale geben...
 

Riem1980

Mitglied
Mit der zivilen Luftfahrt wird es allgemein bergab gehen. Unser Flughafen wird dabei vergleichsweise stark zu den anderen Knoten verlieren. Schon jetzt sieht man, das andere Airports, speziell Frankfurt, die Verluste besser auffangen können. Dabei rächt sich auch die fast nicht vorhandenen Frachtkapazitäten von MUC.
Vorrangig tun mir die Beschäftigten Leid, die wahrscheinlich in nächster Zeit, in nicht geringen Maße entlassen werden müssen. Ich möchte hierbei nicht schwarzmalen und hoffe sehr, das ich mich täusche.... :rolleyes:
 

eupemuc

Mitglied
Natürlich mache ich mir Sorgen um die Zukunft in MUC. Wenn man es gewohnt ist, dass ständig am Bürofenster vorbei Flugzeuge starten und landen, ist die Stille momentan eher ein beklemmendes Gefühl. Von einer Fahrt über das Vorfeld ganz zu schweigen. Um meinen Job mache ich mir, dank sehr langer Betriebszugehörigkeit, eigentlich keine Sorgen. Jüngere denken da wahrscheinlich anders. Und Neueinstellungen sind z.Z. sowieso gestoppt. Ob die momentane Kurzarbeit, die dank der Aufstockung einigermassen erträglich ist, auf Dauer reicht, wird sich zeigen. Und andere Einsparungspotenziale gibt es ja auch noch. Einige geplante Projekte wurden ja schon gestoppt, andere werden sicher noch folgen. Hoffentlich die richtigen.
Über kurz oder lang wird es wieder bergauf gehen, da bin ich mir sicher.
Aber mit dem Wachstum in MUC wird es vorerst vorbei sein.
 

moddin

Mitglied
Natürlich mache ich mir Sorgen um die Zukunft in MUC. Wenn man es gewohnt ist, dass ständig am Bürofenster vorbei Flugzeuge starten und landen, ist die Stille momentan eher ein beklemmendes Gefühl. Von einer Fahrt über das Vorfeld ganz zu schweigen. Um meinen Job mache ich mir, dank sehr langer Betriebszugehörigkeit, eigentlich keine Sorgen. Jüngere denken da wahrscheinlich anders. Und Neueinstellungen sind z.Z. sowieso gestoppt. Ob die momentane Kurzarbeit, die dank der Aufstockung einigermassen erträglich ist, auf Dauer reicht, wird sich zeigen. Und andere Einsparungspotenziale gibt es ja auch noch. Einige geplante Projekte wurden ja schon gestoppt, andere werden sicher noch folgen. Hoffentlich die richtigen.
Über kurz oder lang wird es wieder bergauf gehen, da bin ich mir sicher.
Aber mit dem Wachstum in MUC wird es vorerst vorbei sein.
Frage ist, wie lange wird die FMG aufstocken. Die LH hat ja schon vor der ersten Zahlung gesagt, dass man die Aufstockung überdenken muss, um überleben zu können.

Sicher kann sich momentan niemand sein, der in der Luftfahrt arbeitet. Es kann jeden treffen, egal wie lange man schon dabei ist. Frage wird dann sein, wie sehen die Abfindungen aus. Und wenn es, wie Spohr im 'Offen gesagt' meinte, über zwei Jahre andauern wird mit Kurzarbeit, wird es zig Privatinsolvenzen geben bzw die Leute sich vorher nach einem sichereren Job umschauen, bspw IT-Branche.
 

muc-driver

Mitglied
Man wird abwarten müssen wie sich das entwickelt. Aktuell läuft die Kurzarbeit bei den meisten Unternehmen 1 Jahr bis vsl. Ende März 2021.
Und je nachdem wie sich der Flugverkehr bis dahin erholt, werden die Unternehmen dann reagieren. Das wir nächsten März wieder auf Niveau von 2019 sind ist unrealistisch, allerhöchstens 75%, wahrscheinlich weniger.
Da wird man die Personalstärke den Flugbewegungen anpassen müssen. In wie weit das von Vorteil ist, das die FMG in staatlicher Hand ist und keine börsennotierte Aktiengesellschaft wie Fraport, wird sich zeigen.
Und ich gehe von einem sozialverträglichen Abbau aus, statt betriebsbedingter Kündigungen. Und vielleicht verlängert der Bund ja die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld, da es sicher Vorteile bringt, die Beschäftigten in Kurzarbeit
zu halten, anstatt tausende oder millionen neue Arbeitslose zu haben.
 

Fabian

Mitglied
Ja sicher. Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass weder der BR noch die FMG die BV vorzeitig kündigt.
Solche Vereinbarungen wurden getroffen, als man von Szenarien ausgegangen ist, die weit weniger dramatisch waren/sind. Szenarien in denen über einige Monate hinweg das Geschäft schlecht läuft.
Momentan ist das Geschäft fast völlig zum erliegen gekommen, egal ob FMG oder LH und eine schnelle Erholung ist nicht absehbar, Spohr rechnet ja erst in 2023 mit einer völligen Normalisierung.
Selbst SARS oder 9/11 waren im Vergleich hierzu lächerlich.

Selbst gesunde Unternehmen wie LH oder FMG werden es sich nicht leisten können, über möglicherweise Jahre hinweg bei vergleichsweise wenig Geschäft, eine solche Aufstockung zu bezahlen.
Mag zwar in Verträgen anders festgehalten sein, aber bei einer nie dagewesenen Krise wie jetzt, würde ich mich nicht darauf verlassen. Da sollte man realistisch sein.
 

YVR

Mitglied
Aufstocken gilt ja nur für den Zeitraum, in dem auch Kurzarbeitergeld bezogen wird, dieses fließt ja nicht über Jahre, zumindest derzeit nicht. Keiner weiß wie schnell oder langsam sich was erholt, Äußerungen gibt es viele aber das ist wie der berühmte Blick in die Glaskugel.

Die Betriebsvereinbarungen gelten erstmal für die vereinbarte Laufzeit. Kann ein Unternehmen die Aufstockung nicht mehr leisten, dann stellt sich die Frage in wiefern es andere Zahlungsverpflichtungen auch noch leisten kann. Gerade bei LH sehe ich das auch als ein bischen öffentliches Säbelrasseln, denn man verhandelt ja um Staatshilfen und wenn die fließen, stellt sich das Thema meines Erachtens eh nicht mehr.

Auch bei der FMG habe ich wenig Bedenken, gerade in Bezug auf die Gesellschafterstruktur, da kann sich vielleicht der "Staatsbesitz" im Gegensatz zu einer breit gestreuten Aktiengesellschaft positiv auswirken.

Ich persönlich erwarte sowohl für Juni als auch die darauffolgenden Monate eine Steigerung bei den Flugbewegungen als auch bei den Fluggastzahlen, zumindest dann wenn die Reisefreiheit ohne Quarantänebeschränkungen gegeben ist.

Auch wird man in Zeiten von Abstand halten mehr Personal brauchen um Warteschlangen entsprechend zu entzerren bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen. Schwieriger dürfte da eher die Situation beim fliegenden Personal sein, insbesondere wenn man hört wieiviele Flugzeuge aus den Flotten genommen werden sollen. Ich bin gespannt was kommt, sehe der Zukunft aber doch eher positiv entgegen.
 

muc-driver

Mitglied
Man darf auch nicht vergessen das die Regierung das Kurzarbeitergeld ab dem 4. bzw. dem 7. Monat erhöht hat. In Folge reduziert sich der Betrag den das Unternehmen zum Aufstocken draufpacken muss.
 

dicks

Mitglied
Man wird abwarten müssen wie sich das entwickelt. Aktuell läuft die Kurzarbeit bei den meisten Unternehmen 1 Jahr bis vsl. Ende März 2021.
Und je nachdem wie sich der Flugverkehr bis dahin erholt, werden die Unternehmen dann reagieren. Das wir nächsten März wieder auf Niveau von 2019 sind ist unrealistisch, allerhöchstens 75%, wahrscheinlich weniger.
Da wird man die Personalstärke den Flugbewegungen anpassen müssen. In wie weit das von Vorteil ist, das die FMG in staatlicher Hand ist und keine börsennotierte Aktiengesellschaft wie Fraport, wird sich zeigen.
Und ich gehe von einem sozialverträglichen Abbau aus, statt betriebsbedingter Kündigungen. Und vielleicht verlängert der Bund ja die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld, da es sicher Vorteile bringt, die Beschäftigten in Kurzarbeit
zu halten, anstatt tausende oder millionen neue Arbeitslose zu haben.
Lt. FRAPORT Geschäftsführer, wird FRAPORT bis 2023 wieder auf ca. 80% von 2019 sein. Danach rechnet er mit Wachstum von 2-3% Pro Jahr. Dh in Klartext FRAPORT wird erst 2030 wieder das Niveau von 2019 erreichen - wenn alle Prognosen sich auch so ergeben (und das kennt man ja gut genug von MUC). Da FRAPORT ein wesentlich "stärkeren" Flugplatz ist als MUC, kann man sich ausrechnen wie lange es hier dauern wird.
 
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