Technik - Tipps & Tricks für Spotter

DirtyCrow

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Bei 1/1250 und maximal 250mm dürfte es völlig egal sein, ob der Stabi an ist oder nicht.
Ein Stabilisator kann beim Mitziehen tatsächlich kontraproduktiv sein, weswegen viele gute Objektive auch die vertikale Achse abschalten können, aber nicht mehr bei einer Verschlusszeit, die kurz genug ist, dass es auch ohne Stabilisation ginge. Da kann es höchstens passieren, dass dir die IS das Motiv aus dem Sucher "ruckt".

Wenn 70% mit IS unscharf werden und du ohne IS sogar eine 100% Ausbeute hast (wirklich absolut alle knackscharf? ) kann da nur was faul sein, grad bei diesen Verschlusszeiten.
Ich bin kein Techniker und weiß nicht, ob ein IS mit Macke evtl. den Fokus beeinflussen kann, aber normal ist das sicherlich nicht.
Für mich immer noch ein Fall für den Service bevor die Garantie abgelaufen ist.

Wenn du absolut sicher gehen willst, mach eine Testreihe mit der Kamera auf Stativ und einem immer gleichen Motiv (viel Kontrast und Kanten) bei verschiedenen Einstellungen.
 

Markus89

Mitglied
Bei 1/1250 und maximal 250mm dürfte es völlig egal sein, ob der Stabi an ist oder nicht.
Das dachte ich mir eben auch, umso verwunderter war ich, bin eigentlich nur durch Zufall drauf gekommen, weil ich den Stabi zuerst aus versehen aus hatte.

Wenn 70% mit IS unscharf werden und du ohne IS sogar eine 100% Ausbeute hast (wirklich absolut alle knackscharf? ) kann da nur was faul sein, grad bei diesen Verschlusszeiten.
Knackscharf, insofern es mit dem Objektiv auf die Entfernung möglich ist. Sagen mir mal, so scharf ich es auch vom ältern Objektiv gewohnt bin. Aber tatsächlich alle mit konstanter Schärfe. Kann natürlich auch ein arger Zufall sein.

Wenn du absolut sicher gehen willst, mach eine Testreihe mit der Kamera auf Stativ und einem immer gleichen Motiv (viel Kontrast und Kanten) bei verschiedenen Einstellungen.
Beim stillen Motiv (sei es ein LFZ oder aber so eine Fokuskarte (hab ich zu Hause)) trifft der AF unabhängig vom IS Modus, also die unschärfe tritt (soweit ich bis jetzt beobachten konnte) bei IS ein mit Bewegung ein. Aber Du hast recht, is definitv ein Fall für den Service, hatte mir nur erhofft, dass evtl jemand sagen kann, ja, liegt ganz klar am Objektiv. Dann hätte ich nur das eingeschickt.
Auf jeden Fall vielen Dank für die Hilfe :)
 

MS777

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Hallo!
Da mir weiterhin Bilder aufgrund von "JPG artefacts" abgelehnt werden, obwohl ich bei meinem Bildbearbeitungsprogramm die Qualitätseinstellung immer auf 100% setze, habe ich versucht, mich ein bisschen näher mit den einzelnen Bildformaten zu befassen.
Ich habe herausgefunden, dass Windows meine RAW- Bilder pauschal in JPGs umwandelt und sie dadurch noch vor dem Bearbeiten komprimiert. Daraufhin habe ich mir eine RAW-Bilderweiterungssoftware von Windows sowie den RAW- converter RawTherapee heruntergeladen, um Kompression zu vermeiden. Auch eine Verknüpfung mit dem Bearbeitungsprogramm GIMP habe ich herstellen können. Leider gefallen mir die RAW-Erzeugnisse überhaupt nicht und mir ist unklar, ob ich nicht einen Fehler gemacht habe:
IMG_0510[098].jpg


IMG_0510 (27).jpg
Nr.1 ist im RAW-Format, Nr.2 im JPG Format.
Beide sind kaum nachbearbeitet worden (bis auf leichtes Zuschneiden bei Nr.2). Ich frage mich, wie ich Nr.1 nachbearbeiten sollte, sodass ein ähnliches Resultat entstünde. Ist das überhaupt möglich?
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Grüße
 

pkautzsch

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Der auffälligste Unterschied liegt in der Sättigung und dem Kontrast. Das RAW-Bild ist das, was tatsächlich vom Chip kommt - hier sieht man, dass da gewisse Reserven vorhanden sind sowohl Richtung Weiß als auch Richtung Schwarz. Fürs JPG korrigiert die Kamera automatisch die Eigenschaften ihres Chips. Und genau das alles, was die Kamera bei JPG von selber voreingestellt macht, musst (bzw. darfst) Du von RAW selbst einstellen. *
Das geht bei mir (UFRaw --> GIMP) los bei der Auswahl des Weißabgleichs (typischerweise "Camera WB", wenn mans da richtig = normalerweise auf Sonennlicht stehen hatte), danach Feineinstellung der Belichtung (nachträglich, jawohl), Gammakorrektur (einmal gefundene Einstellung bleibt dann), Kontrastkurven (ebenso, meist eine Art S-Kurve), ggf. Sättigung etwas hochdrehen (bei mir auch meist die einmal gefundene Einstellung).
Das alles macht die Kamera fürs JPG nach festen Voreinstellungen selbst, dazu noch Rauschminderung, Nachschärfen und eben die Kompression. Kann gut aussehen oder manchmal auch nicht. Und bei meinem Raw-Workflow ist das Bild noch nichtmal im GIMP gelandet, sondern immer noch im RAW-Konvertierungsprogramm.

Dann erst gehts in den GIMP für Horizont, Crop, Feinheiten in den Kontrastkurven, den "Bauch" vom Histogramm etwa in die Mitte bekommen (quasi nochmal eine Gammakorrektur), Dust Spots wegmachen (DER Grund, warum ich mir das Importieren in den GIMP überhaupt antue und eben nicht mit RawTherapee arbeite), Noise Reduction oft nur für dunkle Bereiche und Himmel, am Ende Resize auf 1024 oder 1200 px, dann ein paar Durchgänge vorsichtig unscharf maskieren, JPG exportieren mit Qualität 100%.
 

DirtyCrow

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Ich beantworte die letzte Frage mal zuerst. Ja, das ist natürlich möglich, wobei dieses Original (das btw auch ein jpg ist) schon brutal entsättigt aussieht. Das wirkt wie einer dieser seltsamen Portrait-Filter.
Nr. 2 dürfte ein Default Setting deiner Kamera sein.

Zum Rest kann ich ehrlich gesagt nix sagen, ich verwende ausschließlich Adobe Lightroom und Photoshop.
Mein Workflow im LR nach Import und Vorsortierung:
- Crop
- Geraderichten und Mitteln
- Sensorflecken checken und ggf. stempeln
- Belichtung anpassen falls nötig
- Kontrast nach Histogramm anpassen mittels Weiß und Schwarz (Lichter höchsten raus, niemals rein, das gibt Halos)
- Dezent nachschärfen
- Exportieren als Jpg mit Qualität 100 und Optimierung für Bildschirm

Im PS mach ich dann Spielereien, die dann in der Regel für die bekannten Datenbanken ungeeignet werden und eher was sind, was man sich dann als Print an die Wand hängt oder als Desktophintergrund benutzt. Hier gibts dann auch bei jeder Bearbeitung ein paar Artefakte mehr, da immer von einem jpg ausgegangen und weiter dran rumgerechnet wird.
 

MS777

Mitglied
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Leider muss ich da (fast) nochmal bei null beginnen...
Ich habe nun erstmals versucht, RAW-Bilder zu bearbeiten und würde euch gerne meine ersten drei Erzeugnisse präsentieren.

1.IMG_0623-1.jpg
2. IMG_0459.jpg
3.IMG_04093.jpg

Ich bin mir bewusst, dass die Bearbeitung aller Bilder suboptimal ist und würde mich daher über Verbesserungsvorschläge freuen!
Grüße

P.S: Ich finde es toll, wir ihr euch um mich bemüht!
 

DirtyCrow

Mitglied
Verbesserungsvorschläge sind immer so eine Sache, schließlich ist das ein Hobby und jeder soll es so ausführen, wie er mag und es gut findet.

Da du explizit darum fragst, aus der gängigen Praxis:
Alle drei sind etwas hoch. Bei seitlich fotografierten Flugzeugen, sollte die Fensterlinie mittig sein, nicht die Nase.
2 und vor allem 3 wirken etwas überbelichtet.
In der Vertikale passts, ich hab jetzt kein Gitter angelegt, aber sieht ordentlich an vertikalen Fixpunkten ausgerichtet aus.
Schärfe ist, gemessen an der Auflösung, auch ok.
 

MS777

Mitglied
Hallo!
Ich hätte mal wieder eine Frage:
In letzter Zeit werden meine Bilder oftmals etwas unscharf und haben einen gelben Farbstich.
Wie kann ich dies vermeiden?
Wie bereits erwähnt, benutze ich das Tamron 70_300 Objektiv + die Canon EOS 250d.

PS: Aufgrund von Internetproblemen kann ich Euch leider keine Beispielfotos zeigen, in meinem Jetphotos Prescreening Thread sind sie jedoch ersichtlich.

Vielen Dank!
LG, ms
 

DirtyCrow

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Hast du nen Link zu dem Thread?

Farbstich ist das kleinste Problem, da tuts oft schon eine kleine Korrektur des Weißabgleichs, in deinem Fall die Farbtemperatur etwas verringern.
 

DirtyCrow

Mitglied
Wo ist da ein Gelbstich? Ich hab zwar keinen kalibrierten Monitor zur Verfügung grad, aber auffällig ist da nix.

Was die Schärfe angeht, es steht ja schon im Thread. Das geht von "noch ok" bis nicht zu retten. Woran das im Detail liegt ist schwer zu sagen.
Bei einigen würd ich es wohl ganz simpel auf einen nicht getroffenen Fokus schieben. Auch wenn eine 250D und ein Tamron 70-300 natürlich völlig ausreichend sind, sind beides doch Einsteigergeräte, bei denen man mit einem gewissen Ausschuss rechnen muss. Die Eurowings und auch die Belavia dürften solche Fälle sein.
 

MS777

Mitglied
Danke für die Antwort!
Das mit dem Gelbstich habe ich eigentlich schon vorher gelöst, war also weniger relevant.
Na ja, wenn pro Spottingtag ein Bild gelingt, ist das eigentlich auch ok.
Jetzt (dank Ausgangssperre) habe ich sowieso recht viel Zeit zum Bearbeiten :)
 

DirtyCrow

Mitglied
Das sind aber schon arg bescheidene Ansprüche mit einem Bild am Tag.
Es ist absolut nicht so, dass bei günstiger Ausrüstung 1 von 50 Bildern scharf ist. Ich meinte das eher so, dass halt nicht jeder Schuss ein Treffer wird und man lieber ein paar Aufnahmen mehr machen sollte um die Auswahl zu haben. Speicherplatz kostet schließlich nichts mehr.

Um die Ausbeute zu verbessern, sei dir immer sicher, die wichtigsten Grundsettings einzuhalten. Also kontinuierlichen Autofokus, nur ein AF Feld aktiv (mittig) und die Verschlusszeit kurz genug.
Grad so Spielereien wie 3D Autofokus oder irgendwelche Automatiken neigen dazu, Fotos zu vergeigen, weil die Kamera dann auf irgend einen Mast oder Vogel fokussiert.
 
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