JoFMO, sei erst mal bedankt, dass Du hier in einer sehr sachlichen Form die Contra-TR-Stellung einnimmst!
Auch wenn es hier vielleicht anders klingt, bin ich ganz froh, dass es Geister gibt, die sich kritisch und sachlich mit dem Thema auseinandersetzen, was mir als Technikfrak zugegebenermaßen nicht immer gelingt.
Übrigens habe ich sogar für diese [FONT=Arial,Helvetica,Geneva,Sans-serif,sans-serif]Frau Barzen, ebenso wie für Fluglärmgegner, ein gewisses Verständnis. Wenn unser Staat, bzw. unsere Politiker (und auch die Industrie) die Bevölkerung nicht immer wieder belügen würde, wären Bürger nicht gezwungen ihnen soooo auf die Finger zu schaun und eventuell drauf zu klopfen.
Ich galube wir alle wollen eine sinnvolle Lösung des Problems ohne, dass gemauschelt, beschissen und/oder Steuergelder verschwendet werden. Ich wäre der Erste der auf die Barrikaden ginge, wenn ich so etwas feststellen würde!
Nun aber nochmals zurück zum Schall/Lärm.
Natürlich wäre es begrüßenswert, wenn sich sozusagen 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen ließen. Allerdings - und das werter [/FONT]JoFMO, sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, dass an erster Stelle das Problem der (Bahn-)Anbindung des Flughafens gelöst werden soll/muss. Das sollte man schon erst mal in den Vordergrund stellen. Wenn sich daraus Verbesserungen für irgendwelche anderen Bereiche erzielen lassen ist das schön und lobenswert. Allerdings darf diese Lösung anderer Probleme m. E. dabei eben nicht soweit in den Vordergrund geschoben werden, dass für das eigentliche Problem nur noch Krampflösungen heraus kommen.
Und dieser Eindruck drängt sich mir, wie schon von mir weiter oben angeführt, bei Deiner Argumentation etwas auf.
Und da ist noch etwas. Wir in Deutschland sind, obwohl wir technisch vielen anderen Ländern überlegen sind, oftmals einfach zu zögerlich. Typisches Beispiel ist der ICE im Vergleich zum TGV oder auch zu den japanischen Hochgeschwindigkeitszügen/-netz.
Wenn man sich mal das Hochgeschwindigkeitsnetz der Franzosen anschaut, dann sieht man, dass da einfach Nägel mit Köpfen gemacht wurden und daraus entsteht dann eben auch Erfolg. Da kann man eben über hunderte von Kilometern tatsächlich mit dem TGV im 300km-Tempo fahren und ist somit ein echter Konkurrent zum Flugzeug. Man war dazu allerdings eben auch bereit Geld in die Hand zu nehmen, was sich jetzt allerdings amortisiert.
Bei uns dagegen, nur Stückwerk!
Und diese Befürchtung habe ich eben auch bei der Lösung des Flughafen-Bahnanbindungs-Problems. Wie ich schon mal erwähnt hatte: ich bin ziemlich leidenschaftslos ob es mit dem RS- oder TR-System gelöst wird. Nur soll und muss es 1. möglichst schnell gelöst werden und 2. möglichst gut! Und gut heist für mich, die Fahrzeit darf 20 min keinesfalls, auch in Einzelfällen nicht überschreiten (noch besser ist es wenn man unterhalb dieser Zeit bleibt), das System muss ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit gewährleisten, es soll so wenig als möglich Leute belästigen und es soll von den Kosten so gering als irgend möglich sein. Zusätzlich soll es so viel Leute wie möglich vom Auto weg bringen.
Wenn ich mir die Geschichte nun anschaue, dann wären bei gleicher Streckenführung (und entsprechendem Zugmaterial) der Zeitunterschied auf dieser kurzen Strecke zwischen RS und TR relativ gering, mit leichten Vorteilen für den TR. Dafür wäre bei RS als Vorteil dafür eine gewisse Flexibilität bzw. Kompatibillität, ein nicht ganz zu vernachlässigendes Argument, wenn man damit den Flughafen an das Fernverkehrsnetz (Richtung Ost-, Nordost-Bayern, Salzburg, Tschechien) anbinden könnte.
Fraglich bleibt für mich hierbei, inwieweit dies bei einem 10 min Takt überhaupt möglich wäre.
Vom Lärm her hätte dieses RS-System gewisse Nachteile, die ich aber für den zu erwartenden Fernverkehr in Kauf nehmen würde.
Für falsch halte ich den Mix Nah-Fernverkehr, auch wenn es sich hier "nur " um etwas über 30 km handelt.
Nun muss ich auch nochmals auf Deine Aussage bzgl. Lärmwälle bzw. Lärmschutzwände zu sprechen kommen.
Natürlich bringt eine glatte Beton- oder Ziegelwand wenig, weil es dort sogar zu unerwünschten Reflexionen käme. Im Fall vom TR haben wir aber keine glatten Wände, sondern eine "schallabsorbierenden" Oberfläche (Bepflanzung siehe Anhang). Der problematischste Bereich bei der Strecke scheint mir übrigens nicht der Bereich der Olympia-Pressestadt zu sein, sondern der Bereich nach unmittelbarem Verlassen des Borstei-Tunnels (siehe Anhänge).
Züge sind übrigens, was Schallschutzwände anbetrifft, bei weitem problematischer, da der Stromabnehmerlärm nicht zu vernachlässigen ist und auf Grund der Höhe über Erdgleiche mit Schallschutzwänden schwer in den Griff zu bekommen ist (siehe Anhänge Modellrechnung).