Lufthansa Lockheed L1649A Super Star Constellation, Restaurierung

#3
Neue Filiale von LHT in Auburn-Lewiston, Maine[/url].

Mag ein Zufall sein, ...
Naja, zwei Maschinen waren einfach schon vor Ort und der Hangarbau ist ein alter Hut. Nur wegen der Restaurierung würde ich aber nicht unbedingt von einer neuen LHT-Filiale sprechen. Oder gibt es Anzeichen, dass der Hangar dauerhaft genutzt werden soll? Aber schön, dass das Teil endlich fertig ist.
 
#7
Hallo an alle,

auf der Webseite der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung gibt es Neuigkeiten über die Restaurierung der Super Star.

http://www.dlbs.de/de/18/SuperStar-News/2009/Passagiertueren-fuer-die-Super-Star

Ich habe mir mal die freundlicherweise von Machrihanish zur Verfügung gestellten alten Flugpläne angeschaut und mich gefragt auf welchen Strecken " die Super Star als historische Botschafterin die Geschichte der Deutschen Lufthansa im In- und Ausland repräsentieren" werden wird.
Werden es sogar regelmäßige Flüge an die amerikanische Ostküste werden? Mit einer Gipfelhöhe von 7600 Metern sollte sie ja dem heutigen Transatlantikverkehr nicht in die Quere kommen. Ob es allerdings z.B. für den Anflug auf JFK ausser moderner Avionik noch andere Notwendigkeiten oder spezielle Regularien geben könnte weiß nicht. Mal abgesehen davon, dass nach der Landung das obligatorischen Vorstellen beim Immigration Officer wohl nicht entfallen wird, bloß weil man mit einem Flugzeug aus einer vergangenen Ära ankam.
An die Preise für so eine Zeitreise mag ich gar nicht denken. Wer weiß, vielleicht wird es kombinierte 747-8 / Super Star Reisen geben welche sehr kontrastreich sein dürften.
Ich bin auf eure Meinungen gespannt.

CL289
 
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Machrihanish

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#8
... Ich habe mir mal die freundlicherweise von Machrihanish zur Verfügung gestellten alten Flugpläne ...
In diesem speziellen Fall kann ich mir nur die Verlinkung der Ressource an den Anzug heften.

;)

Die Super Star war im Plandienst nur nach New York unterwegs (1958-1960) und im Frühjahr
1960 dann kurzzeitig nach Chicago und Montréal. Bald darauf, bis 1962, war sie als Frachter wiederum
nach "JFK" eingesetzt. Die Südatlantik- und Fernostroute waren regulär immer in der Hand der
Standard-Connie.

Allerdings gab es Sonderflüge für die Bundesregierung, auf denen auch andere Regionen erreicht
wurden.
 
#11
Wahrlich ein traumhaftes Projekt und viele Fans der L1649A Super Star sehnen den Tag des Erstfluges in Deutschland herbei. Ich ebenso...;)

Beachtlich auch der notwendige Spagat zwischen Bewahrung des historischen Ist-Zustandes der Cockpitsysteme und den heutigen Zulassungsstandards für Verkehrsflugzeuge.

Die Mindestanforderung setzt sich zusammen aus:
TCAS
Wetterradar mit Sherwindwarnung
EGPWS
FMS
Navigationsgenauigkeit von 1NM über dem Atlantik


Neues Cockpitlayout (wurde im Thread ja bereits verlinkt)

Im Detail werden nun laut LH Technik folgende Anzeigen auf den beiden Bildschirmen der Multi Function Display Units abgebildet:

EADI Electronic Attitude Directional Indicator
FMA Flight Mode Annunciator
ATT Pitch and Roll Attitude
LOC Localizer 1 & 2
GS Glideslope 1 & 2
LRRA Low Range Radio Altimeter
DH Decision Height
MKR Marker

EHSI Electronic Horizontal Situation Indicator
HDG Heading
PSH Preselected Heading
PSC Preselected Course
VOR VHF Omni Range 1 & 2
ADF Automatic Direction Finder 1 & 2
DME Distance Measuring Equipment 1 & 2
FMS Flight Management System 1 & 2
FLP Flightplan
WPT Waypoint Stations
GS Groundspeed
TCAS Traffic Collision Avoidance System
EGPWS Enhanced Ground Proximity Warning System
WXR Weather Radar Windshear
 
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Machrihanish

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#12
Navigationsgenauigkeit von 1NM über dem Atlantik
Was für sich genommen ein wenig ULKIG ist, weil sie mit Gipfelhöhe FL250 praktisch
nicht ans OTS herankommt und somit eine eingebaute Staffelung zum Trubel hat. Aber
was man hat, hat man (zumal zugegeben der Verbleib in den Oceanic Controls jeweils
wesentlich länger ist als ein typisches Zeitfenster der Strahlflugzeuge).
 
#14
Was für sich genommen ein wenig ULKIG ist, weil sie mit Gipfelhöhe FL250 praktisch
nicht ans OTS herankommt und somit eine eingebaute Staffelung zum Trubel hat. Aber
was man hat, hat man (zumal zugegeben der Verbleib in den Oceanic Controls jeweils
wesentlich länger ist als ein typisches Zeitfenster der Strahlflugzeuge).
Darf ich deinen Zeilen entnehmen, dass du auch der Meinung bist, dass die SuperStar den Atlantik nicht nur während eines Ferry Fluges überquert?

Gruss

CL289
 

Machrihanish

Global Moderator
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#15
Na ja. Wenn es gelingt, FAA und JAA zu überzeugen, daß das Flugzeug gemessen an heutigen Maßstäben sicher und
zuverlässig genug ist, um mit zahlenden Gästen wieder auf Große Fahrt zu gehen. Man hat zudem den für heutige
Verhältnisse etwas untypischen Fall, daß eine echte Dreikopfcrew planmäßige Blockzeiten von 13-16 Stunden zu
bewältigen hätte, sodaß man wahrscheinlich nach heutigem Recht mindestens einen SFO mitnehmen müßte,
wahrscheinlich auch einen zweiten FE. Am Ziel müßte diese Besatzung dann wahrscheinlich mindestens 36 Std.
off gehen (Max oder Werner können sicher fundiertere Vermutungen anstellen).

Dann gibt es heute keine Logistik mehr für Connies, man müßte wohl Teile mitnehmen, vielleicht einen Techniker.
Alles in allem würde es wohl kein Schnäppchen werden, allerdings könnte man in der o.g. Konfiguration sogar
Weltreisen anbieten und auf diesem Wege Stops etwa in Island oder auf den Azoren einbauen. Wie weit
verbreitet wirklich der Drang heute noch ist, nach fünfzehn Stunden Vibrationen New York zu betreten statt einem
Stündchen Rundflug beizuwohnen - ich weiß es nicht. Immerhin kann dieses Flugzeug leichter zu interkontinentalen
Flugschauen transferiert werden.
 
#17
Ein paar weitere Infos der Lufthansa Technik...

Die ehemalige L-1649A Super Star der Lufthansa mit dem historischen Kennzeichen D-ALOL (aktuell ZS-DVJ) ist heute Teil der Sammlung des Museums der South African Airways. Die D-ALOL stand von 1958 bis 1962 im Passagierdienst der Deutschen Lufthansa. Nach ihrer Vercharterung an World Airways wurde sie 1964 an die südafrikanische Trek Airways verkauft.
Sie wird nun die Türen für die Rückrüstung der L-1649A CN 1018 der Lufthansa Berlin-Stiftung zum Passagierflugzeug liefern. Denn nach nur dreijährigem Einsatz auf Passagierflügen ließ TWA ihre Baunummer 1018 bereits 1960 von Lockheed Aircraft Service zum Frachter umbauen. Dabei wurden die vorderen und hinteren Passagiertüren auf der linken Seite durch große Frachttore ersetzt. Diese gilt es nun mit den 51 Jahre alten Originaltüren der Super-Star D-ALOL zu ersetzen.
Weltweit sind nur vier von 44 gebauten L-1649A bis heute erhalten geblieben. Sie alle werden nun zum Gelingen des Restaurierungsprojektes der LHT beitragen. Darunter befindet sich auch das einstige LH Super-Star Flaggschiff D-ALAN CN 1040.
Als Ersatz für die originalen Türen aus Johannesburg werden von LHT Repliken für die Museumsmaschine in Südafrika angefertigt.
 
#18
update:

Motorenmontage hat begonnen
08/2009: Wie die Lockheed L-1649A selbst, setzten auch ihre Motoren Ende der 50er Jahre neue Maßstäbe im Flugzeugbau. Unmittelbar vor dem Beginn des Jetzeitalters auf dem Nordatlantik, das mit der Comet 4 im Oktober 1958 startete, lieferte Curtiss Wright mit dem 988TC18EA2 Kolbenmotor sein Meisterstück ab. Das maximal 3.400 P.S. leistende Aggregat galt zu seiner Zeit als die Krönung des zivilen Triebwerkbaus. 14.439 Einzelteile, Bolzen und Schrauben nicht mitgerechnet, fügen sich zu einem komplexen Ganzen zusammen.

Acht dieser Kraftpakete baute das Lufthansa Technik Super Star-Team aus der L-1649A mit dem Kennzeichen N7316C in Auburn sowie der einstigen Lufthansa D-ALAN in Florida aus und sandte sie an Anderson Aeromotive. Sechs TC18EA2 wird der FAA und EASA Part 145 zugelassene Motorbetrieb zunächst überholen. Nachdem Ray Anderson kürzlich einen großen Bestand an R-3350-Neuteilen erwerben konnte, werden alle sechs in Auftrag gegebenen Triebwerke mit fabrikneuen Kurbelwellen, Pleueln und Lagern ausgerüstet. Die komplette Motormontage, einschließlich der Quick Engine Change (QEC)-Anbauteile, läuft seit Juli und soll spätestens Anfang Oktober abgeschlossen sein.
 
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