Kurze Frage, kurze Antwort

Cargoflieger

Mitglied
Hallo community,
der in den letzten Tagen vorherrschenden Wettersituation geschuldet, sind mir ein paar Fragen zu Holdings gekommen. Es wäre nett, wenn mir die jemand beantworten könnte.

Folgende Situation angenommen:
An einem Flughafen sind wetterbedingt temporär keine oder weniger ARR möglich und ankommende Flüge müssen in ein Holding.
Wer entscheidet, welches Holding geflogen wird? Wenn man sich flightradar24 bei entsprechenden Wetterlagen ansieht, fliegen einige ein "Standardholding" (wie die 400m Bahn im Stadion), andere fliegen Schleifen oder sonstwie aussehende Vielecke.

Nach welchem Prinzip wird das Holding aufgelöst? First in, first out?

Was passiert, wenn der Flughafen wieder die normale Arrivalkapazität hat und das holding abgebaut wird, mit Flügen, die bisher nicht im Holding waren? Werden die bevorzugt (damit wenigstens die keine Verspätungen aufbauen) oder müssen die sich hinten einordnen und eventuell auch in ein Holding, obwohl der originäre Grund dafür nicht mehr besteht, aber einfach alle Flüge aus den Holdings erst einmal landen?

Besten Dank und viele Grüße,

CF
 

Saigor

Mitglied
hat ein wenig gedauert, aber jetzt endlich etwas Zeit. Vorweg, es gibt für das alles keine festgelegten Vorgehensweisen, jede Situation ist verschieden, selbst bei zwei gleichen Ausgangslagen würden unterschiedliche Lösungen rauskommen, je nach Lotse, je nach Tagesform, je nach individueller Neigung.

Können plötzlich nur noch wenige Arrivals akzeptiert werden, kommt es darauf an ob das für unbestimmte Zeit ist oder für definierte kürzere Dauer. Ist es nur kurz, dann wird man die Flieger sowoeso eher Freistil in der Gegend rum fahren. Auch wenn man mehr Traffic hat und schon mehrere Flieger in der gleichen Höhe, wird man erst mal Vectors anlegen müssen, bis man vertikale Staffelung hat. Dauert es länger und/oder konnte man sich darauf vorbereiten, dann wird Standard Holding geflogen. Das einfachste für alle.

First in, First out, sprich alles was nach kommt wird oben in den Holding stack reingefahren, und der nächste der dran ist, fällt halt unten raus.....

Und nein, keine Bevorzugung wenn die normale Kapazität hergestellt ist, es bleibt bei der Devise

First come, first serve (Bevorzugung bekommen nur Notfälle etc)
Also geht jeder Flieger oben is Holding (hinten anstellen) und unten wieder raus. Es kann bei wiederherstellung der ganzen Kapazität durchaus sein das mal zwei oder drei Flieger gleichzeitig aus dem Holding gehen, aber der tiefste Flieger ist immer der nächste...

(das ganze gilt immer mit der ein oder anderen Ausnahme, denn es gilt auch die Regel: Least average delay for all, wenn es gut für das Gesamtsystem ist, darf man auch mal mischen......)

Hoffe das beantwortet die Fragen, wenn nicht, frag nach

Saigor
 

gexx

Mitglied
Ich habe früher mal gelernt, beim Einflug ins Holding, dieses auch zu reporten (entering xyz holding).
Gibt es diese Phrasology noch? Und wenn ja, weiß jemand wo ich was belegbares finde?
 

slam dunk

Mitglied
turn, time, twist, talk, ...

Einfallen würde mir ANX 2, DOC 4444, 8168 II oder SERA.
Bin aber zu faul zum rumstöbern.

Das überlasse ich Dir.
:)
Sag wo's stand!
:whistle:
 

gexx

Mitglied
Danke Euch beiden!
Und Ihr habt beiden Recht!
Slam Dunk's Wortlaut steht bei der FAA genau so drin und in Deutschland wurde die Sprechgruppe 2009 mit NFL ???? abgeschafft!
 

Max Reverse

Gold Member
Echt, ist das schon wieder so lange her ?! Wahnsinn...

Die Änderung galt aber damals soweit ich mich erinnere auf einen Schlag für die gesamte ICAO EUR Region , es handelt(e) sich also nicht um eine ICAO (oder I.K.O. wie Herr Ramsauer gesagt hätte ;)) Abweichung in D.

Gruß MAX reverse
 

Stefan

Mitglied
Hallo,
eine Kollegin von mir wohnt in Erdweg (ca. 14km nordwestlich von Dachau) und glaubt beobachtet zu haben, dass dort überfliegende Flugzeuge (im Landeanflug auf MUC) in letzter Zeit deutlicher tiefer sind als es noch vor ein paar Monaten der Fall war. Hat es hier Änderungen in den Routen oder den Landeverfahren gegeben o.ä.?
 

Saigor

Mitglied
Vereinfacht gesagt Unwettergebiete bereits laut Flugplan/Streckenfreigabe zu umfliegen. Und nicht erst in der Luft auf Unwetter zu reagieren.

Saigor
 

Stef82

Mitglied
Hallo. Welchen Grund hat es dass sich einige STARs bzw. vor allem Transitions vor einiger Zeit geändert haben? Gibts dadurch Vorteile für Lotsen / Piloten? Man verzeihe mir die Frage wenns "noobig" sein sollte, habs nur im Flugsimulator bemerkt dass die mir bekannten Routen nun ein wenig anders aussehen. :)

Und noch eine Frage: Die tage wars ja sehr gewitterig und ich habe vom Balkon aus das Treiben beobachtet. Bis zu 9 Flugzeuge im Holding über Landshut / DGF, zum Teil längere Zeit, dafür landeten manche gleich direkt, ohne Holding etc.
Sind hier manche Gesellschaften "vorsichtiger" als andere? Oder wie begründet sich sowas? Transavia und Niki sind angekommen und ohne große umschweife gelandet, mehrere Lufthansa haben den Anflug probiert, dann abgebrochen und ab ins Holding.

Immer wieder interessant das zu beobachten und höchstmöglicher Respekt vor ATC, das bedeutet ja wohl doch gut Stress nehme ich an?
 
Zuletzt bearbeitet:

Saigor

Mitglied
Würde groß was geändert? Einzig die bis vor kurzem als Versuch behandelten CDO Verfahren wurden in 'echte' Verfahren geändert und veröffentlicht.

Was die Gewitter angeht, die Piloten sind für ihren Flieger verantwortlich und es gibt immer welche mit etwas höherer 'Schmerzgrenze'. Und bei Gewitter ändern sich die Bedingungen bisweilen rasend schnell. Company Policy mag ihres dazu beitragen, in beide Richtungen....
Wirklich mega Unterschiede gibt es in meinen Augen nicht, alles Tagesform abhängig.

Saigor
 

Stef82

Mitglied
@Saigor Danke. Ne, gravierende Änderungen waren es ja nicht, mir fiel es nur auf :)

Nächste Frage: Was verbirgt sich hinter Trumps angekündigter "privatisierung der ATC" in den USA? Kann da jemand konkret was zu sagen?
 
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